Angelockt und abgezogenTourist kickt Eichhörnchen in Grand Canyon

Ein Internet-Video erhitzt die Gemüter: Am Grand Canyon sollen zwei Touristen zum Spaß ein argloses Eichhörnchen getötet haben. Ihr Vorgehen ist besonders skrupellos, die Park-Ranger sind entsetzt.
Zwei Touristen haben sich dabei filmen lassen, wie sie ein Eichhörnchen an eine Klippe des Grand Canyon locken, und sich dann einen Spaß daraus machen, es mit dem Fuß hochkant in die Tiefe zu stoßen. Die beiden Männer sind nach Angaben des Youtube-Nutzers, der den kurzen Film online stellte, französischsprachig. Der Filmer gab an, nicht begriffen zu haben, was da gerade passiert, bis es zu spät war. Er kenne die beiden nicht. Der Grand Canyon ist an manchen Stellen bis zu 1800 Meter tief. Dass das Tier den Sturz überlebt hat, ist äußerst unwahrscheinlich.
Der Film zeigt zwei Männer mit Cowboyhüten und freiem Oberkörper vor der Schlucht des Grand Canyon. Einer der beiden filmt seinen Kompagnon. Das Eichhörnchen tastet sich vorsichtig an die Kante der Klippe vor, während sich der Übeltäter einen Schuh anzieht. Dann schleicht er sich von hinten an den arglosen Nager heran und verpasst ihm einen kräftigen Tritt. Das Eichhörnchen fliegt dann in hohem Bogen aus dem Bild - in den sicheren Tod. Das ursprüngliche Video wurde inzwischen wieder von der Videoplattform gelöscht, andere Nutzer haben es aber bereits weiter verbreitet. In der Originalversion seien noch weitere Details zu sehen gewesen, heißt es. Zum Beispiel, wie genau einer der beiden eine Reihe von Brotkrumen auf den Boden legt, um das ahnungslose Tier anzulocken.
Die zuständigen Behörden des Nationalparks sind entsetzt. Sie sind davon überzeugt, dass das Videomaterial tatsächlich aus dem Grand Canyon Nationalpark stammt. "Wir untersuchen den Vorfall. Wir arbeiten mit Youtube zusammen, um herauszufinden, ob es weitere Informationen gibt", sagt eine Sprecherin der Zeitung "USA Today". Ob die Aktion strafrechtliche Konsequenzen für den Täter haben könnte - wie zum Beispiel eine Verhaftung wegen Tierqualerei oder oder anderen Vergehen -, könne sie nicht sagen. "Die Ermittler müssten dazu in der Lage sein, diese Person zu identifizieren. Und das könnte sehr problematisch werden."