Panorama

"I konn nimma" Papst Franziskus lernt Bayerisch

19.11.2013, 15:30 Uhr
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"I moag jetz nix mehr": Papst Franziskus gibt sich auch sprachlich volksnah. (Foto: picture alliance / dpa)

Ein zünftiges Mittagessen imponiert dem Papst offenbar so sehr, dass er den Köchinnen sein Befinden auf Bayerisch mitteilen will - und bekommt eine Lektion im Heimatdialekt seines Amtsvorgängers. Im Advent wird es dann sogar noch ein bisschen bayerischer im Vatikan.

Papst Franziskus hat in Rom Bekanntschaft mit der bayerischen Gastfreundschaft gemacht. Aus Vatikankreisen erfuhr die "Passauer Neue Presse", dass der Heilige Vater einer Einladung des Präfekten der Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, gefolgt sei. Der ehemalige Regensburger Bischof hatte den Pontifex in sein Haus an der Piazza della Cittá Leonina direkt vor den Toren des Vatikans geladen. Normalerweise nimmt der Papst sein Mittagessen im vatikanischen Gästehaus "Santa Marta" ein.

Trotz der kurzen Entfernung nahm der 76-Jährige seinen Dienstwagen und erschien pünktlich um 13.30 Uhr zum gemeinsamen Essen. Müller ließ den Papst wissen, dass "à la bavarese", also bayerisch gekocht worden sei. Entsprechend deftig gab es als Hauptgang Schnitzel mit Kartoffelsalat, was Franziskus offenbar sehr mundete. Dem Vernehmen nach teilte er den Köchinnen mit, dass er nicht mehr könne.

Treffen in Papst Benedikts ehemaliger Wohnung

Die beiden Mallersdorfer Ordensschwestern Huberta und Helgardis sollen ihm daraufhin beigebracht haben, wie man dies in der Heimat seines Amtsvorgängers Benedikt XVI. ausdrückt. Der gebürtige Argentinier Franziskus soll bereits beim abschließenden Kaffee nahezu akzentfrei die Sätze "I konn nimma" sowie "I moag jetz nix mehr" gesprochen haben. Der Hauptteil des Gespräches verlief jedoch offenbar nicht auf Bayerisch, sondern eher auf Spanisch, der Muttersprache Franziskus'. Erzbischof Müller hatte die Sprache während eines Aufenthaltes unter Armen in Peru erlernt.

Doch es war wohl nicht das erste Mal, dass in dem Appartment an der Piazza della Cittá Leonina bayerische Klänge zu vernehmen waren. Benedikt XIV. persönlich hatte lange als Kardinal in der Wohnung gelebt, bevor er 2005 Papst wurde und anschließend in den päpstlichen Palast zog.

Christbaum aus der Oberpfalz

Bayerisch wird in diesem Jahr auch der Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz in Rom. Der Papst bekommt eine 25 Meter hohe Fichte aus dem bayerisch-böhmischen Grenzgebiet in der Umgebung von Waldmünchen in der Oberpfalz, teilte der dafür zuständige Verein der Trenckfestspiele mit. Der Standort des Baumes tief im Bayerischen Wald werde aber vorsichtshalber geheim gehalten - "damit er uns nicht kaputt gemacht wird", sagte der Vorstand des Festspielvereins, Alois Frank.

Der Transport des etwa sechs Tonnen schweren Baums ins etwa 1.200 Kilometer entfernte Rom startet demnach am 2. Dezember. Vier Tage später soll er dann auf dem Petersplatz aufgestellt werden. Dort wird bereits jedes Jahr seit 1982 ein Christbaum präsentiert, stets stammt er aus einem anderen Land. Papst Johannes Paul II. hatte den Brauch eingeführt.

Waldmünchen hat die Ehre nun schon zum zweiten Mal nach 1984. "Damals hat uns Kardinal Joseph Ratzinger begleitet und unterstützt", sagte Frank. "Wir hätten uns gefreut, wenn wir Papst Benedikt den Baum hätten übergeben können, aber wir freuen uns natürlich auch, ihn an den Papst Franziskus übergeben zu dürfen."

Quelle: ntv.de, bwe/hah/dpa