Panorama

Kindheitstrauma in "Hamlet" verarbeitet Wie Shakespeare auf Ophelia kam

Ohne die wahnsinnig gewordene Ophelia wäre Shakespeares "Hamlet" kaum denkbar. Die Inspiration zu dieser Figur verdankt der Dichter möglicherweise einem tragischen Familienereignis in der Kindheit.

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Hamlet umwirbt Ophelia lange, doch dann findet sie ein unglückliches Ende.

Der Tod einer Verwandten von William Shakespeare könnte den berühmten Schriftsteller zu seiner bekannten Figur Ophelia aus "Hamlet" inspiriert haben. Wie Forscher der britischen Universität Oxford erklärten, gibt es in den historischen rechtsmedizinischen Dokumenten zu Unfällen im englischen Königshaus Tudor Hinweise auf den Tod einer Jane Shaxpere.

Das Mädchen starb demnach 1569 im Alter von nur zweieinhalb Jahren, als sie beim Blumenpflücken ertrank. Die britischen Forscher gehen davon aus, dass Jane mit dem Dramatiker, der damals fünf Jahre gewesen sein muss, verwandt war. Der Unfall geschah nur rund 30 Kilometer von Shakespeares damaligem Zuhause entfernt.

Shakespeares Heldin Ophelia aus der Tragödie "Hamlet" ertrinkt in einem Bach, nachdem sie Blumen in einen Weidenbaum gehängt hat. Steven Gunn vom historischen Institut der Oxford Universität sagte, es sei "überraschend" gewesen, den Eintrag von Jane zu finden. Emma Smith von der Fakultät für Englisch und Literatur sagte, diese Entdeckung belege, dass sich Shakespeares Stücke oft am Erlebten und am Alltag orientierten.

Quelle: ntv.de, AFP