Panorama

Schwere Schäden im Süden und OstenZwei Frauen sterben bei Unwetter

23.06.2011, 18:56 Uhr
DI10023-20110623-jpg2457184974595384661
Feuerwehrleute stehen in Hamburg - Bergedorf neben einer umgeknickten rund 30 Meter hohen Pappel. (Foto: dapd)

Bei schweren Unwettern, die Teile Deutschlands überziehen, kommen zwei Menschen ums Leben. Eine 57-jährige Kanufahrerin ertrinkt auf dem Bodensee, eine 77 Jahre alte Frau wird von einem Erdbeerstand erschlagen. Regenfälle, Gewitter und Windhosen richten im Süden und Osten schwere Schäden an. Zehntausende Menschen sind ohne Strom.

Bei schweren Unwettern mit Blitz und Hagel sind zwei Frauen in Baden-Württemberg ums Leben gekommen. In mehreren anderen Bundesländern gab es Verletzte. Stürme und Regen richteten vielerorts Schäden in Millionenhöhe an. Besonders betroffen waren außer Baden-Württemberg die Länder Bayern, Hessen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Brandenburg. Straßen waren überflutet, Stromleitungen rissen ab. Bäume stürzten auf Bahngleise. An den Flughäfen in Frankfurt/Main und München kam es zu Verspätungen.

2ylx4125-jpg8740734475695514989
Auch in Oberbayern blockierten umgestürzte Bäume viele Straßen. (Foto: dpa)

Eine 57 Jahre alte Frau ertrank auf dem Bodensee bei Radolfzell, als ihr Kanu kenterte, teilte das Lagezentrum des Innenministeriums in Stuttgart mit. Eine 77-Jährige wurde in Konstanz von einem eingestürzten Erdbeerstand begraben. Sie starb später im Krankenhaus. In Heidenheim durchschlug ein Ast die Heckscheibe eines Autos, ein fünfjähriges Mädchen verletzte sich schwer.

Ebenfalls in Baden-Württemberg traf ein Silo, das sich im Sturm gelöst hatte, eine Frau. Sie erlitt schwere Verletzungen. Eine Frau in Emmendingen, auf deren Auto ein Baum stürzte, musste aus dem Wagen befreit werden. Sie blieb unverletzt. Zwei Autobesitzer in Efringen-Kirchen kamen mit dem Schrecken davon: Ihre beiden Wagen hatten nebeneinander auf einem Parkplatz gestanden, als ein Baum genau in die Lücke dazwischen fiel, die Autos bekamen nur Kratzer ab.

Strommasten und -leitungen beschädigt

Bei etwa 50.000 Kunden der Envia Mitteldeutsche Energie AG in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg fiel zeitweise der Strom aus: Blitzeinschläge, umgestürzte Bäume und herabfallende Äste hatten am Mittwoch Strommasten und -leitungen beschädigt. Die Haushalte wurden nach und nach wieder ans Netz angeschlossen. Envia in Chemnitz bezifferte den Schaden auf eine Million Euro.

1308776406-jpg5522164996012824244
In Frankenau-Altenlotheim beschädigte eine Windhose 37 Häuser. (Foto: dapd)

Im oberbayerischen Riedering stürzte ein Baum auf ein Gartenhäuschen, der Besitzer wurde schwer verletzt. Im hessischen Frankenau deckte eine Windhose mehrere Dächer ab. Eine Frau wurde laut Polizei leicht verletzt.

Am Frankfurter Flughafen mussten mehrere Maschinen wegen eines kräftigen Gewitters warten. "Aus Sicherheitsgründen mussten wir Kapazitätseinschränkungen vornehmen und konnten nicht wie geplant starten und landen", sagte Flughafensprecher Thomas Uber. Auch Bahnstrecken und Straßen wurden wegen umgestürzter Bäume zeitweise gesperrt. Vielerorts liefen Keller voll.

Orkanböen von über 120 Kilometern pro Stunde

Die Unwetterfront brachte heftigen Wind mit sich. "Dabei kam es gebietsweise zu unwetterartigen Gewittern mit Starkregen, Hagelschlag und schweren Sturmböen, vereinzelt wurden von unseren Wetterstationen sogar Orkanböen von über 120 Kilometern pro Stunde registriert", sagte Stefan Laps, Meteorologe der Meteomedia Unwetterzentrale in Bochum. In Stötten in Baden-Württemberg und Hochwald in Sachsen maßen die Meteorologen 130 Stundenkilometer.

Nach Angaben von Meteomedia setzt sich ab Sonntag vom Südwesten her wohl sehr warme Luft durch. Temperaturen von 32 bis 34 Grad im Westen sagten die Meteorologen für Dienstag voraus.

Auch in Österreich richteten Unwetter am Mittwoch und in der Nacht schweren Schaden an. Starkregen, Sturm und Hagel fluteten Keller, Hänge rutschten ab, umgestürzte Bäume blockierten Straßen. In Tirol fiel in mehreren Tausend Haushalten der Strom aus. Die Schweiz kam dagegen glimpflich davon: Dort war vor allem der Regionalverkehr beeinträchtigt.

Quelle: dpa