Panorama

Obszönes Foto bei Sex-Club-Brand Skandal erschüttert Düsseldorfer Feuerwehr

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"Das ist schockierend und beschämend", sagte Feuerwehrchef David von der Lieth.

(Foto: picture alliance/dpa)

Sexistische Beleidigungen auf dem Helm, rassistische Äußerungen in internen Chats und obszöne Fotos im Dienst: Bei der Düsseldorfer Feuerwehr sorgen Vorwürfe einer offenbar heftig gemobbten Beamtin für große Aufregung - mit mutmaßlich gravierenden Folgen für drei männliche Mitarbeiter.

Belästigung, Rassismus, Mobbing: Bei der Düsseldorfer Feuerwehr werden schwerwiegende Vorwürfe bekannt. Drei Mitarbeiter müssen nun mit Konsequenzen rechnen. Den Vorwürfen zufolge soll eine Kollegin sexuell belästigt und beleidigt worden sein. Auf ihren Helm wurde eine obszöne Beleidigung gekritzelt. Die Leitung erstattete deswegen zusätzlich auch Strafanzeige gegen unbekannt. "Das ist schockierend und beschämend", sagte Feuerwehrchef David von der Lieth. "Ich habe mich bei der betroffenen Mitarbeiterin entschuldigt." Einer der drei betroffenen Männer wurde wegen des Verdachts der Belästigung bereits freigestellt.

Zudem sollen in einer internen Chat-Gruppe von rund 50 Mitarbeitern rassistische Äußerungen gepostet worden sein. Auch dies widerspreche dem Wertebild der Feuerwehr fundamental, sagte von der Lieth. Deswegen drohe einem weiteren Mitarbeiter ein Disziplinarverfahren. Man bemühe sich um "lückenlose Aufklärung". Der vierte Vorwurf ist Fehlverhalten im Einsatz: Ein Kollege war bei einem Brandeinsatz in einem Sex-Club fotografiert worden: mit offener Hose und zur Schau gestelltem Genital. Auch ihm droht nun ein Disziplinarverfahren.

Nur zehn Frauen bei der Feuerwehr

Nachdem eine Beamtin gegenüber den zuständigen Stellen in der Stadtverwaltung die Delikte geschildert habe, habe das Hauptamt umgehend reagiert, betonte Stadtsprecher Marc Herriger. Von den 850 Feuerwehrleuten im Einsatzdienst sind lediglich zehn Frauen. Es sei beabsichtigt, den Frauenanteil und auch den von Mitarbeitern mit Migrationshintergrund zu erhöhen.

Derweil bestätigte die Stadt am Montag einen weiteren Vorfall, der sich bereits im Januar ereignet habe: Damals habe ein Berufsfeuerwehrmann Mitglieder der Jugendfeuerwehr aufgefordert, ihm Nacktbilder zu schicken. Er benötige diese zur Ermittlung der Kleidergrößen, hatte er behauptet. Der Mann sei suspendiert worden und habe die Feuerwehr inzwischen verlassen.

Quelle: ntv.de, tno/dpa