Tödliche Festnahme in Bad KrozingenSexualverbrecher schießt sich in Kopf

Nach einer europaweiten Fahndung stellen Polizisten einen Sexualverbrecher. Beim Versuch ihn festzunehmen, kommt es zum Schusswechsel. Der 34-Jährige geht in die Knie und erschießt sich vor den Augen der Beamten.
Ein gesuchter Sexualverbrecher hat sich in Baden-Württemberg nach einem Schusswechsel mit der Polizei umgebracht. Polizisten hatten den Mann in Bad Krozingen in der Nähe von Freiburg aufgespürt. Der 34-Jährige und die Beamten gaben nach Angaben der Polizei mehrere Schüsse ab. Dann sei er in die Knie gegangen und habe sich in den Kopf geschossen.
Polizei und Staatsanwaltschaft wollen bei einer Pressekonferenz über das Geschehen informieren. Nach dem 34-Jährigen war europaweit gefahndet worden. Er soll vor rund zweieinhalb Wochen im nahe gelegenen Müllheim (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) eine Schülerin schwer sexuell missbraucht haben. Er hatte das Mädchen in sein Auto gezerrt und etwa eine Stunde lang in seiner Gewalt gehalten.
Polizisten schießen meist aus Notwehr
Polizisten in Deutschland haben im vergangenen Jahr 8 Menschen mit ihrer Dienstwaffe erschossen und 20 durch Kugeln verletzt. In insgesamt 36 Fällen und damit exakt so oft wie 2011 haben die Beamten gezielt auf Menschen geschossen. Weil sie nicht immer trafen, gab es weniger Opfer als Vorfälle. Diese Zahlen gehen aus Statistiken im Auftrag der Innenministerkonferenz (IMK) hervor.
Rein rechnerisch ergibt sich aus den Zahlen wie in den Vorjahren auch, dass die Polizei hierzulande jeden zehnten Tag ein Menschenleben mit Schüssen gefährdet. Fast immer ist Notwehr der Auslöser - dieses Bild zieht sich ohne Ausreißer durch die gesamten vergangenen Jahre.
Von den 36 Fällen 2012 ereigneten sich 35, um lebensbedrohliche Situationen abzuwenden. Alle acht Todesopfer seien in diesem Zusammenhang gestorben. Im 36. Fall wollte die Polizei die Flucht eines Schwerverbrechers mit der Dienstwaffe vereiteln, dabei gab es einen Verletzten.
In 54 Fällen feuerten Polizisten vergangenes Jahr Warnschüsse ab und in 14 Fällen schossen sie auf Gegenstände - etwa Türen oder Reifen. Seit 1998 gab es 656 Ernstfälle, in denen Polizisten auf Menschen zielten und auch abdrückten. Dabei starben 109 Menschen.