Panorama

Mord in Heilbronn Polizei ermittelt bei Neonazis

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Die Untersuchung der gefundenen Waffen wird Erklärungen liefern.

(Foto: dapd)

Im Mordfall an einer Polizistin in Heilbronn prüft die Polizei das Umfeld einer Verdächtigen und ihrer inzwischen toten Bekannten. Die Ermittler wollen wissen, wie sehr das Trio in die Neonazi-Szene verstrickt war. Unterdessen werden die Ergebnisse einer wichtigen Spurenuntersuchung erwartet.

Bei den Ermittlungen zum Mord an einer Polizistin in Heilbronn vor viereinhalb Jahren prüfen Ermittler mögliche Verbindungen zu Rechtsgerichteten in Baden-Württemberg. Eine 36-Jährige, die als Schlüsselfigur in dem mysteriösen Fall gilt und derzeit in Sachsen in Untersuchungshaft sitzt, sowie ihre beiden toten Kumpanen hatten in der Vergangenheit Kontakte in die Neonaziszene in Thüringen. "Es ist nicht unbedeutend, welchem Milieu die Tätergruppierung angehört", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Heilbronn, Harald Lustig. Laut Polizei gibt es in Heilbronn und im Landkreis keine strukturiert-organisierte rechte Szene. "Es gibt Rechtsgesinnte oder Skinheads als Einzelpersonen", sagte ein Polizeisprecher.

Polizei und Staatsanwaltschaft in Sachsen werfen der 36-Jährigen die Explosion des Wohnhauses in Zwickau vor, in dem sie mit den beiden Männern vor deren Selbstmord zusammenlebte. Die Leichen der Männer waren am Freitag nach einem Banküberfall im thüringischen Eisenach in einem Wohnmobil entdeckt worden. Dort fanden die Fahnder auch die Dienstwaffen der toten Polizistin aus Heilbronn und ihres damals schwer verletzten Kollegen.

Verdächtige schweigt

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Bilder der Überwachungskamera von einem Bankraub in Arnstadt am 9. September, der Uwe B. und Uwe M. zur Last gelegt wird.

(Foto: dpa)

Geklärt werden muss, ob in dem Zwickauer Haus tatsächlich die Tatwaffe aus dem Polizistenmordfall gelegen hat. Die sächsischen Ermittler bestätigten lediglich, dass mehrere Waffen in dem Haus lagen, darunter eine baugleiche Waffe, mit der die Polizistin am 25. April 2007 erschossen wurde. Ob sich unter den anderen sichergestellten Waffen jene befindet, mit der der damals 24 Jahre alte Kollege auf der Heilbronner Theresienwiese schwer verletzt wurde, ist unklar.

Sollte es sich bei der gefundenen Waffe um die Mordwaffe handeln, könnte die 36-Jährige wegen gemeinschaftlich begangenen Mordes und versuchten Mordes belangt werden. Sie machte bisher keine Angaben.

In dem Wohnmobil, in dem sich die beiden Männer töteten, wurden unter anderem Handschellen, Multifunktionsmesser, Dienstwaffen und Reizsprühgerät gefunden, die sie seit dem Überfall auf die beiden Polizisten vermisst wurden. Es sei "fernliegend", dass die Gegenstände irgendwann zwischen dem Mord in Heilbronn und den Vorfällen in Eisenach und Zwickau erworben wurden.

Quelle: n-tv.de, dpa

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