Panorama

Was sonst noch passierte Vom Elefanten verjagt

Konstanz wollte mit einer H2O-Kampagne doch nur den Bodensee anpreisen und erntet jetzt Spott. Um eine ganz andere Flüssigkeit beziehungsweise deren Behälter streiten sich die Briten mit ihrer Regierung. Ein zwölfjähriger Junge war dagegen froh, überhaupt etwas Trinkbares zu finden...Lesen Sie, was sonst noch passierte.

Stadt am Giftsee

bodensee.jpg

In den Umrissen des Bodensees ist nicht die chemische Formel für H2O zu sehen, sondern eine, die der für Formaldehyd ähnelt.

(Foto: dpa)

Mit einem Plakat wollte die Bodensee-Stadt Konstanz für ihre Kompetenz in Bildung und Wissenschaft werben - und hat nur Spott geerntet. Weil sich bei der Darstellung des Wasser-Moleküls auf allen 2500 Plakaten, die bereits bundesweit aushängen, ein Fehler eingeschlichen hat, ist das Stadtmarketing in die Kritik geraten. Medienberichten zufolge ähnelt die Struktur der gezeigten Bodensee-Wasser-Atome der Formel der giftigen Chemikalie Formaldehyd.

"Der Spiegel" lästerte daraufhin: "Wir können alles. Außer Chemie". Der Konstanzer "Südkurier" schrieb: "Großes Gelächter über die Stadt am Giftsee". Der Entwurf des Plakats stammt von Studenten der Konstanzer Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung. Die Stadt feiert 2009 ein "Jahr der Wissenschaft".

Auf der Flucht "verloren"

elefant_afrika.jpg

Der Junge teilte sich mit den Elefanten des Nationalparks die Wasserstelle.

(Foto: picture-alliance / dpa)

Fast wie Mogli im "Dschungelbuch": Ein zwölfjähriger Junge hat weitgehend unbeschadet acht Tage in der Wildnis des südafrikanischen Krüger-Nationalparks überlebt. "Ich habe mich verlaufen und dachte, niemand würde mich mehr lebend finden; ich wusste nicht, wo ich war oder wohin ich gehen sollte", erzählte Alex Mboweni der Zeitung "Daily Sun".

Am ersten Tag schlief er neben einem Ameisenhügel. "Nachts hörte ich die Löwen brüllen", berichtete der Junge, der sich das Wasser mit den Tieren am Fluss teilte. "Als ich getrunken habe, machte ein riesiger Elefant Jagd auf mich, so dass ich wegrannte. Ich bin nur einmal täglich zum Trinken an den Fluss gegangen", berichtete der Zwölfjährige nach der Rettung. Er hatte mit seinen Eltern versucht, illegal von seiner Heimat Mosambik durch den Nationalpark nach Südafrika zu kommen. Als die Polizei die Familie entdeckte, ging er auf der Flucht "verloren".

pint.jpg

Das geliebte Pint-Glas soll durch Plastik ersetzt werden.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Polizei fasste die Eltern und machte sich mit ihnen gemeinsam auf die Suche nach dem Kind. Immer schwächer werdend konnte sich der Junge am achten Tag kaum noch rühren, als er plötzlich aus der Ferne die Stimme seiner Mutter hörte und mit letzter Kraft antwortete. Das ausgezehrte Kind soll sich nun eine Woche im Krankenhaus von den Strapazen erholen. Der Krüger-Nationalpark - Südafrikas meist besuchtes Tierparadies - liegt an der Grenze zu Mosambik und hat mit angrenzenden Flächen in etwa die Ausmaße Portugals.

Paradigmenwechsel bei Pub-Gläsern

Es ist den Briten heilig: Das Pint Bier im Pub. Doch nun will das Innenministerium die traditionellen Pint-Gläser durch Plastik ersetzen. Die sichereren Trinkgefäße sollen verhindern, dass Gläser als Waffen benutzt und Menschen verletzt werden. "Innovatives Design hat immer eine wichtige Rolle gespielt, um Kriminalität zu bekämpfen", sagte der Staatssekretär im Innenministerium, Alan Campbell, nach Angaben des Senders BBC. Ein Pint entspricht etwas mehr als einem halben Liter Bier.

Die Pub-Vereinigung ist jedoch entsetzt. Sie fürchtet ausbleibende Gäste, mehr Bürokratie und mehr Kosten: "Das Pint-Glas fühlt sich besser an, es hat ein gutes Gewicht, und das Getränk benetzt es optimal", sagte Neil Williams von der British Beer and Pub Association. "Alles, was uns in Richtung Plastikglas bringt, würde nicht angenommen werden."

bangledesch.jpg

Auch die Polizisten von Bangladesch wollen mode- und stilbewusst sein.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Der Designer der möglichen neuen Gläser erklärte, sie könnten entweder mit Plastikmaterial umhüllt werden, damit sie bruchsicher werden, erklärte Neil Verebelyi. Oder aber das Gefäß würde "radikal" in Form und Material verändert. "Man denke nur daran, dass die Leute einst aus Zinnhumpen getrunken haben....es könnte also ein ziemlich bedeutender Paradigmenwechsel sein."

Schicker im Polizei-Dienst

Polizisten in Bangladesch werden ihren Dienst in Zukunft wohl gepflegter, schicker und - so hofft die Polizeiführung - selbstbewusster versehen. Grund ist eine gründliche Beratung durch die einheimische Top-Stylingexpertin Kaniz Almas Khan, die die Sharda-Polizei-Akademie im Nordwesten des Landes rund 140 neuen Rekruten zukommen ließ. "Ich war überrascht, gefragt zu werden - aber es ist doch toll, dass sich die Leute mehr Gedanken über ihr Aussehen machen", sagte Khan. Die Polizisten seien sehr wissbegierig gewesen: "Sie wollten Ratschläge zu allem, von den Farben, die sie tragen sollen, bis zum Eau de Toilette, das am besten zu ihnen passt."

Der Leiter der Polizeiakademie, Mazharul Haque, sagte, es sei das erste Mal, dass die Polizeischule eine Top-Stylistin zu sich eingeladen habe. Das Projekt verbessere nicht nur das Aussehen der Polizisten, sondern steigere auch ihr Selbstwertgefühl: "Es ist sehr wichtig für einen Polizisten, wie er sich vor Leuten präsentiert", sagte der Polizeichef. Schließlich seien die heutigen Rekruten die künftigen Polizeichefs von Bangladesch.

Dreijähriger filmt Dieb

Ein Ladendieb hat in Holland bei seiner Flucht vor Detektiven einen kleinen Jungen "vergessen". Die Polizei in der Ortschaft Lelystad kam dem 49-Jährigen auf die Spur, als sie im Kinderwagen des Dreijährigen eine Digitalkamera fand, berichtete die Zeitung "De Telegraaf". Auf einem Bild war das Wohnhaus der Familie des Kleinen zu erkennen. Sie hätten ihr Kind einem Verwandten ahnungslos für einen Spaziergang überlassen, berichteten die erbosten Eltern. Wenig später stellte sich der Dieb der Polizei.

Quelle: ntv.de, jkr/dpa/AFP

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen