Thailand kämpft gegen FlutenWasser schwappt durch Bangkok

Die Überschwemmungen in Thailands Hauptstadt Bangkok erreichen immer weitere Teile der Stadt. Die Regierung ruft die Menschen im Norden Bangkoks bereits zu Vorsichtsmaßnahmen auf, hofft aber noch auf einen glimpflichen Ausgang. Das Problem: Soll das Wasser abfließen, muss es durch die Straßen der Hauptstadt.
Die Hochwassersituation in der thailändischen Hauptstadt Bangkok bleibt angespannt. Die Wassermassen erreichten das Thupatamee-Stadion der thailändischen Luftwaffe nördlich des alten Flughafens Don Mueang. Die Armee rief Autofahrer auf, die Wagen, die sie dort in Sicherheit gebracht hatten, fortzufahren.
Der Flughafen liegt rund 25 Kilometer nördlich des Stadtzentrums. Die Wassermassen, die nach der ungewöhnlich langen und heftigen Monsunregensaison Zentralthailand überflutet haben, müssen Richtung Süden abfließen.
Bangkok auf dem Weg zum Golf
Bangkok liegt genau zwischen den Überschwemmungsgebieten und dem Golf von Thailand. Unter dem Druck der Wassermassen musste die Stadtverwaltung Schleusentore öffnen und Wasser in die Stadtkanäle lassen. Viele führen deutlich Hochwasser.
Regierungschefin Yingluck Shinawatra rief die Einwohner in den nördlichen Vororten auf, ihre Habseligkeiten hochzustellen und möglichst in den zweiten Stock der Häuser zu gehen. "Es gibt keinen Grund zur Panik", sagte sie. Die Innenstadt mit Firmensitzen, Geschäften und Hotels ist durch Notdämme aus Sandsäcken geschützt und soll nach allen Vorhersagen trocken bleiben.
Einige Außenbezirke der Zwölf-Millionen-Metropole könnten aber ein bis zwei Meter unter Wasser geraten, sagte Wissenschaftsminister Plodprasop Suraswadi der "Bangkok Post". Es dauere mindestens 20 Tage, bis die Wassermassen in den Golf von Thailand abgeflossen seien.
Fischreichtum in der Hauptstadt
Das Hochwasser hat aber noch einen anderen Effekt: Es hat eine reiche Fischausbeute in die Kanäle der thailändischen Hauptstadt gespült. Am Khlong Prapa-Kanal rund 15 Kilometer nördlich der Innenstadt standen auf engem Raum mehr als zwei Dutzend Menschen mit Fischernetzen und Speeren. "So viel Wels gibt es hier sonst nie", berichtete einer der Fischer.
Auf der Chang Watthana-Straße waren zwischen dem Fluss und der Autobahn Richtung Norden hunderte Schaulustige unterwegs, viele mit Kameras. Die Brücken waren mit Autos in Doppelreihen zugeparkt, weil viele Anwohner ihre Autos dort zur Sicherheit abgestellt hatten.