Panorama

Sex-AnzeigenZapatero erwägt Verbot

16.07.2010, 16:32 Uhr

Sex-Annoncen trügen nur dazu bei, die sexuelle Ausbeutung von Frauen zu fördern, sagt Spaniens Ministerpräsident Zapatero und prüft ein Verbot. Verleger und Prostituiertenvereinigung sind empört. Callgirls würden dadurch gezwungen, auf den Straßenstrich oder in einschlägige Clubs zu gehen, wo ihnen erst recht Ausbeutung drohe.

prostituierte
(Foto: picture-alliance/ dpa)

Spaniens Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero will die Sex-Annoncen aus der Presse verbannen. Zeitungsanzeigen, in denen Prostituierte ihre Dienste anbieten, trügen nur dazu bei, die sexuelle Ausbeutung von Frauen zu fördern. Die Regierung prüfe deshalb rechtliche Möglichkeiten für ein Verbot, sagte der sozialistische Regierungschef.

Die Verleger wiesen das Vorhaben energisch zurück. Das Anzeigengeschäft habe in den vergangenen Jahren bereits wegen Einschränkungen bei der Alkohol- und Tabakwerbung stark gelitten.

Hetaira: kontraproduktiv

Die Prostituiertenvereinigung Hetaira lehnte den Vorschlag ebenfalls ab. Er sei "kontraproduktiv, puritanisch" und im Kampf gegen die organisierte Kriminalität nutzlos. Vielmehr würden Callgirls dadurch gezwungen, auf den Straßenstrich oder in einschlägige Clubs zu gehen, wo ihnen erst recht Ausbeutung drohe.

Der Verband katholischer Familienväter CONCAPA begrüßte dagegen die Idee. Es könne in dieser Frage nicht um die Pressefreiheit gehen. Viele dieser Annoncen stünden für menschliche Schicksale und Ausbeutung durch kriminelle Organisationen.

Quelle: dpa