Panorama

Wucht wie "Mike-Tyson-Schlag" Ostküsten-Bewohner flüchten vor "Florence"

In rund 24 Stunden soll Hurrikan "Florence" auf die US-Ostküste treffen. Für insgesamt rund 1,7 Millionen Bewohner mehrerer Bundesstaaten gelten Evakuierungsanordnungen. Entsprechend lang sind die Staus.

Der Wirbelsturm "Florence" hat eine Massenflucht im Südosten der USA ausgelöst. Tausende Menschen verließen angesichts des näherrückenden Hurrikans ihre Wohnorte. Auf den Straßen bildeten sich lange Staus. Manche Einwohner wollten aber trotz Evakuierungsanordnungen weiterhin nicht ihre Häuser verlassen. Die US-Katastrophenschutzbehörde Fema warnte, "Florence" werde die Küste mit der Wucht eines "Mike-Tyson-Schlages" treffen - eine Anspielung auf den Ex-Boxweltmeister.

Nach Angaben der Behörden handelt es sich um "einen der stärksten Hurrikane der vergangenen Jahrzehnte". Sie warnten vor lebensgefährlichen meterhohen Überschwemmungen und Sturzfluten, massiven Regenfällen sowie wochenlangen Stromausfällen und Straßenblockaden. Fema-Vertreter Jeff Byard mahnte die Bevölkerung, die Warnungen ernst zu nehmen, "Florence" werde kein bloßer "Streifhieb" sein.

Die Behörde appellierte an die Menschen, Nothelfer nicht dadurch zu gefährden, dass sie in den bedrohten Gebieten blieben und später gerettet werden müssten. Es gebe genug Notunterkünfte. Obwohl absehbar ist, dass der Sturm schwere Schäden anrichten dürfte, verbarrikadierten sich aus Furcht vor einer monatelang unmöglichen Rückkehr Hunderte Menschen in ihren Häusern - selbst auf den der Küste vorgelagerten Düneninseln, die den Fluten besonders stark ausgesetzt sein werden.

Trump: "... raus da"

Als sicher gilt, dass Hunderttausende Menschen nach Ankunft des Sturms ohne Elektrizität sein werden. Stromversorger haben Hunderte Spezialkräfte in die Region entsandt, um nach Einsturz von Strommasten die Versorgung wiederherzustellen.

Auch Präsident Donald Trump mahnte die Bürger: "Wenn Sie aufgefordert werden zu gehen, dann raus da." Zugleich versicherte er, die Behörden seien ausreichend auf den Wirbelsturm vorbereitet.

Für insgesamt rund 1,7 Millionen Bewohner der Bundesstaaten North Carolina, South Carolina und Virginia galten Evakuierungsanordnungen oder -empfehlungen. Der Notstand wurde auch für den weiter südlich gelegenen Staat Georgia ausgerufen. In den vergangenen Tagen hatten die örtlichen Behörden zudem bereits den Notstand für die Hauptstadt Washington und den dort angrenzenden Bundesstaat Maryland erklärt.

"Florence" auf Stufe 3 abgestuft

Mit Windgeschwindigkeiten von rund 175 Kilometern pro Stunde zog der Sturm über den Atlantik, wie das Nationale Hurrikan-Zentrum mitteilte. Die Stärke des inzwischen auf Kategorie 2 von 5 herabgestuften Wirbelsturms werde sich nur noch geringfügig ändern, bis er auf Land treffe, hieß es weiter. Die Behörde warnte dennoch vor lebensbedrohlichen Sturmfluten und heftigen Regenfällen. Meteorologen hatten zuvor nicht ausgeschlossen, dass sich der Sturm zu einem Hurrikan der höchsten Stärke 5 entwickeln, also Windgeschwindigkeiten von mehr als 250 Stundenkilometern erreichen könnte.

Eine Warnung an die Bürger der US-Südostküste kam auch vom deutschen Astronauten Alexander Gerst, der sich an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) befindet. "Pass auf, Amerika!" schrieb er auf Twitter. "Florence" sei derart enorm, dass sie von der ISS aus nur mit einem Super-Weitwinkelobjektiv habe erfasst werden können. Die US-Ostküste müsse sich wappnen, ein wahrer "Alptraum" komme auf sie zu.

Die Meteorologen erwarteten, dass "Florence" am Donnerstagabend oder Freitagmorgen (Ortszeit) auf die Küste prallen wird. Auf mehreren Autobahnen der Region sperrten die Behörden den Verkehr in Richtung Küste, um zusätzliche Spuren für die fliehenden Bewohner zu schaffen. Andere Einwohner begaben sich in Notunterkünfte, wiederum andere zeigten sich entschlossen, dem Sturm vor Ort zu trotzen.

Quelle: n-tv.de, bad/AFP/dpa

Mehr zum Thema