Panorama

HerzversagenWiener Bürgermeister Zilk tot

24.10.2008, 17:14 Uhr

Der populäre Wiener Altbürgermeister Helmut Zilk ist im Alter von 81 Jahren gestorben.

Der beliebte frühere Wiener Bürgermeister Helmut Zilk ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Zilk, der mit der Operetten- und Musical-Darstellerin Dagmar Koller verheiratet war, war zehn Jahre (1984 bis 1994) Stadtoberhaupt an der Donau. Der Sozialdemokrat geriet in die internationalen Schlagzeilen, als er 1993 Opfer eines Terroranschlags wurde: Eine Briefbombe zerfetzte seine linke Hand. Zu Ehren Zilks wurde am Wiener Rathaus Trauerbeflaggung angeordnet.

Der studierte Lehrer machte in den späten 50er und 60er Jahren zunächst eine Karriere als Journalist und war mehrere Jahre unter anderem Programmdirektor beim ORF-Fernsehen. In den 80er Jahren war er für kurze Zeit Unterrichtsminister unter dem damaligen SPÖ-Kanzler Fred Sinowatz. 1984 wurde Zilk dann zum Wiener Bürgermeister und Landeshauptmann gewählt. 1994 gab er das Amt an den jetzigen Bürgermeister Michael Häupl ab.

"Vollblut-Österreicher und Vollblut-Politiker"

Bis zu seinem Tod arbeitete Zilk journalistisch und hatte unter anderem eine eigene Fernsehsendung und eine Kolumne in einer Boulevard-Zeitung. In den vergangenen zwei Jahren häuften sich Berichte über den schlechten Gesundheitszustand Zilks, der zuletzt auch unter Nierenversagen litt. In der Nacht erlag er einem Herzversagen.

Zilk, der mit zum Teil kontroversen Stellungnahmen zur aktuellen Politik immer wieder Schlagzeilen machte, war bis zu seinem Tod auch in den Medien präsent. Der Briefbombenanschlag von 1993 erhöhte noch seine Popularität. Nach dem Krankenhausaufenthalt sagte der Kommunalpolitiker: "Es ist nicht einfach, wenn du am Ende deines Lebens ein Krüppel bist. Aber es ist gut für einen Politiker, das mitzuerleben. (...) Man darf den Mut nicht verlieren, es gibt Furchtbareres als ein paar Finger zu verlieren."

Vertreter aller österreichischen Parteien würdigten Zilk. Die österreichische Sozialdemokratie verliere mit ihm "einen ihrer wichtigsten Vertreter und großen Humanisten", sagte der neue SPÖ-Chef Werner Faymann. Bundespräsident Heinz Fischer nannte den Altbürgermeister einen "Vollblut-Wiener, Vollblut-Österreicher und Vollblut-Politiker (...), der poltern, aber auch zuhören konnte".