Panorama
Donnerstag, 08. November 2007

Sturmflut an der Nordsee: Seegang von 8,50 Metern

Im Bereich der ostfriesischen Inseln könnten die Wasserstände nach Angaben des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz am Freitagvormittag mehr als zwei Meter über dem mittleren Hochwasser auflaufen. Die Experten gehen zudem von einem Seegang von 8,50 Metern nördlich der Insel Norderney aus. Erwartet wurden Orkanböen mit Spitzengeschwindigkeiten bis zu 115 Stundenkilometern. In den Niederlanden wurde erwogen, den Rotterdamer Hafen am Donnerstagabend zu schließen.

Meteorologen warnten vor ersten Orkanböen bereits nach Mitternacht. Dabei seien auch Schäden nicht auszuschließen. Im Hamburger Stadtteil St. Pauli wurden um 4.07 Uhr Wasserstände von 1,5 bis 2,5 Metern über dem mittleren Hochwasser erwartet. Durch die starken Nordwest-Winde könnte die Sturmflut im Tagesverlauf noch zunehmen.

Bei einer der schwersten Sturmfluten der vergangenen hundert Jahre waren im November 2006 Dünen auf den ostfriesischen Inseln abgebrochen. Auf dem Festland hingegen hielten sich die Schäden in Grenzen. Das Emssperrwerk bei Emden war geschlossen und so eine Überflutung des Hinterlandes verhindert worden. Experten hatten damals 40 Kilometer nördlich von Borkum Rekordwellen bis zu 17 Meter Höhe beobachtet.

Bei einer Schließung des Rotterdamer Hafens sollte der Schiffsverkehr am Donnerstagabend von 21.00 Uhr an eingestellt werden, teilten die Behörden mit. Erwogen wurde auch, die bewegliche riesige Schutzwand in den Fahrweg zwischen Hoek van Holland und Rotterdam zu steuern. Das war den Angaben zufolge vom Wasserstand abhängig.

Die Behörden riefen außerdem dazu auf, die Deiche zu beobachten. Das vom Sturm an die Küste gedrückte Wasser sollte den Vorhersagen zufolge den höchsten Stand seit 30 Jahren erreichen. In der südwestlichen Provinz Zeeland begann die Deichbeobachtung bereits am Donnerstagnachmittag. Der Wetterdienst rechnete in den Niederlanden mit Windstärke 9, gab jedoch keine besonderen Warnungen heraus.

Quelle: n-tv.de