Panorama

Fall Natascha KampuschPriklopil-Freund freigesprochen

30.08.2010, 12:31 Uhr
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Ernst H. nahm Priklopil eine "Lebensbeichte" ab. (Foto: AP)

Ernst H. ist wohl der letzte Mensch, dem sich der Entführer von Natascha Kampusch, Wolfgang Priklopil, offenbarte. Und zwar während einer Autofahrt kurz vor Priklopils Suizid. Bei einer Flucht helfen wollte er ihm nicht. Ein Gericht spricht ihn von diesem Vorwurf frei.

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Priklopil warf sich nach der Flucht seiner Geisel vor einen Zug. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Der beste Freund des Entführers von Natascha Kampusch ist von dem Vorwurf freigesprochen worden, dem Täter auf der Flucht vor der Polizei geholfen zu haben. Ernst H. musste sich vor einem Gericht in Wien verantworten, weil er am Tag von Kampuschs Flucht mit deren Peiniger Wolfgang Priklopil mehrere Stunden gemeinsam Auto gefahren war. Allerdings sah es die Richterin Minou Aigner nicht als erwiesen an, dass H. seinen Freund durch die Autofahrt vor dem Zugriff der Polizei bewahren wollte. Diesen Vorwurf hatte die Staatsanwaltschaft erhoben. Priklopil habe offenbar nicht vorgehabt zu fliehen, sondern noch eine Aussprache gesucht, urteilte die Richterin.

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Natascha Kampusch machte ein Martyrium durch. (Foto: picture alliance / dpa)

Priklopil hatte am 23. August 2006 seinen Freund verständigt, nachdem Natascha Kampusch nach achteinhalb Jahren Gefangenschaft geflohen war. Gemeinsam fuhren die beiden Männer in dem Auto von H. mehrere Stunden durch Wien. Dabei soll der Entführer gegenüber seinem Freund eine Art "Lebensbeichte" abgelegt haben. Am Abend beging Priklopil Selbstmord.

Kampusch war 1998 als Zehnjährige auf dem Schulweg entführt worden. Nach achteinhalb Jahren Gefangenschaft in einem Keller konnte sie am 23. August 2006 aus dem Haus ihres Peinigers fliehen.

Quelle: AFP