Panorama

Verdächtige Passagiere an BordÜberreste von MH370 gesichtet?

09.03.2014, 17:15 Uhr
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Start in Kuala Lumpur, Zielflughafen Peking: Die Flugroute von MH370. (Foto: stepmap.de)

Möglicherweise finden Suchtrupps eine erste Spur von der verschollenen Passagiermaschine mit 239 Menschen an Bord. Vor Vietnams Küste könnten Trümmerteile gesichtet worden sein. Zudem übergibt die Überprüfung der Fluggäste, dass wohl mehr als zwei Passagiere mit gestohlenen Papieren an Bord waren.

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Erste Spur des Wracks oder Treibgut? Die Aufnahme eines vietnamesischen Suchflugzeugs. (Foto: dpa)

Nach dem mysteriösen Verschwinden eines Passagierflugzeugs sind vor der vietnamesischen Küste möglicherweise Überreste der Maschine ausgemacht worden. "Ein vietnamesisches Flugzeug hat mitgeteilt, zwei Trümmerteile entdeckt zu haben", sagte ein vietnamesischer Behördenvertreter. "Sie scheinen von einem Flugzeug zu stammen", fügte er hinzu. Der Fundort befindet sich demnach nahe der vietnamesischen Insel Tho Chu im Golf von Thailand.

40 Schiffe und mehr als 20 Flugzeuge und Hubschrauber waren an den Sucharbeiten beteiligt. Ein Expertenteam aus den USA reiste in die malaysische Hauptstadt Kuala Lumpur, um sich an der Untersuchung zur Aufklärung des Verschwindens der Maschine mit der Flugnummer MH370 zu beteiligen. Zu dem Team zählten Mitarbeiter der US-Verkehrsüberwachungsbehörde NTSB, technische Berater des Flugzeugbauers Boeing und Vertreter der Flugaufsicht FAA.

Der malaysische Luftwaffenchef Rodzali Daud sagte nach Auswertung der Radaraufzeichnungen, die Maschine sei möglicherweise in der Luft umgekehrt und könnte versucht haben, nach Kuala Lumpur zurückzukehren. Der Chef der Airline, Jauhari Yahya, bezweifelte das jedoch: Nach seinen Angaben hätte das Bordsystem in dem Fall automatisch Alarm ausgelöst. Die Maschine war zwei Stunden nach dem Start eigentlich in der sichersten Phase eines Flugs: auf der Reisehöhe von rund 10.000 Metern, Stunden nach dem Start und Stunden vor der Landung, wenn die Piloten auf Autopilot schalten.

Eine Boeing 777 der Fluglinie Malaysia Airlines mit der Flugnummer MH370 war in der Nacht zum Samstag von den Radarschirmen verschwunden, nachdem sie von Kuala Lumpur Richtung Peking gestartet war. In der Maschine befanden sich 239 Menschen. Mindestens drei Insassen gaben ersten Ermittlungen zufolge beim Einchecken falsche persönliche Daten an. Die Behörden in Malaysia leiteten deshalb Terrorermittlungen ein.

Kritik von Interpol

In der Maschine befanden sich zwei Reisende mit gestohlenen Pässen von einem Italiener und einem Österreicher, zudem könnte ein Passagier mit gefälschten chinesischen Papieren an Bord gewesen sein. Transportminister Hishammuddin Hussein sprach sogar von Hinweisen auf vier Verdächtige und kündigte die Überprüfung der gesamten Passagierliste an. Die beiden gestohlenen Pässe waren von der internationalen Polizeibehörde Interpol registriert. Wie Interpol-Generalsekretär Ronald K. Noble erklärte, signalisierte keine Behörde eine Nutzung dieser Pässe, seitdem sie 2012 und 2013 in Thailand gestohlen worden waren.

Noble übte unverblümte Kritik an den Sicherheitsbehörden und Fluggesellschaften zahlreicher Länder, die auf einen Datenabgleich bei Interpol verzichten. Wenn zum Beispiel Malaysia Airlines für eine Überprüfung der Daten der Insassen des Fluges MH370 gesorgt hätte, "müssten wir jetzt nicht spekulieren, ob die gestohlenen Pässe von Terroristen genutzt wurden." Die "New York Times" zitierte nicht genannte US-Geheimdienstler mit den Worten: "Die gestohlenen Pässe sind zwar interessant, bedeuten aber nicht zwingend, dass es sich um einen Terroranschlag handelte." Ein Mitarbeiter der deutschen Bundespolizei sagte, an deutschen Flughäfen würden häufig Reisende mit gefälschten Papieren aufgegriffen.

Fünf Passagiere erschienen nicht

Weitere Details lassen den Flug MH370 mysteriös erscheinen. Behördenchef Rahman sagte, dass fünf Passagiere zwar eingecheckt waren, aber nicht auftauchten. Ihr Gepäck sei vor dem Abflug aus der Maschine entfernt worden. Ob unter ihnen jene Fluggäste waren, die mit den gestohlenen Pässen des Italieners und Österreichers Tickets gekauft hatten, war unklar.

Wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, gehört eine Passnummer auf der Passagierliste der Boeing 777 einem Bewohner von Fujian, der die Provinz jedoch nicht verlassen hat. Der Mann versicherte, dass sein Pass weder gestohlen noch verloren sei. Malaysias Verkehrsminister Hussein schloss nach den Hinweisen auf die Unstimmigkeiten in der Passagierliste einen Anschlag oder eine Entführung der Maschine nicht aus.

Von den Passagieren kamen 153 aus China. 20 Insassen arbeiteten für eine US-Halbleitergesellschaft aus Texas, zwölf von ihnen kamen aus Malaysia und acht aus China. Laut Malaysia Airlines waren 227 Passagiere und zwölf Crew-Mitglieder an Bord. Demnach wurde kein Notsignal und auch kein schlechtes Wetter gemeldet, bevor die Maschine rund eine Stunde nach dem Start plötzlich von den Radarschirmen verschwand. Technische Mängel an der Maschine seien nicht bekannt gewesen.

Quelle: ntv.de, sba/AFP/dpa