Panorama

Schwerpunkt Westafrika Piraterie wird wieder zum Problem

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Begleitet von der Fregatte "Brandenburg" der Deutschen Marine ist das Handelsschiff "Hansa Stavanger" (vorn) am im August 2009 unterwegs.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Piratenangriffe vor Somalia gehören der Vergangenheit an. Doch das Thema ist damit nicht vom Tisch, es hat sich nur verlagert: Neuen Daten zufolge häufen sich die Attacken an einer anderen Stelle.

Attacken von Piraten auf Handelsschiffe werden wieder zu einem größeren Problem. Nachdem die Piraterie vor Somalia erfolgreich bekämpft werden konnte, verlagert sich das Problem nunmehr an die Westküste Afrikas und die Gewässer vor Nigeria, teilte das Schifffahrtsbüro der Internationalen Handelskammer (ICC) mit. Die Experten zählten in den ersten drei Monaten weltweit 65 Piratenangriffe, das sind ungefähr 50 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Piraten enterten 39 Schiffe, beschossen 10 und entführten 4 Frachter. In 12 Fällen konnten sie abgewehrt werden.

Der Anstieg zum Vorjahr sei auf die Entwicklung vor den Küsten Westafrikas zurückzuführen. 28 der Angriffe seien in dieser Region zu verzeichnen gewesen, darunter die 4 Schiffsentführungen, heißt es in der ICC-Mitteilung. Allein auf Nigeria entfallen 21 der Attacken. Im gesamten Jahr 2017 gab es dagegen keine Schiffsentführungen vor Westafrika. Die Behörden in Nigeria, Benin und Togo patrouillierten vor der Küste mit Booten.

Ein schwerer Angriff vor der Küste Somalias belege aber auch, dass die Piraten an der afrikanischen Ostküste ihre Angriffsfähigkeit nicht eingebüßt hätten. Aus Asien seien dagegen eher kleinere Vorfälle zu vermelden.

Quelle: ntv.de, bad/dpa