Brandstifter auf Korsika festgenommenWaldbrandgefahr nicht gebannt
Trotz erster Erfolge im Kampf gegen die Waldbrände in Südeuropa lodern mehrere Feuer weiter außer Kontrolle. Heftiger Wind und hohe Temperaturen drohen die Flammen weiter anzufachen.
In Spanien mussten mehrere Dörfer evakuiert werden, auf der griechischen Insel Zakynthos wurden dutzende Urlauber von einem Strand gerettet, der von den Flammen eingekreist war.
In der westspanischen Region Estremadura flackerte nach Behördenangaben ein Waldbrand wieder auf, der am Sonntag bereits unter Kontrolle zu sein schien. Heftige Windböen fachten die Flammen an. Aus mehreren Dörfern mussten 500 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Weitere Waldbrände in anderen Landesteilen waren am Montag weitgehend unter Kontrolle.
Für 24 Provinzen galt wegen der vorhergesagten hohen Temperaturen Waldbrandalarm, in Andalusien sollten die Temperaturen auf über 40 Grad steigen. Insgesamt gingen in Spanien bereits mehr als 20.000 Hektar Vegetation in Flammen auf. Neun Menschen starben in den Flammen, acht davon waren Feuerwehrleute.
Brandstifter festgenommen
Bei Löscharbeiten auf der französischen Urlaubsinsel Korsika wurden am Sonntag zwölf Feuerwehrleute leicht verletzt. Die Männer waren im Einsatz gegen einen Waldbrand, der seit Donnerstag im Süden der Mittelmeerinsel wütet. Bis Montag konnten die Feuer nicht unter Kontrolle gebracht werden, bislang gingen dort bereits 3500 Hektar Wald und Buschland in Flammen auf. Insgesamt verbrannten bei drei Waldbränden auf Korsika bislang etwa 6000 Hektar Vegetation.
Ein französisches Gericht hat unterdessen zwei junge Viehzüchter wegen Brandstiftung auf Korsika zu Haftstrafen verurteilt. Die beiden 21 und 24 Jahre alten Männer hätten sich schuldig bekannt, nach einem Trinkgelage am Straßenrand Feuer gelegt zu haben, berichtete der Sender France Info. Einer von ihnen erhielt acht Monate, der andere zwei Jahre Haft ohne Bewährung. Sie müssen außerdem die Opfer des Brandes entschädigen. Insgesamt wurden bislang acht mutmaßliche Brandstifter festgenommen. Ein 68 Jahre alter Hotelier wurde der fahrlässigen Brandstiftung angeklagt. Er hatte beim Müllverbrennen einen Waldbrand entfacht.
Touristen von Feuer eingekreist
Auf der griechischen Mittelmeerinsel Zakynthos mussten unterdessen rund 50 Touristen in Sicherheit gebracht werden, die am Sonntagabend an einem Strand von einem Waldbrand eingekreist worden waren. Die Feuerwehr war mit drei Löschflugzeugen, einem Hubschrauber und 25 Feuerwehrleuten im Einsatz, um den Brand unter Kontrolle zu bringen.
Die zahlreichen Wald- und Buschbrände auf der italienischen Mittelmeerinsel Sardinien sind weitgehend unter Kontrolle. Dennoch sollen Feuerwehr und Zivilschutz in Süditalien weiter in Alarmbereitschaft bleiben, besonders in den Regionen Sizilien und Kalabrien, berichteten italienische Medien. Die Feuerwehr bei Syrakus auf Sizilien hatte noch mit drei großflächigen Bränden in einem Naturschutzgebiet zu kämpfen. Nach Angaben der Feuerwehr handelte es sich dabei um Brandstiftung.
Bei verheerenden Bränden waren am Donnerstag zwei Menschen ums Leben gekommen. Auch hier handelte es sich nach Meinung des Chefs der Lufteinheiten des italienischen Zivilschutzes, General Luciano Massetti, zumeist um absichtlich gelegtes Feuer. Der italienische Verbraucherschutz Codacons hatte in den vergangenen Tagen Bürgerwehren und die Einführung von Kopfgeldern zur Ergreifung von Brandstiftern vorgeschlagen. Nach ersten Schätzungen des Zivilschutz verbrannten allein auf Sardinien etwa 25.000 Hektar Land.
Siedlungen geräumt
Ein Großbrand wütet seit Sonntag auf der kroatischen Adriainsel Ciovo. Die Flammen haben mehr als 200 Hektar Nadelholzwälder und Gebüsch vernichtet, wie das kroatische Staatsfernsehen HRT berichtete. Siedlungen seien von den Flammen nicht betroffen, hieß es. An den Löscharbeiten sind 250 Feuerwehrmänner mit acht Löschflugzeugen beteiligt. Die Behörden vermuten Brandstiftung als Ursache der Flammen.
Auch in Algerien, wo mehr als ein Dutzend Brände seit Mittwoch fast 4000 Hektar Land zerstörten, waren die Feuer nach Angaben des Zivilschutzes unter Kontrolle.