Panorama

Bodenfrost, Dauerregen...Wann kommt der Sommer?

03.05.2012, 11:47 Uhr
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Berlin im Frühling - so könnte es in der kommenden Woche wieder aussehen. (Foto: dpa)

Richtung Wochenende wird es zunächst mal kühler und unbeständig. In der Mitte Deutschlands ist am Samstag mit Dauerregen und Temperaturen unter 10 Grad zu rechnen. Erst ab Dienstag könnten die Temperaturen spürbar ansteigen.

Richtung Wochenende wird es zunächst mal kühler und unbeständig. In der Mitte Deutschlands ist am Samstag mit Dauerregen zu rechnen. Erst ab Dienstag könnten die Temperaturen spürbar ansteigen.

n-tv.de: Ein kalter April, der mit Rekordtemperaturen endete. Ein Sommerstart in den Mai und jetzt wird's schon wieder ungemütlich. Björn, ist das noch normal?

Björn Alexander: Na ja, normal ist ja bekanntlich 66 und normal sind Rekordtemperaturen natürlich nicht. Sonst wären es ja keine. Der Witterungsverlauf hingegen ist in seiner zeitlichen Abfolge zwar etwas zeitgerafft und auch ziemlich überzeichnet, aber entspricht schon der Jahreszeit. Zuerst das kühle Aprilwetter, anschließend ein warmer Wechsel in den Mai und schlussendlich die Abkühlungsphase, die als Eisheilige im Kalender auftauchen.

Bevor wir uns weiter aufs Wetter stürzen noch eine Zwischenfrage: Was heißt "normal ist 66"?

Normal ist - so wie ich es gelernt habe - wenn etwas auf zwei Drittel einer Menge oder auch einer Gesellschaft zutrifft. Wenn mehr als 66,6 Prozent aller Deutschen mit einer roten Schirmmütze durch die Gegend laufen würden, dann wäre das zwar weltweit gesehen sehr ungewöhnlich, aber für die Gruppe der Deutschen normal.

Zurück zum Wetter: Wenn aber jetzt schon die Abkühlung kommt, dann ist das doch ein bisschen früh, oder?

Ja. Allerdings darf man solche Witterungsregeln, wie beispielsweise auch den Siebenschläfer, nicht auf ein bestimmtes Datum festlegen. Es handelt sich vielmehr um einen Zeitraum, in dem sich häufig oder auch lange bestimmte Wetterlagen einstellen können. Im Falle der Eisheiligen ist das eine kalte Strömung aus nördlichen Breiten, die uns nach einem warmen Maibeginn um die Monatsmitte herum erreicht. Und das merkt man am Wochenende besonders nördlich der Mittelgebirge. Denn unter längeren Aufklarungen müssen wir am Sonntag und am Montagmorgen stellenweise mit Bodenfrost rechnen. Man vergisst nach dem hochsommerlichen Exkurs am letzten Wochenende vielleicht sehr schnell, dass wir eigentlich noch im Frühjahr sind.

Das geht mir auch so. Und deswegen kann ich es auch noch nicht wirklich glauben, dass es jetzt wieder richtig kalt wird. Wie sind die Aussichten denn genau?

Am Freitag ist es besonders im Norden überwiegend wolkig mit Schauern. In der Mitte und im Süden nehmen die sonnigen Anteile hingegen zu und es geht zuerst öfter trocken los. Später bilden sich dann in Richtung Alpen sowie in den westlichen und südwestlichen Landesteilen Schauer und einzelne Gewitter, die stellenweise kräftig ausfallen können. Dabei ist es zuerst noch relativ warm und teilweise schwül. Die Tageshöchstwerte erreichen meistens zwischen 17 und 23 Grad. Frischer ist es ganz im Norden bei 11 bis 14 Grad.

Um 20 Grad ist doch noch ganz in Ordnung, oder?

Auf jeden Fall. Aber dabei wird es ja nicht bleiben. Am Samstag sind nur noch in Sachsen, im Süden Brandenburgs und am Oberrhein Werte bis knapp 20 Grad drin. Sonst bewegen sich die Temperaturen häufig zwischen 11 und 17 Grad. Und noch kälter bleibt es im Norden und im Dauerregen.

Dauerregen?

Über der Mitte kann es am Samstag leider schon mal länger anhaltend beziehungsweise ergiebiger regnen. Das liegt daran, dass wir zwischen zwei Luftmassen liegen. Im Süden hält sich die schwülwarme und feuchte Luft, in der sich gewittrige Schauer mit örtlicher Unwettergefahr entwickeln können. Überm Norden fließt dagegen die kalte Meeresluft ein, die dort auch die zuvor bereits erwähnte Bodenfrostgefahr bringt. Außerdem sorgt die trocken-kalte Luft aber auch dafür, dass es am Wochenende im Norden öfter freundlich und trocken weitergeht.

Letzteres hört sich doch gut an...

So, damit kommen wir zurück zum Nachteil einer Luftmassengrenze, wenn sie denn über einem liegt: Es wird oft nass. Und das betrifft am Samstag in etwa die Landesmitte von NRW und dem Saarland ost- beziehungsweise nordostwärts. Da sich der schauerartige Regen von Westen her ausbreiten wird, kann es in den östlicheren Regionen anfangs noch ein paar Stunden Sonne und deutlich höhere Temperaturen geben als im Westen. Dort muss man sich neben akuter Sonnenlosigkeit durchaus mal auf 5 bis 20 Liter Regen pro Quadratmeter und Tageshöchstwerte um oder unter 10 Grad einstellen. Und das betrifft nicht nur das Bergland. Auch in den tieferen Lagen sind im Regen nur 7 bis 9 Grad drin.

Wie wird der Sonntag?

Etwas ausgeglichener. Aber weiterhin mit einem Süd-Nord-Gefälle. Südlich der Mittelgebirge mit Tageshöchstwerten meistens zwischen 15 und 19 Grad. Ansonsten sind häufig zwischen 9 und 13 Grad zu erwarten. Beim Wetter geht es derweil im Norden zwar vielleicht etwas wolkiger, aber trocken weiter. In der Mitte und im Süden kann es neben aufgelockerten Abschnitten hingegen öfter Regengüsse und vereinzelte Gewitter geben.

Und die nächste Woche? Kommt der Sommer wieder?

Am Montag sicher noch nicht. Denn es bleibt unbeständig mit Werten um 10 bis 18 Grad. Ab Dienstag könnten die Temperaturen dann aber spürbar ansteigen. Das ist zwar noch sehr unsicher. Aus heutiger Sicht könnte es in der Mitte der kommenden Woche wieder für angenehme 17 bis 25 Grad reichen.

Quelle: ntv.de