Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 10:59 Militärparade ohne Panzer: Putin zeigt sich siegessicher +++

09.05.2026, 00:01 Uhr

Der russische Präsident Wladimir Putin hat bei der Militärparade zum 9. Mai sicher gezeigt, dass die Moskauer Armee den Angriffskrieg gegen die Ukraine gewinnt. "Ich bin fest davon überzeugt: Unsere Sache ist gerecht, wir stehen zusammen, der Sieg war immer und wird immer auf unserer Seite sein", sagt Putin in scharfem Ton auf dem Roten Platz in Moskau. Die russische Armee werde bei ihrem Einsatz in der Ukraine heute inspiriert von der "Generation der Sieger" im Zweiten Weltkrieg, meinte der Kremlchef. "Sie stellen sich einer aggressiven Macht entgegen, die vom gesamten Nato-Block bewaffnet und unterstützt wird", sagte Putin, der seinen Krieg gegen die Ukraine 2022 begonnen hatte. Trotz der westlichen Unterstützung "marschieren unsere Helden vorwärts", behauptet der Präsident.

Der-russische-Praesident-Wladimir-Putin-haelt-am-9-Mai-2026-auf-dem-Roten-Platz-im-Zentrum-von-Moskau
Der russische Präsident Wladimir Putin hält am 9. Mai 2026 auf dem Roten Platz im Zentrum von Moskau. (Foto: via REUTERS)

+++ 10:16 Kreml wettert gegen Selenskyjs "dummen Witz" über "Erlaubnis" zu Moskauer Militärparade +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist mit seinem Dekret zu seiner "Genehmigung" der russischen Militärparade auf dem Roten Platz in Moskau auf Kritik gestoßen. "Wir brauchen von niemandem eine Erlaubnis", sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow dem russischen Staatsfernsehen vor Beginn der jährlich am 9. Mai angesetzten Parade zum Tage des Sieges der Sowjetunion über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg. "Wehe dem, der versucht, sich über den Tag des Sieges lustig zu machen und solche dummen Witze zu reißen", sagt er. Selenskyj hatte am Freitag einen Erlass "Über die Durchführung einer Parade in Moskau" mit den Koordinaten des Roten Platzes veröffentlicht, die von ukrainischen Angriffen ausgenommen werden sollen. Das Dekret ging einher mit einer von US-Präsident Donald Trump vermittelten Waffenruhe, die bis 11. Mai gelten soll. Bis zum Morgen gab es keine offiziellen Berichte über Verstöße gegen diese Vereinbarung - Russland führt seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine seit mehr als vier Jahren.

+++ 09:15 Ukraine veröffentlicht Zahlen zu russischen Verlusten +++

Der ukrainische Generalstab veröffentlicht neue Verlustzahlen zu den russischen Truppen in der Ukraine. Demnach soll Russland seit dem 24. Februar 2022 rund 1.340.270 Soldaten in der Ukraine verloren haben. Allein innerhalb von 24 Stunden betrage die Zahl der Verluste 1080. Dem Bericht aus Kiew zufolge sollen unter anderem außerdem einen Panzer, 82 Artilleriesysteme und 1479 Drohnen zerstört worden sein. Insgesamt soll Russland laut der Ukraine seit Beginn des Großangriffs 11.920 Panzer, 41.712 Artilleriesysteme, 1371 Flugabwehrsysteme und 435 Flugzeuge, 352 Hubschrauber, 2.381.208 Drohnen, 33 Schiffe sowie zwei U-Boote verloren haben. Westliche Schätzungen nennen geringere Verlustzahlen - wobei das auch nur Mindestwerte sind.

+++ 08:03 ISW: Ukrainer erobern Gebiete in Donezk und Saporischschja zurück +++

Die ukrainischen Streitkräfte sind kürzlich in Richtung Slowjansk in der ukrainischen Region Donezk und in Richtung Huljajpole in der ukrainischen Region Saporischschja vorgerückt. Das schreiben die Analysten des Institute for the Study of War (ISW) in ihrem jüngsten Bericht. Die Analysten des ISW beziehen sich in ihrem Bericht auf geolokalisiertes Bild- und Filmmaterial der vergangenen Tage.

+++ 07:21 Ukraine zählt mehr als 600 russische Drohnenangriffe binnen eines Tages nur auf Saporischschja +++

Russische Streitkräfte greifen die Region Saporischschja trotz geltender Waffenruhe in der Nacht mit Drohnen an. Das schreibt der Militärgouverneur von Saporischschja, Iwan Fedorow, auf Telegram. Dabei sollen laut Fedorow zwei Menschen verletzt worden sein. Zudem schreibt der ukrainische Gouverneur der umkämpften Frontregion in der Ukraine, dass russische Streitkräfte innerhalb eines Tages mit 615 Drohnen angegriffen haben. Er zählt 123 Artillerieattacken auf Siedlungen in der Region.

+++ 06:26 Umfrage: USA sinken in der weltweiten Wahrnehmung hinter Russland +++

Die weltweite Wahrnehmung der Vereinigten Staaten ist das dritte Jahr in Folge gesunken. Das zeigt eine Umfrage der "Alliance of Democracies Foundations". Das Umfrageergebnis basiert auf den Antworten von mehr als 46.000 Menschen aus 85 Ländern. Die USA liegen demnach auf Platz 128 von 132, mehrere Plätze hinter Russland, das Platz 126 belegt. Deutschland steht auf dem Ranking auf Platz 20, die Ukraine auf Platz 62.

+++ 05:38 EU-Abgeordnete fordern Unabhängigkeit von Nato +++

Ein neues parteiübergreifendes Bündnis von EU-Abgeordneten hat am Europatag am heutigen Samstag den schnellen Aufbau einer europäischen Verteidigungsunion angemahnt. "Sich beim Schutz Europas allein auf die Vereinigten Staaten zu verlassen, ist ein gefährliches Glücksspiel", heißt es in einer Erklärung, die unter anderem die deutschen Parlamentarier Marie-Agnes Strack-Zimmermann von der FDP, Michael Gahler von der CDU und Tobias Cremer von der SPD unterzeichneten. Es brauche Strukturen, die im Ernstfall auch ein Handeln ohne die US-dominierte Nato ermöglichen. Dazu gehörten entsprechende Kommandostrukturen und eine schnelle Eingreiftruppe.

+++ 04:35 Wehrbeauftragter zurückhaltend bei Sanktionen für Antwortverweigerer +++

Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Henning Otte, sieht Sanktionen für 18-jährige Männer, die Antworten auf den Fragebogen zum neuen Wehrdienst trotz gesetzlicher Pflicht verweigern, nur als letztes Mittel. "Der Fragebogen ist keine Einberufung, sondern zunächst eine Auskunft", sagt er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Die Abläufe für den neuen Wehrdienst sind durch unser Parlament und unsere Bundesregierung gesetzlich klar geregelt. Wer in Deutschland Rechte und Pflichten wahrnimmt, sollte daher auch bereit sein, auf staatliche Schreiben zu reagieren." Otte fügt allerdings hinzu: "Nach ausführlicher Information und angemessenen Fristen dürfen Bußgelder nur das letzte Mittel sein. Entscheidend bleibt, junge Menschen durch Transparenz und Attraktivität vom Dienst für unser Land zu überzeugen, nicht durch Sanktionen."

+++ 03:41 Röttgen: Iran-Krieg schadet Russland mehr als der Ukraine +++

Der CDU-Außenexperte Norbert Röttgen erwartet, dass sich der Krieg im Iran eher negativ auf Russland als auf die Ukraine auswirkt. Der höhere Ölpreis werde durch die reduzierte russische Ölproduktion ausgeglichen. "Darüber hinaus lernt die Welt, dass Russland kein verlässlicher Partner ist, der seinen Verbündeten im Ernstfall relevant zu Hilfe kommt", sagt der CDU-Politiker den Funke-Zeitungen. Dass US-Präsident Donald Trump jetzt voll auf Iran konzentriert sei, bedeute für den russischen Staatschef Wladimir Putin einen Verlust von Aufmerksamkeit. "Putin ist strategisch in einer Zwickmühle", so Röttgen. "Er will es sich mit keinem verderben, weder mit den USA noch mit Iran, noch mit den Golfstaaten und Israel."

+++ 02:39 Trump erwägt Verlegung von US-Truppen aus Deutschland nach Polen +++

US-Präsident Donald Trump stellt in Aussicht, US-Truppen, die aus Deutschland abgezogen werden, nach Polen zu verlegen. Zudem spricht er sich für eine Verlängerung der dreitägigen Feuerpause im Krieg zwischen Russland und der Ukraine aus. "Ich würde mir eine deutliche Verlängerung der Waffenruhe wünschen", sagte Trump. Zuvor hatte er eine Feuerpause vom 9. bis zum 11. Mai anlässlich der russischen Feierlichkeiten zum Ende des Zweiten Weltkriegs angekündigt.

+++ 01:32 Militärparade in Moskau: Röttgen sieht Putin "zunehmend unter Druck" +++

Der CDU-Außenexperte Norbert Röttgen sieht Russlands Präsident Wladimir Putin in wachsender Bedrängnis. Die reduzierte Form der Militärparade am 9. Mai sei "ein untrügliches Zeichen dafür, dass Putin zunehmend unter Druck ist", sagt der Vizevorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion den Funke-Zeitungen. Der Krieg gegen die Ukraine sei in Russland immer unpopulärer, und der Wirtschaft gehe es schlecht. "Der Ukraine gelingt es immer mehr, das Kriegsgeschehen auf russisches Territorium zu verlagern", hebt er hervor. "Ukrainische Drohnen fliegen bis nach Moskau und können dort erhebliche Schäden verursachen." Öffentliche Auftritte seien somit gefährlich. Moskau feiert traditionell am 9. Mai den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland mit einer Militärparade auf dem Roten Platz.

+++ 23:43 Foltergefängnis in Donezk: Verdächtiger in Frankreich festgenommen +++

Nach Fällen von Folter im illegalen Donezker Gefängnis "Isolation" ist in Frankreich ein tatverdächtiger Ukrainer festgenommen worden. Das meldet die Nachrichtenagentur Suspilne mit Verweis auf den ukrainischen Generalstaatsanwalt Ruslan Kravchenko. "In den Jahren 2017 bis 2019 kooperierte ein ukrainischer Staatsbürger freiwillig mit dem sogenannten 'Ministerium für Staatssicherheit der DVR'. Ehemalige Gefangene berichten, er sei Assistent des Gefängnisleiters gewesen. Er habe an der Folter von Gefangenen mitgewirkt, sie grausam behandelt, psychischen Druck ausgeübt, Geständnisse erzwungen und Menschen gedemütigt. Mindestens neun Opfer konnten bisher identifiziert werden", schreibt Kravchenko unter Berufung auf Ermittlungsdaten auf Facebook. Laut Kravchenko floh der Angeklagte im Jahr 2021, als die Ermittlungen in der Ukraine abgeschlossen und der Fall an das Gericht übergeben wurde, aus der Ukraine nach Frankreich und versuchte dort, Asyl zu erhalten. "Nach einem Appell der ukrainischen Staatsanwaltschaft leiteten französische Strafverfolgungsbehörden ein eigenes Strafverfahren ein."

+++ 22:11 Keine ukrainischen Angriffe: Selenskyj "erlaubt" per Dekret Militärparade in Moskau +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj "erlaubt" per Dekret die russische Militärparade zum Tag des Sieges über Nazi-Deutschland in Moskau. Zudem sichert er zu, dass keine Waffen auf den Roten Platz gerichtet werden. "Ich ordne hiermit an: die Abhaltung einer Parade in der Stadt Moskau am 9. Mai 2026 zu gestatten", heißt es in dem Erlass. Der Rote Platz werde vom geplanten Einsatz ukrainischer Waffen ausgenommen, verspricht Selenskyj.

+++ 21:12 Russland-Experte Mangott: Plötzlich will Putin auch mit den Europäern sprechen +++

Russland sendet Signale der Bereitschaft für Friedensgespräche mit den Europäern. "Die große Frage ist, ob wir dann rivalisierende Verhandlungsprozesse haben", sagt Russland-Experte Gerhard Mangott. Einen gemeinsamen Verhandlungstisch mit den USA bewertet er als besser, aber "sehr wahrscheinlich ist das nicht".

Alle früheren Entwicklungen können Sie hier nachverfolgen.