Kreuzfahrten im Golf von AdenReedereien routen nicht um
Kreuzfahrtreedereien lassen sich von der Piraterie nicht abschrecken. Trotz der Überfälle am Horn von Afrika stehen die Planungen für den Winter 2009/10 für dieses Fahrtgebiet.
Trotz der Piratenüberfälle auf Schiffe im Golf von Aden in jüngster Zeit werden mehrere Kreuzfahrtreedereien auch künftig keinen Bogen um dieses Fahrtgebiet machen.
In den Planungen für den Winter 2009/10 seien Passagen durch dieses Gewässer weiterhin vorgesehen, so Vertreter der Anbieter Phoenix Reisen, Transocean Tours und Costa Kreuzfahrten.
Am 4. Dezember hatte das Kommando der Einsatzführung der Bundeswehr bestätigt, wonach im Golf von Aden in einiger Entfernung zum Transocean-Schiff "Astor" zwei verdächtige Boote gesehen wurden. Eine Fregatte der Bundesmarine habe sich daraufhin zwischen die "Astor" und diese Boote manövriert. Es sei aber unklar, ob es sich um Fischer- oder Piratenboote gehandelt hat, teilte Transocean in Bremen mit.
Die "Astor" war auf dem Weg von der Sinai-Halbinsel nach Dubai. Auch im Winter 2009/10 seien Fahrten durch dieses Seegebiet bei Transocean geplant, sagte Unternehmenssprecher John Will. Die Fahrt durch den international überwachten Seekorridor im Golf von Aden werde von dem Anbieter weiterhin als sicher eingestuft.
Änderungen der Reisrouten kein Thema
Änderungen an geplanten Reiserouten seien derzeit weder kurz- noch langfristig ein Thema, erklärte auch Phoenix-Geschäftsführer Benjamin Krumpen in Bonn. Das Unternehmen habe sein Programm bereits bis zur Saison 2010/11 fertig, und auch in den beiden kommenden Wintern seien Fahrten durch Suezkanal, Rotes Meer und Golf von Aden vorgesehen. Als nächste Phoenix-Schiffe sollen die "Albatros" im Januar und die "Amadea" im März 2009 dort unterwegs sein. Man hoffe allerdings, dass sich die Lage in der Region bis dahin beruhige, sagte Krumpen.
In den vergangenen Wochen war es wiederholt zu Piratenüberfällen auf Schiffe im Golf von Aden und vor der Küste Somalias gekommen. In der Region hielten sich auch Kreuzfahrtschiffe auf. Nach Angaben eines Sprechers von Costa Kreuzfahrten im hessischen Alsbach war die "Costa Victoria" in Aden zu Gast, die "Costa Classica" soll dort am 12. Dezember anlegen. Beide Schiffe sind ebenfalls auf dem Weg nach Dubai. Dieses beliebte Kreuzfahrtziel im Persischen Golf werde es bei Costa auch im Winter 2009/10 sicherlich geben.
Aida äußert sich zurückhaltend
Zurückhaltend äußerte sich Aida Cruises, der Seereisen-Marktführer in Deutschland. "Wir unternehmen alles Erdenkliche, um die Sicherheit von Gästen, Crew und unseren Schiffen zu gewährleisten", sagte Aida-Sprecher Hansjörg Kunze in Rostock. Ob dies auch Überlegungen zu Routenänderungen in der Zukunft einschließt, ließ er dabei offen.
Als Alternative zum Suezkanal und zum Golf von Aden komme für die Kreuzfahrtschiffe auf dem Weg zwischen dem Mittelmeer und asiatischen Gewässern nur eine komplette Umrundung Afrikas infrage. Eine solche Route um das Kap der Guten Hoffnung würde allerdings rund 30 Tage länger dauern als die Abkürzung durch das Rote Meer, sagte Krumpen.