Panorama

Live-Talk mit Thomas Rabe "Reinhard Mohn - Ein Jahrhundertunternehmer"

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Mohn und seine neue Biografie sind am Abend Thema auf dem Blauen Sofa.

(Foto: Bertelsmann SE & Co. KGaA)

Reinhard Mohn gilt als einer der bedeutendsten deutschen Unternehmer. Heute beschäftigt der Bertelsmann-Konzern weltweit mehr als 120.000 Mitarbeiter. Über die Biografie Mohns, der vieles anders machte als in seiner Zeit üblich, sprechen Bertelsmann-Chef Rabe, Moderatorin Fried und Autor Scholtyseck.

Reinhard Mohn gilt als einer der bedeutendsten deutschen Unternehmer des 20. Jahrhunderts. Anlässlich seines 100. Geburtstags erscheint das neue Buch "Reinhard Mohn - Ein Jahrhundertunternehmer". Am Abend spricht Autor Joachim Scholtyseck mit Bertelsmann-Chef Thomas Rabe und Moderatorin Amelie Fried auf dem Blauen Sofa in Gütersloh über den Menschen und Unternehmer Mohn. Woher stammte sein Wertegerüst, woher sein unternehmerischer Mut? An welche seiner Ideen kann man heute noch anknüpfen? ntv.de überträgt das Blaue Sofa live ab 19 Uhr aus dem Theater Gütersloh.

Reinhard Mohn wurde am 29. Juni 1921 in Gütersloh geboren und repräsentierte die fünfte Generation der Eigentümerfamilien Bertelsmann/Mohn. Nach der Rückkehr aus US-amerikanischer Kriegsgefangenschaft übernahm er 1947 die Geschäfte des mittelständischen Druck- und Verlagshauses C. Bertelsmann von seinem Vater Heinrich Mohn. Er starb am 3. Oktober 2009 im Alter von 88 Jahren, prägt aber bis heute die Unternehmenswerte, die Führungsphilosophie und das unternehmerische Wirken von Bertelsmann.

"Unternehmer des Jahrhunderts"

Mit der Gründung des Leserings sowie der Expansion in weitere Geschäftsbereiche und Märkte legte er in den nachfolgenden Jahrzehnten die Basis für den Aufstieg von Bertelsmann zu einem Weltkonzern mit heute mehr als 120.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 50 Ländern. 1977 rief Mohn die Bertelsmann Stiftung ins Leben, die sich der Förderung einer demokratischen Bürgergesellschaft widmet und heute als bedeutendste unter den deutschen Stiftungen gilt.

"Reinhard Mohn war eine der großen deutschen und europäischen Unternehmerfiguren", fasst Joachim Scholtyseck das Ergebnis seiner Forschungen über Mohn zusammen. "Dabei weist er mehrere Alleinstellungsmerkmale auf, die ihn von anderen Unternehmerinnen und Unternehmern abheben: Die Delegation von Verantwortung, die es damals so in anderen Unternehmen noch nicht gab. Seine Haltung zu Mitbestimmung, Partizipation und Wertewandel, in der er ein Vordenker war. Und schließlich die Einsicht, dass die Verantwortung eines Unternehmers weit über sein Unternehmen hinaus in die Gesellschaft hineinragt." Mit diesen Merkmalen habe sich Mohn tatsächlich den Titel eines "Unternehmers des Jahrhunderts" verdient, den die Wochenzeitung "Die Zeit" ihm schon 1998 zugebilligt habe.

"Er wollte Versöhnung"

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Reinhard Mohn mit Willy Brandt bei einer Führung durch den Betrieb im Jahr 1961.

(Foto: Bertelsmann SE & Co. KGaA)

Über Mohns besondere Beziehung zu Israel sagt Scholtyseck: "Wirtschaftliche Interessen standen für Reinhard Mohn dort nie im Vordergrund. Er wollte Versöhnung. Es ging ihm darum, als deutscher Unternehmer und Bürger Verantwortung nach dem Holocaust zu übernehmen. Dabei sind viele persönliche Freundschaften über alle parteilichen und ideologischen Grenzen hinweg entstanden."

Zum Auftakt des Jubiläumsjahres erscheint im C. Bertelsmann Verlag ein rund 200 Seiten umfassendes Porträt mit dem Titel "Reinhard Mohn - Ein Jahrhundertunternehmer". Darin ordnet der Geschichtswissenschaftler Prof. Dr. Joachim Scholtyseck das Lebenswerk Reinhard Mohns historisch ein. Der biografische Text wird ergänzt durch viele persönliche Dokumente, darunter Briefe und Reisenotizen sowie bisher unveröffentlichte Fotos zur unternehmerischen und stifterischen Tätigkeit Mohns. Scholtyseck ist seit 2001 Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Er ist unter anderem Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des Hauses der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland sowie der Otto-von-Bismarck-Stiftung.

"Das Blaue Sofa" ist das gemeinsame Autorenforum von Bertelsmann, ZDF, Deutschlandfunk Kultur und 3sat. Auf den Buchmessen in Frankfurt und Leipzig ist es zur festen Institution geworden. 2005 feierte "Das Blaue Sofa" in Berlin Premiere. 2011 eröffnete das Frankfurter Lesefest "Open Books" erstmalig mit einer Autorengala des Blauen Sofas. Seit der Frankfurter Buchmesse 2000 fanden mehr als 3000 Autorengespräche auf dem Blauen Sofa statt. Unter den Autorinnen und Autoren waren die Nobelpreisträger Swetlana Alexijewitsch, Michail Gorbatschow, Günter Grass, Herta Müller, Christiane Nüsslein-Volhard, Orhan Pamuk, Joseph Stiglitz, Olga Tokarczuk, Mario Vargas Llosa und Mo Yan.

Quelle: ntv.de, ntv

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