Panorama

Zwangspause in NorwegenPanne legt Zugverkehr lahm

30.03.2010, 10:01 Uhr

Stundenlang geht nichts mehr in Norwegen. Wegen einer Panne im Funksystem bleiben alle Züge stehen. "Wir werden eine Untersuchung einleiten, wie das passieren konnte", sagt ein Sprecher der Bahn. "Das ist vollkommen inakzeptabel."

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Sie hatte noch Glück: Die norwegische Prinzessin Märtha Louise besteigt am 26. März mit Mann und Tochter einen Zug in Oslo. (Foto: REUTERS)

Eine Panne im Funksystem hat den Eisenbahnverkehr in ganz Norwegen für knapp drei Stunden vollständig zum Erliegen gebracht. Wie die norwegischen Bahn (NSB) mitteilte, standen am Montagabend zwischen 18.30 Uhr und 21.15 Uhr alle Züge still. Nach Angaben norwegischer Medien brach vor dem Hauptbahnhof von Oslo ein Kampf um die Taxis aus.

Bahnsprecher Kjell Bakken sagte, wegen eines Fehlers im bahneigenen Mobiltelefonsystem sei der Funkkontakt zu allen Zugführern plötzlich abgebrochen. Während Züge auf wenig befahrenen Routen bis zum nächsten Bahnhof fahren durften, mussten Passagiere vor allem in der Gegend um die Hauptstadt Oslo auf offener Strecke in den Waggons ausharren.

Feuer in einer Schaltstelle

"Wir werden eine Untersuchung einleiten, wie das passieren konnte", sagte Bakken. "Das ist vollkommen inakzeptabel." Das Problem sei auf ein Feuer in einer Schaltstelle in der zentralnorwegischen Stadt Trondheim zurückzuführen. Dadurch sei aus bislang unbekannten Gründen auch das Sicherheitssystem ausgefallen, das den Funkverkehr im Fall von technischen Problemen eigentlich aufrecht erhalten soll. Die norwegische Bahn hat nach eigenen Angaben das modernste Funksystem Europas.

Während die Züge still standen, hatte die norwegische Bahn große Probleme, alternative Reisemöglichkeiten zu organisieren. Die Nachrichtenagentur NTB berichtete über zahlreiche Beschwerden von Reisenden, die an den Bahnhöfen des Landes gestrandet waren. Jeanette Mathisen, die von Oslo ins das südöstliche Moss fahren wollte, sagte NTB etwa erbost: "Ich warte hier in diesem schlechtem Wetter seit fast zwei Stunden, und es gibt nicht einmal Ersatzbusse." Norwegische Medien zufolge machten die Taxis am Osloer Hauptbahnhof dagegen einen blendenden Umsatz.

Quelle: AFP