Panorama

Gesamtvermögen eingefroren Razzia gegen Hells Angels

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In Deutschland können die Hells Angels mehrere tausend Mitglieder mobilisieren. Foto: Hells Angels 2008 in Münster.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Bei einer neuen Razzia gegen den Rockerclub Hells Angels haben Polizei und Spezialeinheiten im Großraum Köln 22 Wohnungen und Firmen durchsucht. Dem Chef der Hells Angels in Köln und weiteren Führungsmitgliedern werden Erpressung, Menschenhandel, Körperverletzung, schwere Brandstiftung, Waffendelikte und bandenmäßig begangene Steuerhinterziehung vorgeworfen.

Gegenstand der fast einjährigen Ermittlungen ist der Kölner Straßenstrich, den die Verdächtigen kontrolliert haben sollen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten.

"Höllen-Engel" unter Verdacht

Mindestens sechs Männer werden verdächtigt, an dem Geschäft und den Gewinnen aus dem sogenannten Wohnwagenstrich im Kölner Süden illegal beteiligt gewesen zu sein. Es müsse noch geklärt werden, in wie vielen Fällen die Tatverdächtigen Frauen zur Prostitution zwangen und ihnen unter Drohungen ihre Einkünfte wegnahmen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Vermögen eingefroren

Die Beamten hatten am Morgen gegen 10.00 Uhr in Köln und angrenzenden Kommunen insgesamt 22 Objekte durchsucht. Unterlagen, Bargeld, Schusswaffen, Morgenstern, Stahlruten und diverse Messer wurden sichergestellt. "Das gesamte Vermögen wurde eingefroren", sagte Staatsanwalt Tino Seesko. Allein der Steuerschaden - die Einkünfte aus dem lukrativen Geschäft wurden nicht versteuert - beläuft sich auf mehrere hunderttausend Euro.

Eine Prostituierte war von einem 29-Jährigen zusammengeschlagen worden, weil sie in einem "Fremdwohnwagen" ihrer Tätigkeit nachging. Dieser Wohnwagen wurde später angezündet. Neben dem 29-Jährigen stehen fünf weitere Männer im Alter von 30 bis 63 Jahren im Verdacht, den Straßenstrich kontrolliert zu haben. Mindestens drei von ihnen gehören zu den Kölner Hells Angels, unter ihnen ist auch der Chef des Rockerclubs. Bei den Ermittlungen arbeiten Steuerfahndung, das Kommissariat zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität und die Staatsanwaltschaft zusammen.

Militärisch organisiert

Die Hells Angels, 1948 in Kalifornien gegründet, sind militärisch straff organisiert und gelten als mächtigster Rockerclub der Welt. In Deutschland können sie nach Ermittler-Schätzungen mehrere tausend Mitglieder mobilisieren. Mit der rivalisierenden Rockergruppe Bandidos liefern sie sich immer wieder gewaltsame Auseinandersetzungen, bei denen es um Marktanteile in Prostitution und Drogenhandel gehen soll.

Quelle: n-tv.de, dpa