Fünfjährige Inderin tagelang vergewaltigtPolizei fasst Verdächtigen

Tagelang soll er ein fünfjähriges Mädchen in Neu Delhi vergewaltigt haben. Jetzt ist ein Tatverdächtiger festgenommen worden. Das Mädchen wird derweil weiter in einer Klinik behandelt. Die Ärzte sprechen von einer "barbarischen sexuellen Tat".
Nach der tagelangen Vergewaltigung eines fünfjährigen Mädchens in der indischen Hauptstadt Neu Delhi ist ein Verdächtiger gefasst worden. Die Polizei nahm einen 22 Jahre alten Fabrikarbeiter im Bundesstaat Bihar im Osten des Landes fest, wie ein Sprecher mitteilte. Bei dem mutmaßlichen Täter soll es sich um den Nachbarn des Mädchens handeln. Ihm werden Vergewaltigung, versuchter Mord und illegale Freiheitsberaubung vorgeworfen.
Das Mädchen war von ihrem Peiniger nach Angaben der Polizei entführt, zwei Tage lang ohne Nahrung festgehalten und mehrfach missbraucht worden. Die Kleine war am Montag in Neu Delhi im Stadtteil Gandhi Nagar verschwunden, zwei Tage später hörte ein Passant die Schreie des Kindes aus einer anderen Wohnung im Haus ihrer Eltern.
Der Zustand des schwer verletzten Kindes habe sich inzwischen stabilisiert, teilten die behandelnden Ärzte mit. Der Chef des behandelnden Krankenhauses sprach von einer "barbarischen sexuellen Tat". Mehrere Gegenstände seien aus dem Körper des Mädchens entfernt worden. Auch legten die Verletzungen nahe, dass der Vergewaltiger versucht habe, die Fünfjährige zu erwürgen.
"Tat eines Monsters"
"Es ist die Tat eines Monsters", sagte der Polizeibeamte Ravindar Kumar. Zahlreiche Zeitungen brachten die Nachricht der Gewalttat auf ihren Titelseiten. Premierminister Manmohan Singh äußerte sich "zutiefst verstört" über die Tat, die er einen "beschämenden Vorfall" nannte. Er rief die Gesellschaft auf, gegen solche Verbrechen vorzugehen.
Vor dem Hospital demonstrierten am Freitag Familienmitglieder, Nachbarn und Aktivisten gegen die Untätigkeit von Polizei und Behörden.
Der Vater des Mädchens hatte die Polizei beschuldigt, seine Familie bestechen zu wollen. Ihnen seien 2000 Rupien (etwa 28 Euro) angeboten worden, wenn sie "ruhig bleiben". Die Polizei sei nach dem Verschwinden informiert worden, doch habe sie zunächst nichts unternommen, hieß es.
In den vergangenen Monaten war Indien wegen Vergewaltigungen und anderen sexuellen Übergriffen weltweit in die Schlagzeilen geraten. Im März war eine Schweizer Touristin vor den Augen ihres Partners vergewaltigt worden. Im Dezember war eine 23-jährige Inderin nach einer Gruppenvergewaltigung gestorben.