Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 21:18 Ukraine: Russische Drohnenangriffe beschädigen Naftogaz-Anlagen +++

24.06.2026, 22:00 Uhr
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Russische Drohnenangriffe beschädigen nach Angaben von Naftogaz die Gaserzeugungs- und Speicheranlagen des staatlichen ukrainischen Energiekonzerns in der zentralen Region Poltawa erheblich. Ein Teil der Anlagen stellt den Betrieb ein, wie das Unternehmen auf Telegram mitteilt.

+++ 20:45 Ukraine meldet sechs Verletzte bei russischem Luftangriff auf Strand +++

Mindestens sechs Menschen werden bei einem russischen Angriff in der Region Saporischschja verletzt, wie ukrainischen Behörden mitteilen. Unter den Verletzten seien drei Kinder, schreibt Gouverneur Iwan Fjodorow in sozialen Medien. Von ihm geteilte Fotos auf Telegram zeigen einen Krater im Sand direkt vor einem Gewässer. Auch seien Fahrzeuge und ein Restaurant bei dem Angriff beschädigt worden. Minuten zuvor warnten die ukrainischen Luftstreitkräfte in sozialen Medien vor einem russischen Angriff mit gelenkten Fliegerbomben in der Region Saporischschja.

+++ 20:03 Tusk verspricht Ukraine Unterstützung trotz Streits +++

Polens Ministerpräsident Donald Tusk sichert der Ukraine ungeachtet des aktuellen Geschichtsstreits zwischen beiden Ländern anhaltende Unterstützung zu. Trotz der Emotionen stehe man für die Ukraine ein in deren Konfrontation mit Russland, sagt er laut offizieller Übersetzung beim Treffen mit den Staats- und Regierungschefs von Frankreich, Großbritannien, Polen und Italien in Berlin. Gerade vor dem Nato-Gipfel in Ankara in zwei Wochen sei es wichtig, die Einheit als Europa und auch als transatlantische Gemeinschaft zu bewahren. Tusk betont zugleich, man werde alles tun, damit die direkt von der aggressiven Politik Moskaus bedrohten Länder an der Nato-Ostflanke in allen Verhandlungsformaten repräsentiert seien. Ohne Polen, die skandinavischen und baltischen Länder und ohne Rumänien werde es schwierig, etwas in dieser "Konfrontation von Zivilisationen" mit Russland zu erreichen. 

+++ 19:51 Merz: Nachbarn sollen sich sicherer fühlen, wenn Deutschland militärisch stärker wird +++

Beim Empfang der Staats- und Regierungschefs der E5-Staaten erteilt Kanzler Friedrich Merz nationalen Alleingängen in der Verteidigungspolitik eine klare Absage. "Unsere Nachbarn sollen sich sicherer fühlen, wenn Deutschland stärker wird", sagt Merz nach dem Treffen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, dem britischen Premierminister Keir Starmer, der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und dem polnischen Regierungschef Donald Tusk. "Deshalb wollen wir Deutschland, seine Streitkräfte und seine Verteidigungsindustrie fest in der Allianz und in Europa verankern. Daran haben wir ein tiefes eigenes Interesse." Hintergrund ist, dass es in Frankreich und Polen auch Vorbehalte gegen die massiven deutschen Investitionen ins Militär gibt. Merz hatte im Bundestag von Aufträgen im Umfang von 85 Milliarden Euro gesprochen. Die fünf Staats- und Regierungschefs wollen bei den Beratungen den Nato-Gipfel in Ankara vorbereiten. Mehr dazu hier.

+++ 19:39 E5-Staaten versprechen Ukraine anhaltende Unterstützung +++

Die führenden europäischen Nato-Staaten wollen beim Gipfel der transatlantischen Allianz in Ankara ein starkes Signal für die weitere Unterstützung der Ukraine setzen. "Die Botschaft an Russland lautet: Die Ukraine bleibt stark", sagt Bundeskanzler Friedrich Merz beim Gipfeltreffen von Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Polen - der sogenannten E5 - in Berlin. Er hoffe, dass Russland aus der Stärke der Ukraine und seiner Verbündeten den Schluss ziehe, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Der Nato-Gipfel in Ankara findet am 7. und 8. Juli statt. Dazu werden die Staats- und Regierungschefs der 32 Nato-Mitgliedstaaten erwartet.

+++ 19:14 Vor Ablauf von Ultimatum: Laut Selenskyj sind Angriffs-Anlagen in Belarus außer Betrieb +++

Die Führung in Kiew berichtet von einer Veränderung auf belarussischem Gebiet nahe der ukrainischen Grenze. Das Equipment, das zur Unterstützung russischer Drohnenangriffe diene, sei nicht mehr in Betrieb, sagt der ukrainische Präsident Selenskyj laut dem "Kyiv Independent" gegenüber Reportern. Ob die Anlagen abgebaut wurden, wisse er nicht. Nach seinen Informationen seien sie jedoch seit Montag außer Betrieb, wird Selenskyj zitiert. Er hatte dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko letzten Freitag ein Ultimatum gestellt. Kiew forderte Lukaschenko auf, binnen einer Woche Signalverstärker für russische Drohnen auf belarussischem Territorium abzubauen. Selenskyj drohte: "Wenn er das nicht macht, machen wir es." Auf belarussischem Gebiet befinde sich Technik, die den Beschuss auf die ukrainische Bevölkerung lenke, sagte er. Mehr dazu hier.

+++ 18:33 Kiew: Russland verlegt Flugabwehrsysteme nach Moskau +++

Ukrainische Angriffe sollen die russische Führung dazu gebracht haben, mehrere Flugabwehrsysteme zu verlegen. Der ukrainische Präsident Selenskyj spricht von einer Verlegung von Flugabwehrsystemen aus anderen russischen Regionen nach Moskau und zur Krim-Brücke an der Straße von Kertsch. Dies habe ihm der Chef des Militärgeheimdienstes berichtet. "Ziehen wir nun unsere Schlüsse", schreibt Selenskyj auf Telegram. Das ukrainische Militär verstärkte zuletzt seine Angriffe auf Ziele in den russisch besetzten Gebieten der Südukraine und auf der Halbinsel Krim sowie in der Region Moskau.

+++ 18:14 Merz und Alabali Radovan reisen zu Ukraine-Konferenz +++

Im polnischen Danzig beginnt am Donnerstag die Konferenz zum Wiederaufbau der Ukraine. Für die Bundesregierung nehmen an dem zweitägigen Treffen Bundeskanzler Friedrich Merz und Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan teil. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird dem Treffen nach ukrainischen Regierungsangaben fernbleiben, Hintergrund ist ein Streit mit Polen um die Weltkriegsvergangenheit der beiden Länder. Polen gehört bislang zu den wichtigsten militärischen und humanitären Unterstützern der Ukraine in deren Verteidigungskrieg gegen Russland. Zuletzt löste Staatschef Selenskyj jedoch Empörung in Polen aus, indem er eine ukrainische Armeeeinheit nach der Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA) benannte, die zwischen 1943 und 1945 in der Region Wolhynien Massaker an Zehntausenden Polen und Juden verübte.

+++ 17:30 Russischer Soldat filmt Kriegstrümmer auf "Todesstraße" +++

Dutzende ausgebrannte russische Fahrzeuge säumen eine Straße im besetzten Teil der ukrainischen Region Donezk. Gefilmt hat das Video offenbar ein russischer Soldat. Während sich im Frontverlauf kaum noch etwas bewegt, machen erfolgreiche Drohnenangriffe für die Ukraine den Unterschied.

+++ 16:55 Insider: Russland bittet Kasachstan wegen Engpässen um Benzin +++

Russland hat Insidern zufolge wegen Engpässen infolge ukrainischer Drohnenangriffe seinen Nachbarn Kasachstan um die Lieferung von 50.000 Tonnen Benzin gebeten. Das sagen vier Brancheninsider der Nachrichtenagentur Reuters. Die Angriffe auf mehrere große Raffinerien haben die russische Benzinproduktion bis Ende Juni um rund ein Viertel im Vergleich zum Vorjahr einbrechen lassen. Das russische Energieministerium äußert sich auf Nachfrage zunächst nicht. Der kasachische Energieminister hatte erklärt, es liege keine offizielle Anfrage aus Moskau vor. Der Schritt unterstreicht das Ausmaß der Versorgungsengpässe für einen der größten Treibstoffexporteure der Welt. Einem Insider zufolge könnten die Benzinlieferungen aus Kasachstan im Tausch gegen russisches Kerosin erfolgen. Kasachstan selbst stehe wegen steigender Nachfrage und Wartungsarbeiten in einer eigenen Raffinerie vor einem Kerosin-Engpass.

+++ 16:28 Russland fordert Klarheit über Trumps Haltung +++

Russland dringt auf Aufklärung darüber, ob US-Präsident Trump seine Haltung zum Ukraine-Krieg geändert hat. Außenminister Lawrow bezieht sich auf Äußerungen des französischen Präsidenten Macron beim G7-Gipfel im französischen Evian vergangene Woche. Macron hatte dort erklärt, Trump habe in Gesprächen eingeräumt, dass Russland keinen Frieden wolle. Dies stelle eine Kehrtwende in der US-Politik dar. Trump selbst hatte nach einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj Russland zu Friedensverhandlungen aufgerufen, was unter den G7-Staaten vorsichtigen Optimismus auslöste. "Wir wollen verstehen, was in Evian geschehen ist", sagt Lawrow. Die USA hätten Russland noch nicht mitgeteilt, welche Schlüsse sie aus dem Gipfel zögen. Macron habe zudem erklärt, die im vergangenen August in Anchorage getroffenen Absprachen zwischen Trump und dem russischen Präsidenten Putin seien in Evian "beerdigt" worden. Diese informellen Vereinbarungen sahen Beobachtern zufolge vor, dass die Ukraine ihre Truppen aus dem Donbas im Osten des Landes abziehe und Russland im Gegenzug die Fronten an anderer Stelle einfriere. Die Regierung in Kiew lehnt eine Abtretung von Gebieten jedoch strikt ab. 

+++ 15:42 Putzende US-Diplomaten belegen Eiszeit mit Russland +++

Seit dem Alaska-Gipfel mit Trump und Putin 2025 hat sich der Ton zwischen den USA und Russland deutlich verschärft. Moskau wirft den USA vor, Zusagen nicht einzuhalten, und spricht von fehlenden Fortschritten. ntv-Korrespondent Rainer Munz erklärt, wie das mit putzenden US-Diplomaten zusammenhängt.

+++ 15:16 Gasversorgung gefährdet? Razzien wegen Sabotage-Verdachts +++

Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen einen Russen wegen möglicher Sabotageversuche an der Gasversorgung in Deutschland nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine. Im Fokus steht nach Angaben der Behörde eine ehemalige Tochterfirma des staatlichen russischen Energiekonzerns Gazprom. Einsatzkräfte in Berlin durchsuchten Räumlichkeiten des Beschuldigten sowie einer weiteren, nicht-tatverdächtigen Person, wie die Strafverfolgungsbehörde mitteilt. Auch bei einem Unternehmen in Frankfurt am Main fanden Durchsuchungen statt. Festnahmen gab es keine, die Maßnahmen dienten den Angaben nach lediglich zur Aufklärung. Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass durch die Übertragung der früheren Tochter Gazprom Germania GmbH an ein Moskauer Unternehmen im März 2022 und die anschließend geplante Liquidierung der Firma die Gasversorgung in Deutschland beeinträchtigt werden sollte. Dem russischen Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe die Liquidierung mit diesem Ziel unterstützt. Gegen ihn wird wegen Beihilfe zu versuchter verfassungsfeindlicher Sabotage sowie zu Verstößen gegen das Außenwirtschaftsgesetz ermittelt. Mehr dazu hier.

+++ 14:54 Ukraine: Besatzer "verlieren Kontrolle über den Himmel über der Krim" +++

Der ukrainische Geheimdienst SBU teilt mit, bei den jüngsten Angriffen auf der Krim "feindliche Luftabwehrsysteme und Militärflugplätze" getroffen zu haben. Durch die Angriffe verliere Russland "die Kontrolle über den Himmel über der Krim", heißt es weiter. Derweil sind die Stromausfälle im Raum Sewastopol (Siehe Eintrag um 05:50 Uhr) auf der Halbinsel infolge der Angriffe nach Angaben der Besetzungsbehörden zum Teil behoben. In einigen Stadtteilen werde die Stromversorgung voraussichtlich erst am Abend wiederhergestellt, erklärt der von Moskau eingesetzte Gouverneur von Sewastopol, Michail Raswoschajew. Er fordert die Einwohner auf, hilfsbedürftige Nachbarn zu unterstützen und Mobiltelefone nur für Notfälle zu nutzen, um deren Akkus zu schonen und das Netz nicht zu überlasten.

+++ 14:27 Benzin-Frust: Russen prügeln sich in Warteschlange +++

Ein Video prügelnder Autofahrer sorgt in Russland für Aufsehen. Es steht sinnbildlich für die wachsende Spritkrise im Land. Ukrainische Angriffe haben die Raffineriekapazität stark geschwächt. Treibstoff wird vielerorts bereits rationiert - nun erwägt der Kreml sogar Importe.

+++ 13:58 Insider: Moskaus wichtigste Ölraffinerie fällt monatelang aus +++

Die wichtigste Raffinerie für die russische Hauptstadtregion fällt Branchenkreisen zufolge nach ukrainischen Drohnenangriffen wahrscheinlich den Rest des Jahres aus. Die Anlage am südlichen Stadtrand von Moskau sei schwer beschädigt worden, sagen zwei Insider. "Die Reparatur wird mindestens ein halbes Jahr dauern", erklärt eine der mit den Vorgängen vertrauten Personen. Der Betreiber Gazprom Neft reagiert zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme. Die Anlage war in den vergangenen Wochen zweimal getroffen worden und musste den Betrieb einstellen. Der Ausfall der Raffinerie macht es für Russland schwerer, dem akuten Spritmangel im Land zu begegnen.

+++ 13:29 Besatzer: Drei Menschen sterben nach ukrainischen Angriffen +++

Im russisch besetzten Teil der Ostukraine sterben nach Angaben der Besatzungsbehörden mindestens drei Menschen durch ukrainische Drohnenangriffe. Das teilt der von Moskau eingesetzte Bürgermeister der Stadt Horliwka, Iwan Prichodko, bei Telegram mit. Bei den Angriffen seien eine Tankstelle beschädigt und mindestens ein Auto zerstört worden. Zudem sei die Strom- und Wasserversorgung teilweise ausgefallen. Diese Informationen lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Horliwka im Gebiet Donezk ist gut 30 Kilometer von der ukrainisch-russischen Frontlinie entfernt.

+++ 12:55 Masala: "Kreml macht Nato rhetorisch zu legitimem Angriffsziel" +++

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hält die USA und Präsident Donald Trump nicht mehr für einen neutralen Verhandlungspartner - Putin stellt wiederum erneut Gespräche in Aussicht. Politikwissenschaftler Carlo Masala erklärt, was dahintersteckt und ordnet die jüngsten Aussagen des russischen Präsidenten ein.

+++ 12:01 Zwei Tote nach Drohnenangriff in zentralrussischer Region +++

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die zentralrussische Region Nischni Nowgorod sind nach offiziellen Angaben zwei Menschen ums Leben gekommen. Zudem sei eine Industrieanlage durch herabstürzende Trümmerteile beschädigt worden, teilt Gouverneur Gleb Nikitin mit. An der nicht näher bezeichneten Anlage habe es jedoch keine schwerwiegenden Schäden gegeben.

+++ 11:39 Kreml setzt auf baldige Ukraine-Gespräche mit US-Gesandten +++

Der Kreml rechnet mit einer Fortsetzung der Kontakte mit den US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner über den Ukraine-Konflikt. Beide seien derzeit mit anderen Aufgaben beschäftigt, sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow mit Blick auf die Verhandlungen der USA mit dem Iran. Sobald sie wieder zur Verfügung stünden, würden die Gespräche jedoch wieder aufgenommen. Witkoff und Kushner gehören zu den US-Gesandten, die ein Friedensabkommen mit dem Iran aushandeln. Auf die Frage nach einer Reaktion Moskaus für den Fall eines ukrainischen Angriffs auf Belarus betont Peskow, dass Russland der Regierung in Minsk bei jeder Bedrohung zur Seite stehen werde.

+++ 11:08 Angriffe zeigen Wirkung: Auf der Krim geht das Licht aus +++

Stück für Stück schneidet die Ukraine die russisch besetzte Halbinsel vom Mutterland ab. Zugverbindungen sind inzwischen ebenso betroffen wie zuvor Straßen und Öllager. Die Bevölkerung beginnt die Auswirkungen längst zu spüren. Das Ziel des ukrainischen Präsidenten sind Friedensverhandlungen - zu fairen Bedingungen.

+++ 10:47 Ministerium bestätigt: Projekt zum Bau von F126-Fregatten wird "nicht weiterverfolgt" +++

Angesichts mehrjähriger Verzögerungen beendet das Bundesverteidigungsministerium das milliardenschwere Projekt für die Anschaffung von Fregatten des Typs F126. Der Bau der insgesamt sechs Schiffe werde "nicht weiterverfolgt", teilt das Ministerium mit. Stattdessen sollten nun acht Meko-Fregatten vom deutschen Hersteller TKMS angeschafft werden, die primär für die U-Boot-Jagd eingesetzt werden können. Zuvor hatte der "Spiegel" darüber berichtet. Mehr dazu hier.

+++ 10:15 Zahl der Toten in Selenskyjs Heimatstadt steigt +++

Nach einem russischen Angriff auf die südostukrainische Industriestadt Krywyj Rih erliegt eine Frau im Krankenhaus ihren Verletzungen. Wie unter anderem das Medium "Ukrainska Pravda" berichtet, steigt die Anzahl der Todesopfer in der Heimatstadt des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj damit auf vier. Die Ärzte hätten bis zuletzt um das Leben der 62-Jährigen gekämpft, zitiert das Medium den Militärverwaltungschef Olexander Wilkul. Der Angriff ereignete sich am gestrigen Dienstag - die Behörden meldeten unmittelbar danach drei Todesopfer und rund 20 Verletzte. Die Stadt liegt etwa 80 Kilometer hinter der Front.

+++ 09:45 Ukraine meldet hohe Verluste in Russlands Armee +++

Russland verliert nach ukrainischen Angaben 1.260 Soldaten innerhalb eines Tages. Das teilt der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte mit. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges sind es demnach insgesamt 1.395.790 Soldaten auf russischer Seite. Über eigene Verluste macht die ukrainische Armee keine Angaben. Unabhängige westliche Denkfabriken - etwa das Center for Strategic and International Studies - schätzen, dass die russischen Verluste die ukrainischen deutlich übersteigen.

+++ 08:59 Russland meldet deutlich mehr gegnerische Drohnenangriffe als die Ukraine +++

Nach ukrainischen Angaben setzt Russland in der Nacht zum Mittwoch 101 Drohnen gegen die Ukraine ein. 95 unbemannte Luftfahrzeuge habe das ukrainische Militär abgefangen, teilt der ukrainische Generalstab mit. Das Verteidigungsministerium in Moskau schreibt im staatlichen Onlinedienst Max, die russische Luftabwehr habe in der Nacht insgesamt 323 ukrainische Drohnen abgefangen und zerstört. Zweifel daran, dass Russland tatsächlich alle Drohnen abgefangen hat, wecken jedoch Meldungen wie etwa die Explosion in Belgorod.

+++ 08:33 Ukrainische Drohnen treffen wohl Gazprom-Anlage in Russland +++

In der weit von der Front entfernten Wolgaregion Orenburg in Russland treffen ukrainische Drohnen offenbar eine Gasanlage. Gouverneur Jewgeni Solnzew teilt zwar lediglich mit, "einige Drohnen wurden über Industrieobjekten in der Stadt abgeschossen". Doch Medienberichten zufolge erzielt die ukrainische Armee dabei einen Treffer in einer Gasverarbeitungsanlage des russischen Konzerns Gazprom. Satellitenbilder zeigen demnach mehrere Brände im Industriegebiet des Werks. Über das Ausmaß der Schäden ist bislang nichts bekannt.

+++ 07:58 Russland: Mann stirbt bei Explosion in Belgorod +++

In der russischen Grenzregion Belgorod stirbt ein Mensch bei einem ukrainischen Drohnenangriff. Das teilen die örtlichen Behörden bei Telegram mit. Der Mann sei im Bezirk Wejdelewski bei der Explosion einer Drohne getötet worden, heißt es weiter. Eine Frau wurde demnach durch Splitter verletzt und ins Krankenhaus gebracht.

+++ 07:33 Gouverneur: Stromversorgung in Region Cherson unterbrochen +++

Nicht nur auf der annektierten Halbinsel Krim, sondern auch in den nahegelegenen russisch besetzten Gebieten der Region Cherson kommt es infolge ukrainischer Angriffe zu Stromausfällen. Die Stromversorgung sei teilweise oder vollständig unterbrochen, erklärt der von Moskau eingesetzte Gouverneur Wladimir Saldo. Die Wiederherstellung sei im Gange, weitere Details nennt er nicht.

+++ 06:52 Russland meldet Drohnenabschuss über Industrieanlage nahe Kasachstan +++

Russland hat nach eigenen Angaben in der Region Orenburg mehrere Drohnen über einer Industrieanlage abgeschossen. Dies teilt Gouverneur Jewgeni Solnzew auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit, ohne weitere Details zu nennen. Ob in der mehr als 1000 Kilometer südöstlich von Moskau gelegenen Region Schäden entstanden sind, bleibt zunächst unklar. In dem an Kasachstan grenzenden Gebiet befinden sich mehrere Industrieanlagen, darunter ein Gasverarbeitungswerk und eine Ölraffinerie.

+++ 06:23 Bericht: Mehrere russische Regionen beschränken Treibstoffverkauf +++

Wegen zunehmender Treibstoffknappheit führen mindestens 15 russische Regionen Beschränkungen für den Verkauf von Benzin und Diesel ein. Das berichtet das Medium "Kyiv Independent" unter Berufung auf Berichte verschiedener russischer Amtsträger und Medien. Demnach beschränken die Behörden beispielsweise in der Oblast Belgorod den Verkauf an Lukoil-Tankstellen auf maximal 30 Liter Benzin oder 60 Liter Diesel pro Person. Auch für den Verkauf von Kraftstoff in Kanistern an Rosneft-Tankstellen gebe es Einschränkungen. Einen Zusammenhang mit ukrainischen Drohnenangriffen auf Ölraffinerien, die die Knappheit verschärfen, erwähnen die russischen Behörden laut "Kyiv Independent" nicht.

+++ 05:50 Stromausfall auf der Krim +++

Nach einem ukrainischen Angriff auf Energieanlagen ist in Sewastopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim der Strom ausgefallen. Das teilt der von Russland eingesetzte Gouverneur von Sewastopol, Michail Raswoschajew, mit. Zuvor seien neun Drohnen über der Stadt abgeschossen worden. Derweil soll in der ostukrainischen Stadt Balaklija eine Person durch russischen Beschuss getötet worden sein.  

+++ 04:36 Grüne gegen "blinde Verpflichtung" für Litauen-Brigade +++

Die Bundestagsfraktion der Grünen kritisiert das Vorhaben von Verteidigungsminister Pistorius, notfalls Soldaten für die deutsche Panzerbrigade in Litauen zu verpflichten. "Meines Wissens wurde selbst für den Kampfeinsatz in Afghanistan nur in Einzelfällen befohlen", sagt die sicherheitspolitische Sprecherin der Fraktion Sara Nanni dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Wir fordern eine Evaluation der Gründe (der Soldatinnen und Soldaten) statt einer blinden Verpflichtung." Man höre immer wieder Beschwerden der Soldatinnen und Soldaten über Sold, Verpflegung und Bürokratie, so Nanni. "Ernst genommen wurde das bisher nicht. Jetzt stimmen die Soldatinnen und Soldaten mit den Füßen ab - und der Schaden für die Abschreckung ist da."

+++ 03:10 Pistorius plant Ausstieg aus Rüstungsprojekt Fregatte F126 +++

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius plant dem "Spiegel" zufolge den Ausstieg aus dem größten Rüstungsprojekt in der Geschichte der Marine. Das von vielen Problemen begleitete Projekt zum Bau von F126-Fregatten solle nicht weiter fortgesetzt werden, berichtet das Magazin. Pistorius wolle stattdessen insgesamt acht Fregatten des Typs Meko-200 vom deutschen Hersteller TKMS kaufen. Sie sind mit gut 120 Metern Länge deutlich kleiner als die F126 mit 166 Metern. Der vom Verteidigungsministerium geplante Modell-Wechsel wird dem Bericht zufolge von der Führung der Marine mitgetragen.

+++ 01:53 Fünf Tote bei Luftangriffen in der Ukraine +++

Bei russischen Luftangriffen sind in verschiedenen Regionen der Ukraine fünf Menschen getötet worden. Im südostukrainischen Gebiet Dnipropetrowsk kamen nach Angaben der dortigen Staatsanwaltschaft drei Menschen durch Drohnenangriffe im Kreis Nikopol ums Leben. Fünf weitere seien verletzt worden.  Im benachbarten Gebiet Saporischschja wurde nach Angaben von Militärgouverneur Iwan Fedorow eine Frau durch einen Angriff mit Gleitbomben getötet. Zwei weitere Menschen seien verletzt worden. In der südukrainischen Stadt Cherson wurde Militärgouverneur Olexander Prokudin zufolge ein Mann durch russischen Beschuss getötet. 

+++ 22:15 Ukraine rettet 15 Kinder aus von Russland besetzten Gebieten +++

Im Rahmen der Präsidialinitiative "Bring Kids Back UA" konnten 15 Kinder aus den von Russland besetzten Gebieten der Ukraine erfolgreich gerettet werden. Das teilt die Organisation auf Facebook mit. Zu den Geretteten gehören der 18-jährige Mykyta, der sich versteckt hielt, um einer Zwangsmobilisierung in die russische Armee zu entgehen, der 17-jährige Ivan, dessen Familie ständigen Drohungen durch die Besatzungsbehörden ausgesetzt war und die 13-jährige Dariia, die die Behörden von ihren Eltern trennen und in ein Waisenhaus unterbringen wollten, heißt es. Bis Anfang Juni hat die Initiative nach eigenen Angaben zufolge 2232 Kinder erfolgreich aus Russland und den derzeit besetzten Gebieten in die Ukraine zurückgebracht. Das gesamte Ausmaß der Vertreibung lässt sich nur schwer bestimmen. Daria Gerasymchuk, die Beauftragte des Präsidenten für Kinderrechte, berichtete zuvor, dass die ukrainischen Behörden bis Ende März 2023 bestätigt hatten, dass mehr als 19.500 Kinder aus vorübergehend besetzten Gebieten nach Russland verschleppt worden waren. 

+++ 21:36 Unternehmen aus Polen und Lettland beschaffen Militärkleidung für russische Soldaten +++

Kleidung und Ausrüstung der Marke 5.11, die für die russischen Invasionstruppen beschafft wurde, wird über lettische, Hongkonger und polnische Firmen nach Russland importiert. Das gehe aus Zolldaten hervor, berichtet das russische investigative Exilmedium "The Insider". Den Unterlagen zufolge wird die Ausrüstung von dem lettischen Unternehmen SIA MD Met (Inhaberin und Geschäftsführerin Jeļena Timohina) unter Beteiligung der in Hongkong ansässigen NStar Logistics Limited und der polnischen Firma Tls Import-Export Sp. Z O. O importiert. Die Empfänger auf russischer Seite waren die in Kaliningrad ansässigen Unternehmen Laf (ООО "Лаф") und Partner Tekstil (ООО "Партнер текстиль"). Zu den importierten Artikeln gehörten Hosen, T-Shirts, Hemden und Mützen der Marke 5.11 TACTICAL. Ilya Kystov, Geschäftsführer der Tls Import-Export Sp. Z O.O., unternahm auch nach dem Ausbruch des umfassenden Krieges im Jahr 2023 weiterhin regelmäßig Autofahrten von der polnischen Stadt Elbląg nach Kaliningrad. Telefonische Nachfragen von "The Insider" bei Tls Import-Export Sp. Z O. O wurden nicht beantwortet. Kontaktdaten für SIA MD Met oder NStar Logistics Limited konnten nicht gefunden werden. Die Marke 5.11 ist in ganz Russland in zahlreichen Fachgeschäften für Militär- und taktische Ausrüstung erhältlich. In den 2010er Jahren war sie bei Kämpfern in den russisch besetzten ostukrainischen Gebieten Donezk und Luhansk sowie bei Dschihadisten und Kadyrow-Anhängern beliebt.

+++ 21:09 Russland wirft den USA Wortbruch vor - Trump habe Zusagen aus Alaska nie eingehalten +++

Russland wirft den USA vor, Absprachen nicht eingehalten zu haben, die die Präsidenten Wladimir Putin und Donald Trump bei einem Gipfel in Alaska im August 2025 getroffen hätten. Die Agentur Interfax zitiert Vize-Außenminister Sergej Rjabkow mit den Worten, die USA seien von "grundlegenden Vereinbarungen" abgewichen. Zudem beobachte Russland, dass sich "die Linie Washingtons immer mehr der fanatischsten antirussischen Politik annähert, die von den engsten europäischen Verbündeten der USA - nämlich Großbritannien und Frankreich - verfolgt wird." Außenminister Sergej Lawrow deutete an, der Gipfel sei möglicherweise ein "Trick der USA gewesen, um Zeit für die Wiederbewaffnung des Kiewer Regimes zu gewinnen". Die Kritik deutet auf eine wachsende Frustration Russlands über die USA hin, nachdem es lange Zeit so ausgesehen hatte, als stünde Trump Russland in dem Krieg näher als der Ukraine. Binnen drei Tagen haben damit nun drei hochrangige russische Vertreter erklärt, die USA hätten Zusagen nicht eingehalten. Was genau dabei versprochen, aber nicht eingehalten worden sein soll, blieb jedoch stets offen. 

+++ 20:32 Nach Selenskyj-Ultimatum an Minsk: Lawrow versichert Belarus Beistand +++

Der russische Außenminister Sergej Lawrow erklärt, Russland sei bereit, alle im Unionsvertrag vorgesehenen Mechanismen anzuwenden, um die Sicherheit von Belarus zu gewährleisten. Bei einer Podiumsdiskussion zum Thema Beilegung des Krieges in der Ukraine behauptet Lawrow, Äußerungen Selenskyjs zielten darauf ab, Belarus in den Krieg hineinzuziehen und den geografischen Umfang des Krieges auszuweiten. Lawrow verweist auf die Sicherheitsgarantien im Vertrag zwischen Russland und Belarus. Selenskyj hatte Belarus vorgeworfen, mit technischer Infrastruktur russische Raketen- und Drohnenangriffe auf die Ukraine zu unterstützen. Minsk solle dies unterlassen, andernfalls kümmere sich die Ukraine darum. Er setzte ein Ultimatum, das an diesem Freitag endet. 

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Quelle: ntv.de, ino/nbr/hul/dpa/rts/AFP

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