Panorama

Mehr Erkrankungen in DeutschlandZwei Schweinegrippe-Tote

11.01.2011, 19:45 Uhr

Das Schweinegrippe-Virus ist zurück: In Nordrhein-Westfalen starben ein Mädchen und ein 57-jähriger Mann. Ob allerdings das H1N1-Virus die Todesursache war, müsse noch die Obduktion zeigen. Angesichts einer deutlichen Zunahme der Erkrankungen mahnen Experten zur Grippeimpfung - besonders bei Kindern und Jugendlichen.

Ein mit dem Schweinegrippe-Virus infiziertes Mädchen ist in Köln gestorben. Wie eine Sprecherin der Kliniken der Stadt Köln bestätigte, war das Mädchen im örtlichen Kinderkrankenhaus intensivmedizinisch behandelt worden. Ob wegen des Schweinegrippe-Virus' oder wegen einer anderen Krankheit, ist nicht bekannt. Der Verlauf der Krankheit sei so schwer gewesen, dass das Kind am Tag nach der Aufnahme am Wochenende starb. Im Rahmen der Diagnostik sei ein H1N1- Test positiv ausgefallen. Ob die Schweinegrippe die Todesursache war, müsse die Obduktion zeigen.

Zuvor gab es bereits einen weiteren Todesfall in Nordrhein-Westfalen. Ein 57 Jahre alter Mann, der durch eine Lungenerkrankung vorbelastet war, starb bereits am Samstag in der Essener Uniklinik, teilte der Kreis Soest mit.

Derzeit gibt es nach Auskunft der Kreisverwaltung zwei weitere gesicherte Schweinegrippe-Fälle im Kreis Soest. Ein Sechsjähriger aus Lippstadt und sein neun Monate alter Bruder seien ebenfalls mit dem H1N1-Virus infiziert. Der Sechsjährige werde aufgrund des schweren Krankheitsverlaufes in der Uniklinik Münster behandelt. Sein Bruder sei nicht so schwer betroffen.

Verband: Kinder bitte impfen!

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) sprach sich derweil für die saisonale Grippeschutzimpfung bei jungen Menschen aus. Angesichts einer deutlichen Zunahme der Erkrankungen durch das H1N1-Virus (Schweinegrippe) sei die Grippeimpfung für Kinder und Jugendliche ratsam, heißt es in einer Pressemitteilung. Gerade bei Minderjährigen könne eine Infektion mit dem H1N1-Virus häufiger zu schweren Erkrankungen führen.

Der Grippeimpfstoff "Pandemrix" ist für Kinder ab dem vollendeten sechsten Lebensmonat zugelassen. Kinder und Jugendliche, die sich bereits in den vergangenen zwölf Monaten haben impfen lassen, bräuchten sich demnach nicht erneut zu schützen. Mit dem Höhepunkt der Grippewelle sei im Februar zu rechnen.

Quelle: dpa