Panorama

Böen sind schneller als ein ICE Taifun "Haiyan" verwüstet Philippinen

Sein Ausmaß ist noch immer nicht abzuschätzen. Sicher ist nur: Der mächtige Taifun "Haiyan" trifft die Philippinen schwer. Meteorologen sprechen vom stärksten, der je an Land getroffen ist. Dramatisch ist das für die ohnehin gebeutelte Bevölkerung.

Auf den Philippinen wütet Taifun "Haiyan" mit rekordverdächtigen Geschwindigkeiten. "Die Böen können über 360 Kilometer pro Stunde erreichen. Damit ist dieser Taifun der stärkste, der jemals auf Land getroffen ist", erläuterte der Meteorologe Christian Herold vom Deutschen Wetterdienst. Hunderttausende Bewohner sind auf der Flucht, die Behörden berichten über Todesopfer. Das Zentrum des Sturms hat die Philippinen bereits passiert.

Der Wirbelsturm knickte meterhohe Bäume wie Grashalme um und wirbelte tonnenschwere Metallstücke aus Gebäudeverkleidungen durch die Luft. Mit Ausläufern erreichte der Taifun einen Durchmesser von 600 Kilometern - eine Strecke etwa von Hamburg bis Augsburg. Über das Ausmaß der Schäden und die Zahl der Opfer gab es zunächst keine verlässlichen Angaben, weil die Kommunikationswege abgeschnitten waren.

Deutsche Stürme "ein Kindergeburtstag"

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Erste Bilder aus der Stadt Tacloban zeigen massive Zerstörung.

(Foto: Reuters)

Zum Vergleich: Das Orkantief "Christian" vor einigen Wochen in Deutschland brachte Windgeschwindigkeiten von 190 Stundenkilometer in Böen. "Im Vergleich zu diesem Taifun war das ein Kindergeburtstag", sagte Herold.

Mindestens drei Menschen kamen schon ums Leben. Das US-amerikanische Taifun-Warnzentrum (JTWC) sprach wegen der Windstärke von einem "Super-Taifun". Nach Angaben des Katastrophenschutzes wurden vor der Ankunft des Taifuns mindestens 718.000 Menschen in Sicherheit gebracht.

Das Dorf Guiuan war unmittelbar nach dem Eintreffen des Taifuns von der Außenwelt abgeschnitten. In der benachbarten Stadt Tacloban wurden Straßen überschwemmt und Häuser zerstört. Weil Strom- und Handynetze zusammenbrachen, konnten auch Menschen vor Ort keinen Überblick über Schäden geben. "Die fehlende Kommunikation ist ein Riesenproblem, wir kennen die Lage vor Ort nicht", sagte der Chef des Katastrophenschutzes, Eduardo del Rosario.

Bewohner von Bohol doppelt getroffen

Auf der Insel Bohol, wo seit einem Erdbeben im Oktober mit mehr als 220 Todesopfern zahlreiche Menschen noch immer in Zeltstädten leben, mussten Tausende Menschen in Notunterkünfte gebracht werden. Aaron Aspi von der Hilfsorganisation Wordvision sagte: "36.000 Familien leben hier noch in Notunterkünften und Zelten. Viele der Zelt-Unterkünfte sind durch den heftigen Regen und Schlammlawinen beschädigt worden."

"Haiyan" war mit seiner Wucht gefährlicher als Taifun "Bopha", durch den 2012 auf der Insel Mindanao 1800 Menschen ums Leben kamen. Er ist der weltweit bislang stärkste Sturm dieses Jahres. Die Philippinen werden jedes Jahr von rund 20 heftigen Stürmen getroffen. Dabei kommen regelmäßig zahlreiche Menschen ums Leben.

Quelle: ntv.de, jtw/AFP/dpa/rts

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