Panorama

Siebeneinhalb JahreSabrina A.s Familie verzweifelt

19.07.2008, 13:57 Uhr

Nach der Verurteilung der Deutschen Sabrina A. wegen Drogenschmuggels in der Türkei zu einer Haftstrafe von siebeneinhalb Jahren strebt die Familie der jungen Frau en Berufungsverfahren an.

Nach der Verurteilung der Deutschen Sabrina A. wegen Drogenschmuggels in der Türkei zu einer Haftstrafe von siebeneinhalb Jahren soll das Verfahren in die Berufung gehen. Die Familie wolle Widerspruch einlegen, weil sie an die Unschuld ihrer Tochter glaube, sagte ihre Mutter, Ursula Mittendorf, der dpa in Istanbul. "Damit haben wir nicht gerechnet. Uns wurde gesagt, dass wir sie mit nach Hause nehmen können." Ein Gericht in Izmir hatte die 20-jährige Duisburgerin am Freitag für schuldig befunden, an einem versuchten Schmuggel von Heroin aus Antalya nach Deutschland beteiligt gewesen zu sein.

Die hohe Haftstrafe kam für die Beteiligten überraschend, weil ein Richter in Izmir im Verlaufe des Verfahrens angeboten hatte, Sabrina gegen eine Kaution von 20.000 Türkischen Lira (etwa 10.500 Euro) und ein Ausreiseverbot auf freien Fuß zu setzen. Die Familie konnte das Geld aber zunächst nicht aufbringen. In diesem Zusammenhang kritisierte Sabrinas deutscher Anwalt Hans Reinhard die Arbeit des türkischen Verteidigers. Reinhard teilte mit, er habe schon vor zwei Wochen das Geld für die Kaution mit Hilfe zweier Spender zusammengehabt. Dann aber habe der türkische Anwalt die Übergabe der Kaution blockiert. "Dies ist ein krasses Versagen des türkischen Anwaltes", sagte Reinhard demnach. "Das hätte jeder Pflichtverteidiger besser gemacht."

Fünf Kilo Heroin im Koffer

Die 20-jährige Duisburgerin war im Juli 2007 auf dem Weg zum Flughafen in Antalya zusammen mit einem türkischen Hauptverdächtigen und einem Taxifahrer festgenommen worden. Polizisten fanden in dem Taxi einen Koffer mit fünf Kilogramm Heroin. Sabrina hatte in der Untersuchungshaft später einen Sohn geboren.

Die Deutsche hat die Vorwürfe der Anklage abgestritten. Sie habe nicht gewusst, dass sich in einem Koffer, den sie mit nach Deutschland nehmen wollte, Heroin befand. Das Gepäckstück habe sie aus Hilfsbereitschaft für einen Türken mitnehmen wollen, den sie im Hotel kennengelernt hatte. Sie habe kein Geld dafür erhalten. Ein Freund von Sabrina, der im vergangenen Jahr mit ihr in der Türkei war, hatte als Zeuge ihre Version bestätigt.