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Morde des Ku-Klux-KlanProzess gegen Prediger

13.06.2005, 19:18 Uhr

Vier Jahrzehnte nach einem Aufsehen erregenden Dreifachmord des rassistischen Geheimbundes Ku-Klux-Klan im US- Bundesstaat Mississippi muss sich einer der mutmaßlichen Drahtzieher vor Gericht verantworten.

Vier Jahrzehnte nach einem Aufsehen erregenden Dreifachmord des rassistischen Geheimbundes Ku-Klux-Klan im US- Bundesstaat Mississippi muss sich einer der mutmaßlichen Drahtzieher vor Gericht verantworten. Am Montag habe in Philadelphia die Auswahl der Jury für den Prozess gegen den 80-jährigen Laienprediger Edgar Killen wegen des Mordes an drei jungen Bürgerrechtlern vom 21. Juni 1964 begonnen, berichtete der US-Gerichtssender Court TV. Obwohl das Bundeskriminalamt FBI nach der Tat genug Beweise zusammengetragen habe, einschließlich der Geständnisse von drei Tatbeteiligten, sei niemand wegen Mordes angeklagt worden.

Die Bluttat war ein Wendepunkt in der US-Bürgerrechtsbewegung und wurde durch den Film "Mississippi Burning" von 1988 weltweit bekannt. Es ist zugleich einer der letzten Fälle aus der Zeit der Bürgerrechtsbewegungen, die neu aufgerollt werden. Seit 1989 sind bei neuen Prozessen von 29 Angeklagten 21 verurteilt worden.

Killen, der seit einem Unfall im Rollstuhl sitzt, hat sowohl seine Mitgliedschaft im Ku-Klux-Klan als auch jede Tatbeteiligung bestritten. Zugleich bekundete er öffentlich seine Sympathie mit den Mördern. "Ich sage nicht, dass sie etwas falsch gemacht haben", sagte Killen der Tageszeitung "Jackson Clarion-Ledger".

Am 21. Juni 1964 wurden drei 20 bis 24 Jahre alte Bürgerrechtler, die auf dem Weg zu einer von Klan-Mitgliedern niedergebrannten Kirche waren, vorläufig wegen Raserei und "verdächtigen Verhaltens" festgenommen. Den Angaben zufolge wurden die drei Männer nach ihrer Freilassung aus dem Gefängnis gegen 22.30 Uhr einem Mob des Ku-Klux- Klan übergeben. Sie wurden danach auf einer Landstraße bei Philadelphia erschossen und ihre Leichen vergraben.

Obwohl die Ermittler später drei Mitverschwörer ausfindig gemacht hätten, sei niemand wegen Mordes angeklagt worden, heißt es bei Court TV. Nach Angaben des n-tv Partnersenders CNN wurde 1967 lediglich ein Prozess wegen Verletzung von Bürgerrechten eröffnet. Damals seien sieben Personen zu geringen Haftstrafen verurteilt worden. Acht weitere Angeklagte, darunter auch Killen, hätten das Gericht als freie Leute verlassen können. Keine Jury und kein Richter hätte es vor vier Jahrzehnten gewagt, ein Mitglied des Ku-Klux-Klans zu verurteilen, heißt es.

US-Senat: "Entschuldigung im Geiste wahrer Reue"

Der US-Senat will sich indes für seine Tatenlosigkeit während der Zeit der Lynchjustiz in den USA entschuldigen. Die Entschuldigung erfolge im Geiste wahrer Reue und solle zur Versöhnung beitragen, heißt es in einer Resolution, die in Washington verabschiedet werden sollte. Darin drückt der Senat auch sein Bedauern aus, dass er kein Gesetz gegen die Lynchjustiz verabschiedet habe.

In der Zeit zwischen 1882 und 1968 sind nach Angaben des Senats mehr als 4.700 Menschen Lynchmorden zum Opfer gefallen. Sieben US- Präsidenten hätten während der Zeit von 1890 bis 1952 den Kongress aufgefordert, das Lynchen zu beenden.