Panorama

Sieben Jahre Sex-SklavinRussisches Model durchlebt Hölle

23.02.2018, 18:05 Uhr
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Jede dritte Frau in Europa hat laut der Europäischen Union sexuelle Gewalt erlebt. (Foto: imago stock&people)

Ein Geschäftsmann hält ein ehemaliges russisches Model jahrelang als Sklavin. Er misshandelt und vergewaltigt sie beinahe täglich. Sie schafft es, zu fliehen. Doch all die Jahre haben sie gezeichnet - und sicher fühlt sie sich noch immer nicht.

Eine junge Frau mit langen braunen Haaren und markanten dunkelgrünen Augen - mal blickt sie lächelnd in die Kamera, mal schaut sie verführerisch in die Ferne. So sieht das Model Natasha Serebriy aus Russland auf früheren Fotos aus. Sieben Jahre später ist sie eine andere Frau. Abgemagert, sogar das Lächeln scheint ihr schwerzufallen. Grund dafür ist ihr ehemaliger Freund Vyacheslav R., der sie über Jahre hinweg psychisch und physisch misshandelt haben soll. Der 25-jährigen Frau gelingt die Flucht, doch noch immer lebt sie mit der Angst.

Im Alter von 18 Jahren lernt Natasha Serebriy den russischen Geschäftsmann Vyacheslav R. kennen. Wie die britische "Dailymail" berichtet, verläuft die Beziehung in den ersten Wochen normal. Er schenkt ihr die Anerkennung und Achtung, die sie so sehr sucht. Doch dann beginnt die Tortur. Er schlägt sie, will sie aus ihrem sozialen Kreis isolieren. "Am Anfang liebte ich ihn und wollte besser werden, um ihn zufriedenzustellen", zitiert die britische "Dailymail" das ehemalige Model. Dieses Denken nutzt er aus. Er wirft ihr vor, dass sie an allem Schuld sei und er sie neu erziehen müsse.

Misshandlungen und Vergewaltigungen prägen von nun an die Beziehung. Nach zwei Jahren kommt das erste gemeinsame Kind auf die Welt, ein Mädchen. Als sie kurz nach der Geburt das Kind stillen will, attackiert er sie erneut. "Weil ich ihm nicht den gebührenden Respekt entgegengebracht habe", erinnert sie sich. Knapp zwei Jahre später folgt das zweite Kind, wieder ein Mädchen.

Er übernimmt die Kontrolle in ihrem Leben

In all den Jahren isoliert er sie von Familie und Freunden. Sie verliert immer mehr Gewicht, wird mager. Der Kontakt zu Außenstehenden ist ihr verboten. In der Öffentlichkeit muss sie seine Hand halten. Nicht aus Liebe, sondern aus Zwang. "Ich hatte keine Möglichkeit zu fliehen. Er nahm mir auch alle meine Dokumente", berichtet Serebriy. Er verbietet ihr sogar, Verhütungsmittel zu benutzen.

Die Möglichkeit zu fliehen, bietet sich erst, als sie im Krankenhaus liegt. Die Kinder darf sie dorthin nicht mitnehmen. Als sie den Angestellten im Krankenhaus von ihrem Leid berichtet, beschließen sie, ihr zu helfen. Die Klinik bittet den gewalttätigen Freund samt den Kindern in die Klinik. Unter einem Vorwand lotsen sie ihn in eine andere Abteilung. Das Personal stellt der Russin in der Zwischenzeit einen Fluchtwagen bereit. Sie nutzt die Gelegenheit und flieht mit den Kindern.

Seitdem lebt sie in einem Frauenhaus. Von Vyacheslav R. fehlt jede Spur. Die mittlerweile anorektische Frau lebt immer noch in Angst. Angst, dass plötzlich ihr Peiniger vor ihrer Tür stehen könnte. Zurzeit betreut ein Sozialarbeiter die Familie. Er glaubt, dass Natasha glücklich sein könne, am Leben zu sein. "Er ist ein Tyrann, der ihr viel Leid angetan hat."

Quelle: ftö

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