Panorama

Kritische MomenteStart und Landung

13.02.2009, 12:26 Uhr

Die Statistik sagt, dass die meisten Unfälle in der Start- und Landephase passieren - nicht während des Reisefluges, der die meiste Zeit ausmacht, sagt Luftfahrtexperte Heermann.

Noch untersuchen die Behörden die genaue Ursache für den Absturz des zweimotorigen Flugzeugs im US-Bundesstaat New York. Das Unglück geschah bei schlechtem Wetter im Landeanflug auf Buffalo. Fragen zum Unglück beantwortet Luftfahrtexperte Jürgen Heermann.

Wie gefährlich ist generell ein Landeanflug?

Jürgen Heermann: Die Statistik sagt, dass die meisten Unfälle in der Start- und Landephase passieren - nicht während des Reisefluges, der die meiste Zeit ausmacht. So gesehen sind etwa 90 Prozent des Fluges unproblematisch.

Welche Rolle spielt das Wetter?

Schlechtes Wetter stellt größere Anforderungen an die Systeme des Flugzeugs. Und zum Teil sind Systeme notwendig, die bei gutem Wetter nicht aktiv sein müssen. Zum Beispiel kann es gelten, das Flugzeug eisfrei zu halten. Dafür gibt es auch bei diesem Flugzeug, das übrigens erst ein halbes Jahr alt war, entsprechende Vorrichtungen an der Vorderkante der Tragflächen und am Lufteinlass zum Motor. Ob aber Vereisung hier eine Rolle spielte, ist noch offen. Ganz grundsätzlich lässt sich sagen: Je mehr Systeme notwendig sind, umso eher ist ein Fehler möglich.

Sind Propellerflugzeuge unsicherer als Düsenjets?

Propellerflugzeuge sind genauso betriebssicher wie Düsenjets. Allerdings: Hätten die Passagiere die Wahl zwischen einem alten Jet und einem hochmodernen Propellerflugzeug, würde der überwiegende Teil von ihnen den Jet bevorzugen. Der Kunde glaubt nämlich, er sei im Jet besser aufgehoben. Sicherlich hat er nicht Unrecht, wenn es über weite Strecken geht. Das hat aber nichts mit der Sicherheit zu tun. Der Jet fliegt höher und damit meistens über den Wolken. Das bringt den ruhigeren Flug. Hinzu kommt, dass Düsentriebwerke vibrationsärmer laufen. Und: Der Jet ist einfach schneller. Auf kurzen Strecken aber haben Propellerflugzeuge durchaus ihre Daseinsberechtigung.

Quelle: Wolfgang Duveneck, dpa