Kleiner, kurviger, echterSo sähe Barbie als echte Frau aus
Wie würde Barbie aussehen, wenn sie nach dem Vorbild einer jungen, hübschen Durchschnittsamerikanerin modelliert würde? Die Antwort sucht ein Künstler in einem aufwändigen Verfahren und kommt zu einem überraschenden Ergebnis.
Seit 50 Jahren gibt es die Barbie-Puppe und fast genauso lange wird sie kritisiert. Hauptvorwurf gegen die Super-Puppe: Sie bediene ein Frauenbild, das fernab jeder Realität ist.
Mediziner fanden heraus, dass sie in der Wirklichkeit nicht einmal überleben könnte. Ein standardisiertes lebensgroßes Modell der Puppe wäre zwischen 1,88 und 2,26 Meter groß. Ihr Bauch ist zu klein, um alle lebenswichtigen Organe aufzunehmen. Ihre mit den Jahren immer schmaler gewordene Taille würde ihr das Atmen nur schwer möglich machen. Wegen der unnatürlichen Haltung drohen ihr außerdem Arthrose und Bandscheibenvorfall. Außerdem wäre sie unfruchtbar, weil sie mit ihrem Untergewicht kaum weibliche Geschlechtshormone produzieren könnte.
Das Gegenargument zu diesen Punkten lautet schnell, aber Barbie sehe besser aus und sei ja auch nur eine Puppe. Allerdings orientieren sich Mädchen noch immer an diesem Ideal und verlieren dabei ihre eigene Schönheit aus dem Blick, im schlimmsten Fall mit üblen Folgen wie Essstörungen. Auch der Künstler Nickolay Lamm gibt dies zu bedenken: "Wenn wir dürre Models kritisieren, sollten wir wenigstens Möglichkeit offen sein, dass auch Barbie einen negativen Einfluss auf junge Mädchen haben könnte", sagte er der "Huffington Post".
Darum hat Lamm eine Barbie entworfen, die einer gesunden, hübschen 19-Jährigen entspricht. Das Modell für diese Puppe basiert auf Computermessungen realer Frauen um die 20. Dabei wurden unter anderem Größe, Gewicht und Taillenumfang erfasst. Lamm erstellte ein 3D-Modell, das er anschließend mit Photoshop bearbeitete, bis es wie eine Barbie aussah.
Im Vergleich wird deutlich: Eine natürliche junge Frau ist kleiner als ihr Spielzeug-Pendant, hat weibliche Kurven, vollere Brüste und sogar größere Füße. Lamm findet, die realistische Barbie sieht ziemlich gut aus. Er ist allerdings mit seinen Überlegungen schon wieder weiter. Er fragt: "Wenn es eine geringe Wahrscheinlichkeit gibt, dass die jetzige Barbie einen schlechten Einfluss auf Kinder hat, und es dann eine gäbe, die auch mit normalen Proportionen gut aussieht: Was hindert Mattel daran, so eine herzustellen?"