Ärger mit Behörden? 115!Schnelle bürokratische Hilfe
Bei Ärger mit Behörden und Ämtern sollen Bürger künftig über eine bundesweit einheitliche "Notruf-Nummer" Hilfe erhalten. Im Gespräch ist die 115 als deutschlandweite Behörden-Nummer.
Bei Ärger mit Behörden und Ämtern sollen Bürger künftig über eine bundesweit einheitliche "Notruf-Nummer" Hilfe erhalten. Im Gespräch ist die 115 als deutschlandweite Behörden-Nummer, unter der rund um die Uhr beraten werden soll.
Eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums bestätigte am Montag in Berlin, dass es entsprechende Vorschläge gebe. Bund, Länder und Kommunen würden ein solches Projekt beraten. Details nannte sie nicht. Am Rande des "ersten nationalen IT-Gipfels" in Potsdam hieß es, dass es sich eher um ein mittelfristiges Vorhaben handele.
Vorbild ist der Bürgerservice in New York. In der US-Metropole meldet sich unter der Telefonnummer 311 innerhalb weniger Sekunden rund um die Uhr ein Ansprechpartner, der sich um Anliegen kümmert. Ziel der deutschen Projektplaner ist, Anfragen an Verwaltungen über eine einheitliche Nummer und Telefonzentrale zu erleichtern. Diese solle nicht nur Anfragen weiter leiten, sondern qualifiziert Auskunft geben. Damit dies gelingt, müssten alle Behörden von Bund, Ländern und Kommunen technisch miteinander vernetzt werden.
In Deutschland gibt es bisher schon Notrufnummern wie die 110 für die Polizei, die 112 für die Feuerwehr sowie den für Kredit- und EC-Karten eingeführten Sperr-Notruf 116116. Die jetzt diskutierte Notrufnummer 115 gab es bereits in der DDR für die "Schnelle Medizinische Hilfe" (SMH). Sie wurde nach der Wende abgeschafft. Der geplante neue Service dürfte dem Vernehmen nach aber erst in zwei bis drei Jahren bundesweit störungsfrei funktionieren.
Für das Projekt zuständig ist das "Institut für Interdisziplinäre Studien zu Politik, Recht, Administration und Technologie" (ISPRAT), das die bundesweite Notruf-Nummer 115 vorgeschlagen hat. In einem Papier des Instituts heißt es, die öffentliche Verwaltung in Deutschland sei aus Sicht der Bürger und der Wirtschaft stark zersplittert. Zuständigkeiten seien über verschiedene Behörden verteilt, einheitliche Ansprechpartner seien nicht vorhanden.
Ein Ansatz zur Lösung dieser Probleme sei die in den USA in einigen Großstädten eingeführte einheitliche Rufnummer 311 für die öffentliche Verwaltung, am konsequentesten wohl in New York. Die Rufnummer 311 bilde dort eine "einheitliche Plattform für den Zugang von Bürgern und Wirtschaft zur Verwaltung, zur Integration von Verwaltungsdienstleistungen und zur Steuerung von Ressourcen der Stadt". Betrieben werden könnte die 115-Notrufnummer durch einen öffentlichen IT-Dienstleister, in Kooperation mit privaten Unternehmen oder gänzlich ohne öffentliche Beteiligung.