Panorama
Freitag, 13. April 2007

Dreckige, überfischte Meere: Ozeanologen alarmiert

Ozeanologen aus aller Welt haben zu sofortigen drastischen Maßnahmen zum Schutz der Meere aufgerufen. Die Ozeane würden in einem weitaus größeren Tempo zerstört als geschützt, heißt es in einer Erklärung zum Abschluss einer internationalen Konferenz der Weltnaturschutzunion (IUCN) in Washington.

Als "Schlüsselmaßnahme" auch gegen die Auswirkungen der globalen Erwärmung forderten die Experten eine rasche drastische Ausweitung der Meeressschutzgebiete. Sie sollten durch "Korridore" verbunden werden, um Tieren die Möglichkeit zur Erholung und Migration zu geben. Bisher seien nur ein Prozent der Ozeane geschützt, während es bei der Landmasse zwölf Prozent seien, betonten die Experten. Ziel müsse ein ganzes Netzwerk von Schutzgebieten bis 2012 sein, und mindestens zehn Prozent der Ozeane sollten davon unter jeweiliger nationaler Gesetzgebung erfasst werden.

Die Ozeanologen forderten auch einen Stopp von Verschmutzung und Überfischung. Nur dann könne angesichts wärmerer Temperaturen ein intaktes Ökosystem unter Wasser bewahrt werden. Bereits heute seien beispielsweise 20 Prozent der Korallenriffe weltweit zerstört, weitere 50 Prozent seien ernsthaft bedroht. Diese Entwicklung gefährde die Existenzgrundlage von mehr als 100 Millionen Menschen, betonte die IUCN.

Quelle: n-tv.de