Trauer um Siaosi George Tupou V.Tongas König beigesetzt
Tausende Menschen säumen den Weg, den der Trauerzug für König Siaosi George Tupou V. nimmt. Sie erweisen ihrem König die letzte Ehre, bevor er in der Heimat begraben wird.
In Tonga ist König Siaosi George Tupou V. zu Grabe getragen worden. Mehrere hundert schwarz gekleidete Männer bildeten den Trauerzug, der die massive Holzbahre über eine Strecke von rund 300 Metern zur königlichen Grabstätte trug. Der Königspalast in der Hauptstadt Nuku'alofa war in Schwarz und Purpur gehüllt. Für deot wurden 21 Salut-Schüsse abgefeuert.
Tausende Trauernde gaben dem König das letzte Geleit. An den Straßen nahmen die Menschen schweigend Abschied. Bei sengender Hitze säumten tausende Menschen die knapp 30 Kilometer lange Strecke vom Flughafen in die Innenstadt, sie warteten teils stundenlang, um dem verstorbenen König die Ehre zu erweisen. Unter den Trauernden waren auch tausende Schulkinder mit schwarzen Armbinden - Schulen, Geschäfte und Firmen waren am Montag geschlossen. "Er ist unser König, und jeder hier in Tonga ist traurig", sagte die Lehrerin Alenga Moala'eua Ika.
Tupou V. war am 18. März im Alter von 63 Jahren in Hongkong gestorben. Die Todesursache wurde nicht bekannt gegeben, im vergangenen Jahr hatte er sich aber einer Krebsoperation unterzogen. Nach seiner Ankunft im Königspalast wurde der Sarg am Montag zunächst im Thronsaal aufgebahrt.
Trauerzeit bis zum Juni
Die offizielle Trauer dauert bis zum 19. Juni. In dieser Zeit sind die Inselbewohner angehalten, Schwarz zu tragen und möglichst auf laute Unterhaltung und Feiern zu verzichten. In der Hauptstadt sind die meisten Gebäude mit den Trauerfarben Schwarz und Lila geschmückt.
Tupou V. galt als Verfechter demokratischer Reformen in dem Pazifik-Kleinststaat mit 115.000 Einwohnern. Unter seiner Herrschaft fanden im November 2010 die ersten demokratischen Wahlen statt. Er war im Ausland vor allem wegen seiner ausgefallenen Uniformen mit Helmen aus der Kolonialzeit bekannt. Er war zudem passionierter Monokel-Träger und ließ sich gern in einem Londoner Taxi durch die Hauptstadt Nuku'alofa chauffieren, den Oberkörper in eine goldverzierte Weste gezwängt.