Panorama

Jorge Bergoglio, der CharmeurPapst-Liebe erzählt von Kindheit

15.03.2013, 21:57 Uhr
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Amalia Damonte war vor Jahrzehnten die Nachbarin des heutigen Papstes. (Foto: AP/dpa)

Ein rotes Dach und weiße Mauern hatte das Haus, in dem sich der 12-Jährige Jorge Maria Bergoglio seine Zukunft mit Amalia Damonte vorstellte. So berichtet es die alte Freundin heute. Der spätere Papst hatte es ihr aufgemalt – woraufhin die Kinder nicht mehr zusammen spielen durften.

Argentinische Medien haben die Schwester des Papstes und seine erste Jugendliebe gefunden und zu Franziskus befragt. Amalia Damonte berichtet, wie sie als 12-Jährige mit dem gleichaltrigen Jorge Maria Bergoglio befreundet war. Der heutige Papst habe ihr, die damals seine Nachbarin war, einen Brief geschrieben. Darin berichtete er von seinem Wunsch, als Erwachsener mit ihr eine Familie zu gründen. Der junge Jorge Mario habe auch das Haus gezeichnet, in dem er sich das Zusammenleben vorstellte: mit rotem Dach und weißen Mauern.

"Er war immer sehr korrekt", berichtet Damonte. Der Vater des Mädchens habe aber sehr erbost auf den Brief reagiert und ihr verboten, weiter mit dem Nachbarsjungen zu sprechen.

Laut der Schwester des Papstes hat dieser das hohe Amt nie angestrebt. "Er liebt Buenos Aires und er hat es immer genossen, in Buenos Aires zu sein", sagt Maria Elena Bergoglio. Sein Gesicht habe nach der Wahl dennoch Zufriedenheit ausgestrahlt, findet sie.

Als sie die Ernennung ihres 76-jährigen Bruders am Fernsehen verfolgte, sei sie zu Tränen gerührt gewesen. Pläne, nach Rom zu reisen, habe sie aber nicht. Die beiden Geschwister sähen sich selten, erzählt sie, stünden aber in regelmäßigem telefonischem Kontakt.

Welche Schwerpunkte Papst Franziskus in seinem Pontifikat setzen würde, könne sie nur erahnen: "Die Armen, Schwachen, die, die am schlechtesten behandelt worden sind, ältere Menschen und Kinder." Diesen Menschen habe er schließlich seine bisherige Kirchenkarriere gewidmet.

Quelle: ntv.de, che/dpa