Panorama

"Wind of Change"Von Wende-Stimmung inspiriert

04.11.2009, 13:03 Uhr

Der in der Luft liegende Wandel im Moskau des Jahres 1989 hat die deutsche Rockband "Scorpions" zur späteren Mauerfallhymne "Wind of Change" angeregt. Auch der Bob Geldof wurde in dieser Zeit zu zahlreichen Songs inspiriert: "Da lag so etwas in der Luft, als ob etwas passieren würde."

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Die Hannoveraner Band "Scorpions". (Foto: REUTERS)

Der in der Luft liegende Wandel im Moskau des Jahres 1989 hat die deutsche Rockband "Scorpions" zur späteren Mauerfallhymne "Wind of Change" inspiriert. "Viele junge Leute, gerade die junge Generation, haben uns gesagt, die Zeiten des Kalten Krieges werden bald vorbei sein", erinnerte sich der Sänger Klaus Meine jetzt.

Die Idee zu dem Song sei in jenen Tagen entstanden, als die Band in Moskau auftrat. "Das war eine unglaubliche Stimmung", sagte der 61-Jährige. "Ich hatte das Gefühl, wir waren Zeuge, wie sich die Welt vor unseren Augen verändert."

"Wind of Change" erschien erstmals im Jahr 1990 auf dem Album "Crazy World" und entwickelte sich rasch zur Mauerfall-Hymne, die weltweit für Gänsehaut sorgte. Im Jahr 1991 war die Rockballade sogar das weltweit am häufigsten verkaufte Lied.

"Man ist auf den Champs Elysées einkaufen gegangen, und aus jedem Store spielte 'Wind of Change'. Es war unglaublich", sagte Meine. Weltweit wurde der Song bislang über 14 Millionen Mal verkauft.

"Am liebsten zurück nach Deutschland"

Auch der Rocker Bob Geldof wurde durch die Wende-Stimmung kurz vor dem Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 zu zahlreichen Songs inspiriert. "Ich war den ganzen Sommer in Deutschland gewesen und hatte getourt", sagte Geldof bei einer Gala in München. "Ich habe in dieser Zeit viele Lieder geschrieben. Da lag so etwas in der Luft, als ob etwas passieren würde. Man spürte, dass es sich jetzt nicht mehr stoppen lassen würde."

Vor allem sein Song "Roads of Germany" bringe seine Gefühle in dieser Zeit zum Ausdruck. Am Tag des Mauerfalls wäre er am liebsten sofort zurück nach Deutschland geflogen: "Das war ein wirklich historischer Moment. Darüber wird noch in 500 Jahren geschrieben werden."

Quelle: dpa/AFP