"Nicht alleine drücken"Verhaltenstipps für Junkies
Eine Broschüre der New Yorker Gesundheitsbehörde für Heroinsüchtige sorgt für Empörung.
Während die 16-seitige Broschüre nach Behördenangaben die Ausbreitung von Aids und den Tod an einer Überdosis verhindern soll, sehen Kritiker das Büchlein als staatlich finanzierte Anregung zum Drogenkonsum. Die Ratschläge hielten niemanden davon ab, Drogen zu nehmen, sagte John Gilbride von der Anti-Drogen-Behörde DEA dem Fernsehsender ABC. Im Gegenteil: Konsumenten oder potenzielle Konsumenten würden ermutigt. Es werde suggeriert, dass Heroin "in aller Sicherheit" genommen werden könne, "und das ist falsch", sagte Gilbride weiter. Kritische Stimmen kamen auch von der Polizei.
Dagegen verteidigte die Gesundheitsbehörde ihre Broschüre. Diese gebe Ratschläge, "die manchen Leuten das Leben retten können, bevor sie behandelt werden können", erklärte die Behörde. Unbeabsichtigte Überdosen seien die vierthäufigste Todesursache bei Erwachsenen in New York, daneben gebe es das große Problem Aids.
In dem Heftchen wird Junkies unter anderem geraten, Drogen nicht allein zu nehmen, ihre "Grenzen" zu kennen oder ihre Spritzen nicht untereinander auszutauschen. Zudem gibt es eine Anleitung zur Injektion von Heroin.