Panorama

Notruf in Sächsischer SchweizWandergruppe mit Syrern für illegal Eingereiste gehalten

10.11.2023, 16:53 Uhr
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Die Sächsische Schweiz mit ihren Sandstein-Formationen ist ein Paradies für Wanderer und Kletterer. (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Rund 40 Wanderfreunde machen sich in der Sächsischen Schweiz zu einem Ausflug auf den Weg. Bei der Polizei klingelt daraufhin das Telefon und ein Bürger verweist auf - aus seiner Sicht - illegale Einwanderer. Die Beamten rücken aus und empfangen die Gruppe bei deren Rückkehr.

Eine Gruppe mehrheitlich syrischer Wanderer ist in der Sächsischen Schweiz für einen Bürger ein offenbar irritierender Anblick gewesen und hat zu einem Polizeieinsatz geführt. Wie die Journalistin Riham Alkousaa bei X schrieb, warteten auf die Gruppe nach ihrer Rückkehr zur Unterkunft bereits alarmierte Beamte. "Wir sind ein eingetragener Wanderverein mit zumeist aus dem Bundesgebiet", schrieb sie. "Jemand habe die Polizei gerufen, weil er die Gruppe gesehen und für illegale Migranten gehalten habe." Über den Vorfall berichtet inzwischen auch die britische BBC. Inzwischen legte die Reuters-Journalistin nach und postete ein Bild von sich mit dem Satz: "Wir werden weiter wandern."

Bei dem Twitter-Nachfolger X löste der erste Post lebhafte Diskussionen aus. An der beteiligte sich in Maßen auch Riham Alkousaa und schrieb, sie sei deutsche Staatsbürgerin. Bei den übrigen Wanderern habe es sich ausschließlich um in Deutschland lebender Studenten oder Berufstätiger gehandelt.

Die Polizeidirektion Dresden bestätigte laut "Sächsischer Zeitung", den entsprechenden Einsatz am gestrigen 9. November. Demnach habe es über den Notruf einen Hinweis gegeben, dass in der Region Bad Schandau eine mehrköpfige Gruppe möglicherweise unerlaubt eingereister Personen unterwegs sei. Man habe dann die zuständige Bundespolizei informiert.

Wie die Zeitung unter Berufung auf die Bundespolizeiinspektion Berggießhübel weiter berichtet, sind Beamte dann nach Porschdorf gefahren, wo die Wandergruppe ihre Unterkunft hatte. Dort habe man die Gruppe aus rund 40 Menschen angetroffen - mehrheitlich Syrer, aber auch einige Deutsche. Nach der Kontrolle der Papiere sei die Angelegenheit in fünf Minuten erledigt gewesen. Auch der BBC bestätigte die Polizei das Vorgehen.

Der Sprecher verweist darauf, dass die Polizei bei Notrufen handeln müsse. In den vergangenen Wochen habe es viele Anrufe von Einwohnern gegeben, die zum Aufgreifen von illegal Eingereisten geführt habe. Die Region liegt nur wenige Kilometer von der Grenze zu Tschechien entfernt. Vor wenigen Wochen hatte die Bundespolizei Pirna mitgeteilt, dass die Beamten allein in diesem Jahr bis Ende September knapp 26.000 unerlaubte Einreisen registriert habe. Das waren bereits 25 Prozent mehr als im gesamten Vorjahr.

Quelle: ntv.de, jwu