Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 03:59 Selenskyj kündigt Präventivschläge gegen russische Anlagen an +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigt Präventivschläge gegen russische Einrichtungen an. Er habe die Geheimdienste und das Militär angewiesen, präventiv gegen Anlagen vorzugehen, die Russland für den Krieg nutze, sagt Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Unterdessen fällt die Moskauer Ölraffinerie Insidern zufolge nach schweren Schäden durch ukrainische Drohnenangriffe für mindestens sechs Monate aus. Die russische Produktion von Erdölprodukten sinkt offiziellen Daten zufolge im Mai im Jahresvergleich um 13,5 Prozent.
+++ 02:54 Erste Zahlen: Röwekamp hält Wiedereinführung der Wehrpflicht weiter für möglich +++
Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Thomas Röwekamp, hält eine Absage an die Wiedereinführung der Wehrpflicht nach den ersten vom Verteidigungsministerium präsentierten Zahlen über den Rücklauf beim neuen Wehrdienst für verfrüht. "Die bisher vorliegenden Rückmeldungen aus dem Fragebogen zum neuen Wehrdienst enthalten Licht und Schatten", sagt er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Erfreulich ist, dass so viele junge Menschen der Aufforderung zur Beantwortung der Fragen nachgekommen sind." Röwekamp fährt fort: "Insgesamt werden wir jedoch die erste Auswertung erst nach einem vollständigen Jahrgang vornehmen können. Denn entscheidend für unsere militärischen Fähigkeiten ist am Ende nicht die abstrakte Bereitschaft, sondern die konkrete Zahl von Soldatinnen und Soldaten in der Bundeswehr."
+++ 01:54 Russischer Oppositionspolitiker muss sieben Jahre in Haft +++
Knapp drei Monate vor der Parlamentswahl in Russland hat ein Gericht in Moskau den Oppositionspolitiker Maxim Kruglow wegen des Vorwurfs der Verbreitung von Unwahrheiten über die Armee zu sieben Jahren Strafkolonie verurteilt. Das melden mehrere russische Medien übereinstimmend. Vorgeworfen wurden dem stellvertretenden Vorsitzenden der Oppositionspartei Jabloko demnach zwei Posts in sozialen Medien aus dem Jahr 2022. In einem Post hatte Kruglow demnach geschrieben, dass er sich auf Angaben der Vereinten Nationen beziehe und eine Zahl getöteter Zivilisten in der Ukraine genannt, im anderen ging es um Butscha. Russische Truppen hatten die ukrainische Kleinstadt in den ersten Kriegstagen besetzt, sie wurde nach ihrer Befreiung zu einem Symbol für russische Kriegsverbrechen.
+++ 00:53 Kreml bezeichnet Atomwaffen als "einzige" Garantie gegen globalen Krieg +++
Atomwaffen sind aus Sicht des Kreml das "einzige" Bollwerk, das die Welt vor einem globalen Krieg bewahrt. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagt bei einem außenpolitischen Forum in Moskau, das globale Sicherheitssystem erodiere. "Tatsächlich haben wir auf dieser Welt nichts mehr außer der nuklearen Abschreckung. Sie ist das Einzige, was die Welt vor einem globalen Krieg schützt", sagt Peskow. "Angesichts der technologischen Entwicklung ist bereits klar, dass neue Arten von nicht-nuklearen Waffen entstehen werden, die jedoch letztendlich in ihrer Zerstörungskraft mit Atomwaffen gleichziehen könnten", fährt der Kreml-Sprecher fort. Im Februar war mit New Start der letzte Atomwaffenkontrollvertrag zwischen Russland und den USA ausgelaufen. Dadurch sind Beschränkungen für die beiden größten Atommächte der Welt aufgehoben. Russlands Präsident Wladimir Putin hat während des Krieges gegen die Ukraine wiederholt auf nukleare Rhetorik gesetzt.
+++ 23:44 "Er schlägt sich ziemlich gut": Trump lobt Selenskyj im Kampf gegen Russland +++
US-Präsident Donald Trump hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj für den Verteidigungskampf der ukrainischen Truppen gegen Russland gelobt. "Er schlägt sich ziemlich gut. Er hält zumindest gut stand", sagt Trump im Weißen Haus über Selenskyj. "Auf beiden Seiten sterben viele Menschen, aber ich denke, er schlägt sich ziemlich gut." Trump hatte Selenskyj in der Vergangenheit oft scharf kritisiert und ihm vorgeworfen, er blockiere Bemühungen um eine Beendigung des Konflikts, obwohl er "keine Karten" mehr in der Hand halte. Zuletzt erhöhte der US-Präsident aber den Druck auf Moskau. Zusammen mit den anderen Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten kündigte er in der vergangenen Woche verschärfte Sanktionen gegen Russland an. Der US-Präsident forderte den Kreml auf, Verhandlungen für ein Ende des Kriegs aufzunehmen.
+++ 22:55 Ukraine will Grenzorte im Norden evakuieren +++
Die Menschen in zwölf Grenzsiedlungen im Norden der Ukraine sollen innerhalb der nächsten zwei Monate evakuiert werden. Das sei auf Antrag des Militärs beschlossen worden, erklärt die Oblast Tschernihiw auf Telegram. Diese liegt nordöstlich von Kiew grenzt sowohl an Belarus als auch an Russland. Zudem soll die Evakuierung von sieben weiteren Grenzdörfern in Tschernihiw fortgesetzt werden, die bereits im Winter begonnen wurde. Ein Teil der Bewohner habe sich allerdings geweigert, zu gehen, heißt es. Den Behörden zufolge leben noch etwa Tausend Menschen in den Grenzsiedlungen, darunter 120 Kinder.
+++ 22:06 Angriff tötet eine Person und verletzt fünf weitere +++
Durch Angriffe Russlands im Südosten der Ukraine gibt es weitere Opfer. Eine Frau sei gestorben und fünf weitere Menschen seien verletzt, nachdem das russische Militär das Gebäude eines Versorgungsunternehmens im Bezirk Saporischschja attackiert habe, schreibt die regionale Verwaltung auf Telegram. Das Gebäude liege teilweise in Trümmern.
+++ 21:47 Kreml beharrt auf Forderungen und stellt zugleich Europas Dialogbereitschaft infrage +++
Der Kreml stellt die Bereitschaft Europas zu Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Kriegs und die Wiederherstellung der Beziehungen infrage. "Erst einmal müssen wir sicher sein, dass vonseiten Europas der Wunsch da ist, einen Dialog zu führen", antwortet Kremlsprecher Dmitri Peskow auf die Frage zu den Aussichten möglicher Gespräche. Es gebe zwar erste Signale, doch diese seien widersprüchlich, sagt Peskow mit Blick auf den Streit in Brüssel über eine Kontaktaufnahme von EU-Ratspräsident António Costa mit Moskau. Letzte Woche wurde bekannt, dass Costa über sein Büro Kontakt mit Moskau aufgenommen hatte, um Kommunikationskanäle für mögliche künftige Verhandlungen zu öffnen. Die deutsche Regierung äußerte sich verärgert über das Vorgehen, da es nicht vorher abgestimmt war. Peskow betont einmal mehr die Dialogbereitschaft Russlands, beharrt dabei aber auf altbekannten Moskauer Positionen. Für eine Beendigung des Kriegs müsste die Ukraine sich damit aus allen Landstrichen der Region Donezk zurückziehen.
+++ 21:18 Ukraine: Russische Drohnenangriffe beschädigen Naftogaz-Anlagen +++
Russische Drohnenangriffe beschädigen nach Angaben von Naftogaz die Gaserzeugungs- und Speicheranlagen des staatlichen ukrainischen Energiekonzerns in der zentralen Region Poltawa erheblich. Ein Teil der Anlagen stellt den Betrieb ein, wie das Unternehmen auf Telegram mitteilt.
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