Panorama

Coronaviruskrise spitzt sich zu Zahl der Todesfälle in Europa steigt rasant an

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Mit dieser Figur wollten die Bürger von Valencia eigentlich ihr Frühlingsfest feiern. Seit der Absage trägt sie eine Maske.

(Foto: picture alliance/dpa)

Europaweit steigt die Zahl der Corona-Toten deutlich an, besonders schlimm sieht es in Italien, Spanien oder Frankreich aus. Auch in Deutschland ist die Entwicklung dramatisch, im Verhältnis zu den Infektionsfällen gibt es aber hierzulande relativ wenig Todesfälle. Dies könnte verschiedene Gründe haben.

Es sei die größte Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg, hat die Bundeskanzlerin über die Corona-Epidemie gesagt. Damit hat sie völlig recht, und wer das noch nicht begriffen hat, muss sich nur einige der jüngsten Zahlen in Europa ansehen.

Die Zahl der Todesopfer in Großbritannien stieg am Mittwoch auf 104. Am Dienstag hatte die Regierung noch von 71 Todesfällen und 2626 bestätigten Coronavirus-Infektionen gesprochen.

Frankreich meldet jetzt 264 Tote, davor waren es 89. Die Zahl der Infektionsfälle legte in unserem Nachbarland binnen 24 Stunden um 18 Prozent auf 9134 zu. 931 von ihnen befinden sich in einem ernsten Zustand.

In Italien ist die Zahl der Todesfälle infolge des Coronavirus binnen 24 Stunden um 19 Prozent auf 2978 gestiegen. Die Zahl der registrierten Infektionen erhöhte sich in der gleichen Zeit um 13 Prozent auf 35.713.

Spanien zählt jetzt rund 14.000 Coronavirus-Infektionen, was nahezu 2000 mehr als am Vortag sind. In den vergangenen 24 Stunden ist dort auch die Zahl der Toten von 525 auf 598 gestiegen.

In Deutschland steigt vor allem die Zahl der Neuinfektionen an. Bundesweit gibt es aktuell mehr als 12.000 bestätigte Fälle, 27 Menschen sind dem Coronavirus erlegen. Am Dienstag wurden noch weniger als 10.000 Infizierte und 26 Tote gezählt.

Sterblichkeitsrate in Deutschland niedriger?

Die Zahlen ändern sich fast stündlich, das hier ist nur eine Momentaufnahme. Etwas fällt jedoch sofort auf: Im Vergleich zu den anderen europäischen Ländern mit vielen Infizierten gibt es in Deutschland relativ wenig Todesfälle.

Sicher ist hierzulande die medizinische Versorgung besser als in anderen Ländern. Doch damit alleine lässt sich der Unterschied nicht erklären. Experten gehen davon aus, dass ein Grund darin liegt, dass in der Bundesrepublik früher getestet wurde und Infektionsfälle schneller erkannt wurden als anderswo. Das vermutet auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO), hat dafür aber auch noch keine belastbaren Belege.

Dunkelziffern wesentlich höher

In Italien begannen die Behörden laut "Quarks" erst vermehrt auf das neuartige Coronavirus zu testen, als es schon erste Todesfälle gab. Die Dunkelziffer der tatsächlich Infizierten dürfte in Italien deutlich höher sein als die offiziellen Zahlen. So ließe sich auch erklären, dass Spaniens direkter Nachbar Portugal bisher nur rund 450 Infektionen und einen Todesfall meldet. Weniger Tests bedeuten niedrigere Infektionszahlen. Und wenn post mortem keine Tests durchgeführt werden, weiß man auch nicht, wie viele Todesopfer das Virus tatsächlich gefordert hat.

Auch in Deutschland ist die Dunkelziffer der Infizierten vermutlich sehr hoch. Dem "Spiegel" nach haben Forscher der Columbia University aus Zahlen der Epidemie-Entwicklung in China hochgerechnet, dass auf jeden diagnostizierten Corona-Fall fünf bis zehn unerkannte Infizierte kommen. Hierzulande gäbe es demnach aktuell bisher zwischen 60.000 und 120.000 Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben.

Quelle: ntv.de, kwe

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