Ein Drittel wartet nochViele Bahnhöfe rollstuhlgerecht
Fast drei Viertel aller Bahnhöfe in Deutschland sind rollstuhlgerecht. Demnach können 71 Prozent der Bahnhöfe von Menschen mit Behinderung, auch Radfahrern und Eltern mit Kinderwagen problemlos genutzt werden.
Drei Viertel aller Bahnhöfe in Deutschland sind mittlerweile behindertengerecht ausgebaut. Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Bundesländern, wie die Allianz pro Schiene mitteilte. Bei einem bundesweiten Durchschnittswert von 71 Prozent reiche die Spanne der behindertengerechten Bahnhöfe von 88 Prozent in Schleswig-Holstein bis hin zu nur 44 Prozent im Saarland.
Die "Kehrseite der guten Nachricht" sei, dass 29 Prozent der Bahnhöfe in Deutschland noch auf einen behindertengerechten Umbau warteten, erklärte der Geschäftsführer der Allianz, Dirk Flege. Er wertete die Zahlen als "schlagenden Beweis" dafür, dass die Länder unterschiedlich viel für ihre Bahnhöfe täten. Deshalb müsse auch nach dem Auslaufen der Hilfen aus den Konjunkturpaketen des Bundes weiter in den Umbau der Bahnhöfe investiert werden. Als positive Beispiele verwies Flege auf Baden-Württemberg, Niedersachen und Nordrhein-Westfalen, wo der Umbau der Bahnhöfe im Rahmen spezieller Förderprogramme geschehe.
Nicht nur Bahn verantwortlich
Flege widersprach damit der Bundesregierung, die auf eine parlamentarische Anfrage der Linken geantwortet hatte, allein die Bahn sei für die Barrierefreiheit in Bahnhöfen verantwortlich. "Bahnhofsfinanzierung ist ein Gemeinschaftsaufgabe von Deutscher Bahn, Bund, Ländern und Kommunen", sagte Flege. Er forderte alle Beteiligten auf, das Thema gemeinsam voranzutreiben.
Auf den Spitzenplätzen nach Schleswig-Holstein liegen der Organisation zufolge Mecklenburg-Vorpommern mit 87 Prozent "barrierefreien" Bahnhöfen und Thüringen (86 Prozent), gefolgt von Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen (beide 82 Prozent) sowie Niedersachsen (80 Prozent). Im Mittelfeld liegen die Bahnhöfe in Berlin (77 Prozent), Brandenburg (74 Prozent), Bayern (73 Prozent) und Baden-Württemberg (72 Prozent). Klar unter dem Durchschnitt liegen jene in Rheinland-Pfalz (65 Prozent), Bremen (63 Prozent), Sachsen (61 Prozent), Hessen (54 Prozent), Hamburg (51 Prozent) und beim Schlusslicht Saarland.