Panorama

Nach Wirtshausprügelei Wirbel um Reisewarnung

Eine Sicherheitswarnung der USA für Garmisch-Partenkirchen löst Irritationen zwischen deutschen und US-Behörden aus. Amerikanische Bürger sollen an diesem Wochenende von Reisen in den Urlaubsort Abstand zu nehmen. Der 4. Juli ist der Unabhängigkeitstag der Vereinigten Staaten.

ochse.jpg

So schön ist's hier: Ein glücklicher Ochse auf einer Wiese in Garmisch-Partenkirchen. Im Hintergrund die Zugspitze.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Eine Reisewarnung der USA für Garmisch-Partenkirchen hat in Bayern Wirbel ausgelöst. In der Warnung des US-Konsulats in München wird vor möglichen Vergeltungsmaßnahmen einer deutschen Gruppe gegen US-Bürger gewarnt. Auslöser war ein vergleichsweiser harmloser Vorfall vor einem Nachtclub, bei dem einem US-Bürger angedroht wurde, in den nächsten Tagen Opfer einer Racheaktion zu werden. Deshalb sollten Amerikaner öffentliche Plätze, vor allem aber Restaurants, Bars und Diskotheken in der Fremdenverkehrsgemeinde meiden, hieß es in der ungewöhnlichen Warnung.

Laut Polizei waren vor rund einer Woche zwei Männer, darunter ein Angestellter der US-Armee, vor dem Lokal aufeinander losgegangen. Mehrere Personen seien verletzt worden. Einer der deutsch-türkischen Beteiligten soll dem Amerikaner damit gedroht haben, in den nächsten Tagen mit Freunden zurückzukommen und Rache zu üben.

"Konkrete Anhaltspunkte für eine Gefährdung"

Eine Sprecherin des US-Generalkonsulats in München sagte dem "Münchener Merkur", sobald konkrete Anhaltspunkte für eine Gefährdung von US-Staatsangehörigen vorlägen, seien die Konsulate verpflichtet, die Bürger umgehend in Kenntnis zu setzen. "Wir nehmen den Sachverhalt sehr wohl ernst, aber die bestehenden Sicherheitsmaßnahmen sind ausreichend", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd am Samstag in Rosenheim. Man sei nach der Warnung des Generalkonsulats in München zwar besonders aufmerksam, aber man dürfe den Vorfall, der zu der Reisewarnung führte, auch nicht überbewerten.

Ein deutscher Sicherheitsbeamter sprach nach Angaben der Zeitung von einer alltäglichen Wirtshaus-Schlägerei, die von den US-Behörden völlig falsch interpretiert worden sei. Deutsche Sicherheitsbehörden betonten demnach, es handele sich um einen regional begrenzten Vorfall. Die Reisewarnung stehe in keinem Zusammenhang mit der diese Woche von der Bundesregierung bestätigten Warnung, dass islamistische Extremisten im Vorfeld der Bundestagswahl Terroranschläge in Deutschland verüben könnten.

War nicht so gemeint

Inzwischen habe sich die Lage wohl etwas entspannt. Die Drohungen von einem an dem Vorfall Beteiligten seien wieder zurückgenommen worden, sagte der Polizeisprecher. Der Mann habe nach eigener Aussage nicht beabsichtigt, seine Drohung wahr zu machen. Dennoch hatte die Sicherheitswarnung der USA für Garmisch-Partenkirchen Irritationen zwischen deutschen und US-Behörden ausgelöst.

Quelle: ntv.de, dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.