Panorama

Vermisste nach HavarieSuche abgebrochen

06.04.2007, 07:58 Uhr

Nach dem Untergang des Kreuzfahrtschiffs "Sea Diamond" vor der griechischen Insel Santorin haben Taucher die Suche nach zwei vermissten Franzosen abgebrochen.

Nach dem Untergang des Kreuzfahrtschiffs "Sea Diamond" vor der griechischen Insel Santorin haben Taucher am Freitag die Suche nach zwei vermissten Franzosen abgebrochen. Das Schiff sei instabil und rutsche am Meeresgrund einen Hang hinunter, berichteten die Bergungskräfte im griechischen Fernsehen. Der Bug des Schiffes liege in einer Tiefe von rund 50 Metern und das Heck mehr als 150 Meter tief, hieß es.

Ein 45-jähriger Franzose und seine 16-jährige Tochter waren bei der Havarie am Donnerstag in ihrer Kabine auf einem der unteren Decks des Schiffes von dem rasch eindringenden Meerwasser überrascht worden und vermutlich ertrunken.

"Die Ehefrau des vermissten Franzosen sagte mir, sie seien von dem einströmenden Wasser in ihrer Kabine überrascht worden. Sie konnte sich schwimmend retten. Was hinter ihr mit ihrem Mann und ihrer Tochter geschah, konnte sie nicht sagen. Es war schlimm", sagte die griechische Tourismusministerin Fani Palli-Petralia im Fernsehen.

Keine Deutschen an Bord

Unter den Passagieren waren offenbar keine Deutschen. "Es gab keinen einzigen Deutschen an Bord", sagte ein Sprecher der Botschaft am Freitag. Rund 350 schiffbrüchige Passagiere sind am Freitagmorgen an Bord einer kleinen Fähre in Piräus eingetroffen. "Sie alle sagten uns, sie hätten Riesenglück gehabt und bedankten sich für die rasche Hilfe", sagte Palli-Petralia.

Die meisten anderen Passagiere, die überwiegend aus den USA und Kanada stammen, wurden an Bord eines anderen Kreuzfahrtschiffes am Freitagnachmittag in Piräus erwartet. Zudem waren rund 115 Spanier und etwa 120 Franzosen sowie Bürger mehrerer anderer europäischer Staaten an Bord. 70 Passagiere weigerten sich, per Schiff nach Piräus zu fahren und sollten aus Santorin ausgeflogen werden, berichtete der staatliche griechische Rundfunk weiter.

Mit einem dröhnenden Krach war das havarierte Kreuzfahrtschiff "Sea Diamond" am Freitagmorgen vor dem Hafen der Insel Santorini untergegangen. Da die Gefahr einer Ölpest besteht, wurden in Santorin zwei Spezialschiffe zur Bekämpfung von Ölteppichen erwartet, berichtete das staatliche griechische Fernsehen.

Wie der Bürgermeister der Insel, Angelos Roussos, im Fernsehen sagte, befänden sich schätzungsweise rund 350 Kubikmeter Öl in den Tanks des untergegangenen Schiffes. "Sie müssen dringend herausgepumpt werden", sagte der Bürgermeister weiter. Der Kapitän und weitere drei Schiffsoffiziere wurden am Freitagmorgen festgenommen.

"Dramatische Szene"

Beim Untergang konnten Augenzeugen ein tiefes Dröhnen und einen Krach hören, der ihren Worten nach "unheimlich" war. "Es war eine dramatische Szene", sagte ein Reporter. Die "Sea Diamond" mit rund 1.600 Menschen an Bord war am Vortag bei der Einfahrt in der Bucht von Santorini auf ein Riff gelaufen und in Seenot geraten. Nach dem Navigationsfehler, der zur Havarie auf dem in allen Seekarten eingezeichneten Felsen-Riff führte, gelang es dem Kapitän nach Einschätzung der Küstenwache, rechtzeitig die Sicherheitsschleusen zu schließen und damit einen sofortigen Untergang abzuwenden.

Die steile Küste der Vulkaninsel Santorin ragt bis 200 Meter über der Meeresoberfläche und die Einfahrt in die Bucht, die ein riesiger Krater ist, ist spektakulär. Santorini war die letzte Station einer viertägigen Ägäiskreuzfahrt der "Sea Diamond".