Panorama

Star-Polierer von Hollywood Peterson lässt die Sterne glänzen

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(Foto: picture alliance / dpa)

Er bringt Hollywood auf Hochglanz und lässt die Sterne strahlen: John Peterson poliert seit Jahren den "Walk of of Fame" und ist mittlerweile genauso berühmt wie die Sternchen.

John Peterson ist ein Experte, wenn es um den Glanz in Hollywood geht. Helfen viele Stars vor der Oscar-Nacht mit Botoxspritzen und Make-Up-Verschönerungen nach, so geht der 60-Jährige als Hollywoods offizieller "Star-Polisher" mit Glasreiniger, Poliermittel und weichen Putzlappen ans Werk. Diesen Job gibt es nur ein Mal. Peterson bringt die Sternenplaketten auf dem "Hollywood Walk Of Fame" zum Strahlen. Täglich von 8.30 bis 17 Uhr wischt er den Schmutz ab, ein Vollzeitjob, denn inzwischen gibt es mehr als 2400 Sterne. "Ich brauche etwa eine Woche auf der einen Straßenseite rauf und eine Woche auf der anderen wieder runter", erzählt der behäbige Mann mit grauem Vollbart und Schirmmütze.

An Marlene Dietrich wischt er keine drei Minuten. Sie hat Glück, an ihrer Plakette kleben weder Kaugummireste, noch wurde sie mit Graffiti verunstaltet. Dann müsste Peterson aus seinen Plastiktüten Bürste und Spezialreiniger rauskramen. Der Glanzbringer rutscht selbst auf Händen und Knien über den Bürgersteig. Schon als Kind hatte er ein Bein verloren. Er schützt sich mit dicken Knieschonern, ein Rollstuhl würde die Arbeit nur behindern.

Selbst eine "Walk of Fame"-Berühmtheit

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Bei mittlerweile über 2400 Sternen hat Peterson viel zu tun.

(Foto: picture alliance / dpa)

Als er in den 1990er Jahren seinen Job als Verkäufer verlor und obdachlos wurde, bettelte er auf dem Hollywood Boulevard zunächst um Almosen. Dann bot er den Ladenbesitzern an, die verdreckten Sterne auf dem berühmten Gehweg zu putzen. Peterson wurde selbst zur "Walk of Fame"-Berühmtheit. Seit mehr als zehn Jahren arbeitet er nun fest für einen Geschäftsverband, der Hollywood sauber halten will. Und wie viele große Stars auch gibt Peterson nicht preis, wieviel er verdient und was die Touristen ihm noch extra zustecken.

Der Job hat Zukunft: Der Sterne-Boulevard im Herzen von Hollywood feiert in diesem Jahr sein 50. Jubiläum. Als Ringo Starr im Februar den ersten Stern des Jahres erhielt, strahlte der Ex-Beatle: "Dies ist der Beginn der nächsten 50 Jahre mit Sternen". "Ich bin stolz, der Erste zu sein", sagte der Schlagzeuger, als Stern Nr. 2401 enthüllt wurde. 28 Schauspieler, Musiker und Showbiz-Persönlichkeiten sollen bis zum Jahresende auf dem "Weg des Ruhms" verewigt werden, darunter Russell Crowe, Emma Thompson und Colin Firth. Die erste sternenförmige Promi-Plakette ging 1960 an Joanne Woodward, die da schon mit ihrem Ehemann Paul Newman den Streifen "Der lange, heiße Sommer" abgedreht hatte.

Schönheitsbehandlung für vier Millionen Dollar

Ein Spaziergang auf dem knapp vier Kilometer langen "Walk of Fame" ist ein Muss für Hollywood-Touristen, nach Angaben der Handelskammer sind es zehn Millionen Schaulustige im Jahr. Sie laufen über schwarze Terrazzo-Platten, in die rosafarbene fünfzackige Sterne mit Verzierung und Namen in glänzendem Messing eingelassen sind. Die "bessere Adresse" ist das Viertel um das Kodak-Theater, wo die Oscars verliehen werden. Gen Osten häufen sich auf dem Hollywood Boulevard die billigen Souvenirläden, Tattoo-Shops und Spelunken, für Peterson der "Walk of Shame", der Weg der Schande. Die Stadt investiert seit Jahren in einen teuren "Facelift", um mit Geschäftsbelebung und Säuberungsaktionen Kriminelle und Obdachlose zu vertreiben.

Auch die teilweise abgebröckelten und aufgerissenen Sterne profitieren davon. Der "Walk of Fame" wird derzeit einer vier Millionen Dollar teuren Schönheitsbehandlung unterzogen, um die Spuren der vielen Fußtritte zu beseitigen. Wohl kaum jemand kennt die Plaketten so gut wie Peterson. Vor allem nach den Sternen von Marilyn Monroe und Michael Jackson werde er ständig gefragt. "Jackson und Mickey Mouse sind Nachbarn", gibt er den Touristen gleich mit auf den Weg.

Einen Lieblingsstern, den er besonders herausputzt, habe er nicht. "Ein Stern ist ein Stern, und davon gibt es Milliarden", grinst er mit Blick gen Himmel. Der Oscar-Gala kann Peterson schon gar nichts abgewinnen. "Das bringt nur Ärger!", denn dann wird ein Stück des Boulevards abgesperrt und der Verkehr umgeleitet. Und Tage vor dem Trophäenspektakel verdeckt Rote Teppich die Sterne.

Quelle: ntv.de, Barbara Munker, dpa