Panorama

Kein Alkohol mehr in Bussen und Bahnen? Polizeigewerkschaft prescht vor

Auch wenn Bundesverkehrsminister Ramsauer nichts davon wissen will: Die Polizeigewerkschaft setzt auf ein generelles Alkoholverbot im öffentlichen Nahverkehr. Regionale Tests hätten gezeigt, dass viele Fahrgäste sich dann sicherer fühlten.

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Im Hamburger Hauptbahnhof.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Gewerkschaft der Polizei unterstützt die Debatte um ein generelles Alkoholverbot für den öffentlichen Nahverkehr. "In Bussen und Bahnen sollte kein Alkohol mehr konsumiert werden dürfen", sagte GdP-Chef Oliver Malchow der "Rheinischen Post". Für stark alkoholisierte Fahrgäste müsse es ein Beförderungsverbot geben. Erste Erfahrungen in Hamburg zeigten, dass die Lage nicht nur für die Polizei, sondern vor allem für die anderen Fahrgäste deutlich besser werde.

Unlängst hatte der Verein Allianz pro Schiene eine Umfrage veröffentlicht, nach der sich drei Viertel der Fahrgäste ebenfalls für ein Alkoholverbot in Bussen und Bahnen ausgesprochen haben. Hinzu komme, dass sich viele Menschen an Bahnhöfen in Deutschland unsicher fühlten.

Da viele Menschen Busse und Bahnen aus Angst vor pöbelnden Betrunkenen mieden, wäre ein Verbot nach Malchows Meinung ein Beitrag für einen attraktiveren Nahverkehr. "Alkohol senkt die Hemmschwelle und führt dann zu Gewalt", sagte er der Zeitung.

Ramsauer gegen Neuregelung

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer lehnte bislang ein allgemeines Alkoholverbot in Zügen ab. "Ein generelles Alkoholverbot im öffentlichen Personenverkehr löst die Probleme nicht", so der CSU-Politiker. "Personell, finanziell und rechtlich wäre ein flächendeckendes Alkoholverbot nicht durchsetzbar", sagte Ramsauer. Verkehrsunternehmen könnten jedoch gezielt strengere Regeln über ihr Hausrecht verankern.

Pro Bahn, die Allianz und der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft, ließ auch erfragen, welche Lösungen die Reisenden wünschen: 79 Prozent wollen mehr Video-Überwachung und mehr Personal in Uniform im Fahrzeug, 68 Prozent mehr Sicherheitspersonal. Die Auftraggeber der Umfrage forderten zudem "Sicherheitspartnerschaften" von Bund, Ländern, Kommunen, Verkehrsverbünden, Unternehmen und Organisatoren von Großveranstaltungen.

Quelle: ntv.de, dpa