Panorama

Ausnahmezustand im Großraum Tokio "Wipha" sucht Japan heim

Es ist der heftigste Taifun seit Jahren: "Wipha" sorgt in Japan für Tod und Verwüstung. Auch die Reparaturtrupps in der Atomruine von Fukushima müssen mit zusätzlichen Wassermassen kämpfen. In tausenden Haushalten fällt der Strom aus.

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Diese beiden Tokioter kämpfen mit dem Sturm.

(Foto: REUTERS)

Der heftigste Taifun seit zehn Jahren hat in Japan mindestens acht Menschen in den Tod gerissen. "Wipha" verwüstete mit Windgeschwindigkeiten nahe seinem Zentrum von bis zu 180 Kilometern pro Stunde im Großraum Tokio Dutzende Häuser, löste Erdrutsche aus und behinderte den Bahn- und Flugverkehr.

Die Halbinsel Izu nahe der japanischen Hauptstadt wurde vom 26. Taifun der Saison teils schwer verwüstet. In der im Nordosten des Inselstaates gelegenen Atomruine Fukushima drohten zudem wegen des Regens Tanks mit verstrahltem Kühlwasser überzulaufen, wie Medien berichteten. Die Reparaturtrupps pumpten aus Auffangbecken um die Tanks Regenwasser ab. Die Strahlenbelastung liege aber unter den Grenzwerten, hieß es.

Auf der Halbinsel nahe Tokio starben mindestens sieben Menschen. Zu 50 weiteren Bewohnern hatten die Einsatzkräfte zunächst keinen Kontakt. Der Fernsehsender NHK zeigte Bilder von der Rettung einer Frau, die unter umgestürzten Bäumen und Schlammmassen begraben lag. Ein Anwohner hatte schwache Hilferufe gehört, konnte wegen der Schlammmassen selbst aber nicht zu der Frau vordringen und alarmierte die Feuerwehr. Derweil wurde eine Frau im Ort Machida in Tokio von den Fluten eines angeschwollenen Flusses mitgerissen und ertrank. In der Tokioter Nachbarprovinz Kanagawa wurden zwei kleine Jungen von einer Welle erfasst und galten zunächst als vermisst, meldete NHK.

Hunderte Schulen geschlossen

Der öffentliche Verkehr auch in der Hauptstadt Tokio wurde vorübergehend beeinträchtigt. Manche Büroangestellte waren vorsichtshalber am Vortag nicht nach Hause gefahren, sondern übernachteten in der Nähe ihrer Arbeitsplätze. Hunderte Schulen, darunter auch die Deutsche Schule in Yokohama, blieben geschlossen.

In tausenden Haushalten fiel zeitweise der Strom aus. Derweil zog "Wipha" über dem Meer in nordöstliche Richtung weiter. Er dürfte sich über dem Pazifik abschwächen.

Quelle: n-tv.de, dpa

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