Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker +++ 03:28 USA warnen Moskau vor "realen" Konsequenzen bei Atomeinsatz +++

Die US-Regierung warnt Russland erneut mit deutlichen Worten vor dem Einsatz nuklearer Waffen. Die Konsequenzen wären "außerordentlich" und "real", sagt der Sprecher des US-Außenministeriums, Ned Price, dem Sender CNN. Man habe dies auch Moskau sehr deutlich gemacht. "Wir haben den Russen nicht den Hauch eines Zweifels gelassen", sagt Price. Die US-Regierung meine es ernst. Price wollte nicht sagen, wie genau diese Konsequenzen aussehen würden. US-Außenminister Antony Blinken hatte bereits am Wochenende von "katastrophalen" Folgen gesprochen.

+++ 02:39 Zahl der Toten nach Amoklauf steigt laut Tass auf 17 +++
Nach einem Amoklauf an einer Schule im westrussischen Ischewsk erhöht sich die Zahl der Todesopfer auf 17. Dies meldet die russische Nachrichtenagentur Tass. "Nach Angaben der russischen Untersuchungsbehörde sind 17 Menschen, darunter elf Kinder und sechs Erwachsene, ums Leben gekommen", so die Agentur. Die Abteilung des Innenministeriums der Republik Udmurtien geht außerdem von mehr als 20 Verletzten aus. Der Schütze hat sich laut Polizei nach seiner Tat selbst das Leben genommen. Er trug nach Angaben der Ermittlungsbehörden eine Sturmhaube und ein schwarzes T-Shirt mit Nazisymbolen. Seine Identität habe bislang nicht festgestellt werden können und auch das genaue Tatmotiv sei unklar.

+++ 01:14 Selenskyj: Russland will Moment der Niederlage hinauszögern +++
Mit der laufenden Teilmobilmachung der Streitkräfte will Russland Aussagen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge lediglich den Moment der eigenen Niederlage hinauszögern. "Sie haben gefühlt, dass sie verlieren werden. Und sie versuchen einfach, diesen Moment hinauszuzögern, um zumindest etwas Aktivität an der Front zu haben", sagt Selenskyj in seiner Videoansprache. "Leider ist sich die russische Bevölkerung noch nicht der gesamten Brutalität der russischen Regierung gegenüber ihrem eigenen Volk bewusst." Der Kreml hatte eine Mobilmachung von Reservisten angeordnet. Seitdem herrscht vielerorts in Russland Entsetzen. Landesweit gibt es Proteste.

+++ 00:15 Wahllokale öffnen: Letzter Tag der "Referenden" in russisch kontrollierten Gebieten +++
In vier russisch kontrollierten Gebieten der Ukraine enden am Dienstag die sogenannten Referenden zur Annexion durch Russland. Am letzten Tag der Abstimmung in den Separatistengebieten Donezk und Luhansk im ostukrainischen Donbass sowie den südukrainischen Regionen Cherson und Saporischschja sollen dann auch die Wahllokale geöffnet werden. Bislang gingen pro-russische Behördenvertreter von Tür zu Tür, um Stimmen einzusammeln. Die von Kiew und seinen westlichen Verbündeten als Scheinreferenden kritisierten Abstimmungen hatten am Freitag begonnen.

+++ 23:49 "Turnhallen sind keine Alternative": Günter sagt mehr Geld für Aufnahme Geflüchteter zu +++
Die Landesregierung stellt Städten und Gemeinden in Schleswig-Holstein mehr Geld für die Aufnahme Geflüchteter aus der Ukraine bereit. "Wir wollen das gut machen, da sind Turnhallen keine Alternative", sagt Ministerpräsident Daniel Günther nach einem Treffen mit den kommunalen Spitzenverbänden. Finanzministerin Monika Heinold beziffert das Volumen mit insgesamt rund 95 Millionen Euro. Unter anderem will das Land den Großteil der Kosten tragen, die für Unterkünfte über die vom Bund bereitgestellten 17 Millionen Euro entstehen. Dazu müssen die Kommunen einen Eigenanteil leisten. Die Zahl der Kriegsflüchtlinge im nördlichsten Bundesland ist mittlerweile auf knapp 43.000 gestiegen.

+++ 23:16 Ungarn und Zypern gegen Preisdeckel für russisches Öl +++
Die Verhandlungen über die geplante Sanktionsverschärfung der EU gegen Russland gestalten sich schwierig: Bei ersten Gesprächen zwischen der EU-Kommission und den Mitgliedstaaten am Wochenende äußerten sich Ungarn und Zypern ablehnend über einen Preisdeckel für russisches Öl, wie am Montag aus übereinstimmenden Quellen in Brüssel verlautet. Wegen der russischen Teilmobilisierung und der Atomwaffen-Drohungen von Kreml-Chef Wladimir Putin hatten die Außenminister der EU und der sieben wichtigen Industriestaaten (G7) vergangene Woche weitere Sanktionen gegen Moskau angekündigt. Ein offizieller Vorschlag der EU-Kommission an die Mitgliedstaaten wird ab diesem Mittwoch erwartet.

+++ 22:24 Schon wieder Druckabfall: Zwei Leitungsstränge von Nord Stream 1 fallen aus +++
Zwei Stränge der Nord Stream 1 fallen wegen Druckabfall für einen Monat aus. Es handele sich um die Anschlussleitungen Opal und Nel, teilt das Unternehmen mit. Die Störung an der Greifswalder Erdgasübernahmestation werde voraussichtlich vom 26. September bis zum 26. Oktober andauern. In der Nacht auf Montag war zuvor bereits in der Schwesterpipeline Nord Stream 2 ein solcher Druckabfall festgestellt worden. Durch Nord Stream 1 fließt seit geraumer Zeit kein russisches Erdgas mehr nach Deutschland. Der russische Staatskonzern Gazprom begründet das mit technischen Problemen, die angeblich aufgrund westlicher Sanktionen nicht zu beheben seien. Die Bundesregierung hält diese Begründung für vorgeschoben. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 22:03 Russische Kriegsdienstverweigerer entzweien die EU +++
Die EU-Staaten suchen weiter nach einer gemeinsamen Linie im Umgang mit russischen Kriegsdienstverweigerern, die ihre Heimat verlassen wollen. Ein erstes Krisentreffen der 27 EU-Botschafter brachte zu Wochenbeginn keine Lösung. Man habe die EU-Kommission dazu aufgefordert, die jüngsten Leitlinien zur Visavergabe "unter Berücksichtigung der Sicherheitsbedenken der Mitgliedstaaten zu überprüfen, zu bewerten und gegebenenfalls zu aktualisieren", teilt die derzeitige tschechische EU-Ratspräsidentschaft anschließend lediglich mit. Nachdem Russland vergangene Woche eine Teilmobilisierung angekündigt hatte, stellt das Thema möglicher Deserteure und Kriegsdienstverweigerer die EU vor eine Herausforderung. Deutschland und andere Staaten dringen auf eine einheitliche Linie. Die Positionen liegen teils jedoch weit auseinander.

+++ 21:42 USA schüren Insider zufolge 12-Milliarden-Dollar-Hilfspaket +++
Die USA wollen der Ukraine Insidern zufolge weitere Hilfen in Höhe von rund zwölf Milliarden Dollar bereitstellen. Dies sei Teil des neuen vom US-Kongress beschlossenen Haushaltsplans, sagt eine mit den Gesprächen vertraute Person. Man habe auch Mittel für die Wiederansiedlung afghanischer Flüchtlinge eingeplant. Der Kongress muss bis Freitag um Mitternacht das Haushaltsgesetz verabschieden, mit dem auch eine Vielzahl von Programmen der US-Regierung vorübergehend finanziert werden soll. Präsident Joe Biden bat Anfang September den Kongress um 11,7 Milliarden Dollar an Soforthilfe für die Ukraine.

+++ 21:16 Ukraine nimmt Soldaten mit Verbindung zu Gräuel in Butscha fest +++
Der ukrainische Sicherheitsdienst hat nach eigenen Angaben einen russischen Soldaten bei Kämpfen in der Region Cherson gefangen genommen, der in Verbindung mit einer Gräueltat, die im Frühjahr im besetzten Bezirk Butscha bei Kiew verübt wurde, stehen soll. Wie CNN unter Berufung auf ein Statement des Dienstes berichtet, soll der Gefangene zusammen mit anderen russischen Soldaten Anfang März ein ziviles Auto beschossen haben. "Der Fahrer war auf der Stelle tot", heißt es in der Erklärung. Die Gruppe habe die Leiche des Opfers anschließend im Wald vergraben.

+++ 21:01 Gräber nahe zurückeroberter Stadt Kosatscha Lopan in der Ostukraine gefunden +++
Nach der Entdeckung Hunderter Gräber und mehrerer "Folterräume" in der zurückeroberten Region Charkiw im Osten der Ukraine sind ukrainische Streitkräfte womöglich auf weitere Gräber gestoßen. Behörden und Soldaten sprechen von bis zu Hundert Leichen in dem Ort Kosatscha Lopan nahe der russischen Grenze, ohne jedoch nähere Angaben zu machen. Soldaten, die das Gelände bewachen, erwarten nach eigener Aussage, die Leichen russischer und ukrainischer Truppen sowie örtlicher Zivilisten zu finden. Das mutmaßliche Massengrab liegt Armeeangaben zufolge auf dem Gelände einer stillgelegten Geflügelfabrik, das vor der ukrainischen Rückeroberung Anfang September von russischen Truppen als Stellung genutzt worden war. Forensische Gutachter zur Exhumierung der Leichen werden Ende der Woche erwartet, sobald das Gebiet von Minen und Sprengstoff gesichert ist.

+++ 20:48 USA unterstützen ukrainische Strafverfolgung mit Millionensumme +++
Die US-Regierung stellt zur Unterstützung der ukrainischen Strafverfolgungs- und Strafjustizbehörden eine Millionensumme bereit. US-Außenminister Antony Blinken sagt der ukrainischen Regierung hierfür zusätzlich 457,5 Millionen US-Dollar (rund 474 Millionen Euro) zu. Seit Mitte Dezember 2021 haben die USA damit insgesamt mehr als 645 Millionen US-Dollar (rund 668 Millionen Euro) für diesen Bereich zur Verfügung gestellt, unter anderem für die Polizei des Landes, wie es heißt. Ein Teil der neuen Mittel sei auch vorgesehen zur Unterstützung der ukrainischen Regierung "bei der Dokumentation, Untersuchung und strafrechtlichen Verfolgung der von den russischen Streitkräften begangenen Gräueltaten" in dem Ende Februar von Russland begonnenen Krieg.

+++ 20:22 Russland nimmt japanischen Konsul fest - wegen "Spionage" +++
Russlands Inlandsgeheimdienst FSB hat eigenen Angaben zufolge einen japanischen Konsul unter Spionageverdacht festgenommen. Der Angehörige des japanischen Konsulats in der ostrussischen Stadt Wladiwostok am Pazifik sei "auf frischer Tat" ertappt worden, wie er gegen Bezahlung geheime Informationen unter anderem über die Auswirkungen westlicher Sanktionen erhalten habe, teilt der FSB mit. Der Diplomat wurde darüber hinaus zur "unerwünschten Person" erklärt. Es wurde auch ein Video veröffentlicht, das ein Verhör zeigen soll.

+++ 19:59 Patriarch Kyrill spricht gefallene russische Soldaten von ihren Sünden frei +++
Das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Kyrill I., erklärt, dass die russischen Soldaten, die im Krieg gegen die Ukraine fallen, von ihren Sünden freigesprochen werden. Das berichtet der "Guardian". "Die Kirche betet, dass dieser Kampf so schnell wie möglich beendet wird, damit sich so wenige Brüder wie möglich in diesem Bruderkrieg gegenseitig töten", so Kyrill. Der 75-Jährige gilt nichtsdestotrotz als Befürworter des Krieges und enger Vertrauter des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Die Soldaten, die ihren Eid erfüllen und dabei sterben, würden sich für andere aufopfern, so der Geistliche. "Und deshalb glauben wir, dass dieses Opfer alle Sünden reinwäscht, die ein Menschen begangen hat."

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"Die Kirche betet, dass dieser Kampf so schnell wie möglich beendet wird", sagt Kyrill I.

(Foto: via REUTERS)

+++ 19:30 Medien: Russischer Luftangriff in Oblast Charkiw tötet sieben Menschen +++
Bei einem russischen Luftangriff in der Stadt Perwomajskyj, in der Oblast Charkiw, sind laut einem ukrainischen Medienbericht sieben Menschen ums Leben gekommen. Unter den Todesopfern soll sich auch ein 15-jähriges Kind befinden, twittert der "Kyiv Independent". Die Nachrichtenplattform Ukrinform berichtet von einem Raketenangriff auf Perwomajskyj, bei dem zivile Infrastruktur und zwei Privathäuser zerstört worden sein sollen. Demnach sei die Wasserversorgung der Stadt nach der Attacke zum Teil gestört.

+++ 18:59 Lambrecht: Wir müssen Bundeswehr einsatzbereit machen +++
Verteidigungsministerin Christine Lambrecht sieht die Fähigkeit der Bundeswehr zur Landes- und Bündnisverteidigung mit einem neuen Führungskommando für das Inland deutlich gestärkt. "Der heutige Tag ist auch eine schnelle, sichtbare und wirkungsvolle Reaktion auf den russischen Einmarsch in der Ukraine. Denn wir stärken damit auch unsere Bereitschaft und unsere Handlungsfähigkeit auf dem Territorium, das wir bei einem Angriff verteidigen wollen", sagt Lambrecht beim Aufstellungsappell des Territorialen Führungskommandos der Bundeswehr. "Der brutale russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat uns klar vor Augen geführt, wir müssen bereit sein, unsere Werte Freiheit, Sicherheit, Demokratie auch mit militärischen Mitteln zu verteidigen", so die SPD-Politikerin. "Wir müssen die Bundeswehr einsatzbereit machen. Es muss zu einer Zeitenwende kommen."

+++ 18:35 Erleichterte Russen sprechen an georgischer Grenze über Ausreise +++
Mit der Teilmobilmachung für den Krieg in der Ukraine flüchten Hunderttausende Russen aus ihrem Heimatland. Für die Ausreise in manche Nachbarländer wird kein Visum benötigt, so auch in Georgien. Einige der Menschen haben über ihre Ausreise gesprochen.

+++ 18:11 Russischer Kriegsdienstverweigerer zündet sich selbst an +++
Aus Verzweiflung über seine drohende Einberufung zum Krieg hat sich ein Mann in Russland Medienberichten zufolge selbst angezündet. Das Medium "Nowaja Gaseta" veröffentlichte das Video einer Überwachungskamera, auf dem zu sehen ist, wie sich eine Person mit einer Flüssigkeit übergießt und kurz darauf am ganzen Körper brennt. Augenzeugen zufolge rief der brennende Mann am Busbahnhof in der Stadt Rjasan rund 200 Kilometer südöstlich von Moskau: "Ich will nicht an die Front!" Polizisten sollen das Feuer gelöscht haben, und der Mann soll verletzt in ein Krankenhaus gekommen sein. Über seinen genauen Gesundheitszustand gibt es in russischen Medien unterschiedliche Angaben. Der Vorfall ereignete sich am Sonntag.

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+++ 17:52 Republik Moldau: Gazprom könnte Gaslieferung ab 1. Oktober stoppen +++
Die Republik Moldau befürchtet, dass der russische Energiekonzern Gazprom ab 1. Oktober die Gaslieferungen an das Land drosseln oder stoppen wird. Präsidentin Maia Sandu sagt, dass Moldau deshalb alternative Energiequellen suche. Moldau, eines der ärmsten Länder Europas, ist stark von russischem Gas abhängig und leidet massiv unter dem Anstieg der Gaspreise seit dem Ukraine-Krieg. Einen Grund für einen möglichen Stopp der Gaslieferungen nennt Sandu nicht. Gazprom wollte sich dazu nicht äußern. Der Konzern hat bereits die Gaszufuhr nach Europa verringert.

+++ 17:31 Orban poltert gegen "Brüsseler Bürokraten" und kündigt Volksbefragung zu Russland-Sanktionen an +++
Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban kündigt eine Volksbefragung zu den Russland-Sanktionen der Europäischen Union (EU) an. "Die Sanktionen wurden nicht auf demokratische Weise beschlossen, sondern Brüsseler Bürokraten und europäische Eliten entschieden darüber", erklärt er im Budapester Parlament. "Obwohl Europas Bürger den Preis dafür bezahlen, hat man sie nicht gefragt", fügt er hinzu. Orban wettert seit Monaten gegen die Sanktionen, die die EU gegen Russland verhängte, nachdem es die Ukraine überfallen hatte. Allerdings: Im Rat der EU-Staaten, der diese Beschlüsse einstimmig fassen muss, stimmte Ungarn stets für die jeweiligen Sanktionspakete. Bei dem im Dezember wirksam werdenden Ölembargo gegen Russland hatte sich Ungarn eine Ausnahmeregelung ausbedungen.

+++ 17:09 "Weder fair noch frei": Großbritannien verhängt Sanktionen wegen Scheinreferenden +++
Die britische Regierung kündigt ein neues Sanktionspaket im Zusammenhang mit den "Referenden" in besetzten Gebieten der Ukraine über einen Beitritt zu Russland an. Unter den Sanktionierten seien hochrangige russische Beamte, die an der Organisation der Abstimmungen beteiligt waren, erklärt Außenminister James Cleverly. "Scheinreferenden, die mit vorgehaltener Waffe abgehalten werden, können weder frei noch fair sein." Zudem habe man Sanktionen gegen 55 Vorstandsmitglieder und Direktoren von Organisationen verhängt, die der britischen Regierung zufolge den Krieg in der Ukraine finanzieren. Darunter seien die Gazprombank, die Sberbank und die Sovcombank.

+++ 16:48 Köln will Grundstücke mit leerstehenden russischen Häusern selbst nutzen +++
Häuserblocks von russischen Staatsunternehmen im Kölner Stadtteil Sülz können zwar nicht auf Grundlage der EU-Sanktionen enteignet werden. Wie die Stadt unter Berufung auf ein Rechtsgutachten mitteilt, soll eine Enteignung allerdings unter Umständen über einen Umweg möglich sein. Erfolgversprechend sei, die Grundstücke in einem neuen Bebauungsplan als Gemeinbedarfsfläche für wichtige Städtebauprojekte auszuweisen. Beispielsweise könne die Stadt die Nutzung als Schulstandort festsetzen und durchsetzen. Bei einem wirksamen Bebauungsplan sei eine Enteignung möglich. Ein Verfahren werde aber voraussichtlich etwa zehn Jahre dauern.

+++ 16:30 Bätzing über den Krieg: "Es ist eine sehr bedrohte Situation" +++
Zum Auftakt der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz äußert sich deren Vorsitzender Georg Bätzing besorgt über die aktuellen Entwicklungen im Ukraine-Krieg. "Es ist eine sehr bedrohte Situation", sagt der Limburger Bischof in Fulda. Der Krieg offenbare immer mehr seine Schrecken und "Kriegstreiber" Wladimir Putin zeige zugleich immer mehr, wie weit er zu gehen bereit sei. Die Teilmobilmachung zeige, dass es ein wirklicher Krieg sei mit einem erheblichen Bedrohungspotenzial auch gegenüber dem Westen.

+++ 16:04 Kreml nennt Kontakte zu USA "angemessen" +++
Die Kontakte zwischen Russland und den USA sind nach Darstellung des Kremls auf einem "angemessenem Niveau" - aber sporadisch. "Es gibt zwar Kanäle für den Dialog, aber die haben einen sporadischen Charakter", sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge. Journalisten hatten Peskow demnach auf Äußerungen der US-Seite angesprochen, denen zufolge die beiden Länder angesichts von Befürchtungen über einen Einsatz Russlands von Atomwaffen in Kontakt stünden. Die Kommunikationskanäle erlaubten es zumindest, der jeweils anderen Seite "außergewöhnliche Mitteilungen" über die jeweilige Position zur Kenntnis zu bringen, sagt Peskow. Der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, hatte dem US-Sender CBS News am Sonntag gesagt, die US-Regierung habe dem Kreml "direkt, privat, auf sehr hoher Ebene" mitgeteilt, dass jeder Einsatz von Atomwaffen katastrophale Folgen für Russland haben werde.

+++ 15:38 Schießtraining und Nahkampf: Polens Armee bietet Bürgern militärische Schulungen an +++
Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs bietet Polens Armee für alle Bürger im Alter zwischen 18 und 65 Jahren eine militärische Schulung an. Der eintägige Kurs umfasse den Umgang mit der Waffe, Schießtraining, Nahkampf sowie Orientierung im Gelände, teilt das Verteidigungsministerium in Warschau mit. Die Schulungen finden im Oktober und November jeweils samstags an 17 Standorten der polnischen Armee statt. Voraussetzung für die Teilnahme ist die polnische Staatsangehörigkeit. Polen plant schon seit längerem, die Zahl seiner Streitkräfte zu vergrößern. So wurde kürzlich ein freiwilliger Grundwehrdienst eingeführt. Auch die Mitarbeiter der polnischen Post sind aufgerufen, sich von Verbänden des Heimatschutzes (WOT) im Umgang mit der Waffe schulen zu lassen.

+++ 15:13 Georgien als Fluchtziel: "Russen sind hier nicht willkommen" +++
Auch der ehemalige Sowjetstaat Georgien ist für junge Russen, die vor der Einberufung fliehen, ein beliebtes Ziel. Doch der schwelende Konflikt zwischen den beiden Ländern lässt den Männern viel Ablehnung entgegenschlagen. ntv-Reporter Jürgen Weichert hat sich auf den Straßen von Tiflis umgehört.

+++ 14:44 Wenn Putin ernst macht: Experten rechnen im Fall der Fälle mit dem Einsatz taktischer Atomwaffen +++
Nach den Rückschlägen der russischen Armee droht Russlands Präsident Wladimir Putin, im Krieg auf "alle Mittel" zurückzugreifen. Dies weckt Befürchtungen, dass zum ersten Mal seit 1945 wieder eine Atomwaffe zum Einsatz kommen könnte. Russland ist die größte Atommacht der Welt. James Cameron vom Oslo Nuclear Project schreibt in der "Washington Post" über ein mögliches Szenario, wonach Moskau eine taktische Atomwaffe hoch über der Ukraine oder über dem Schwarzen Meer zur Explosion bringen könnte. Auch ein Abwurf auf dünn besiedeltes Gebiet oder eine Militäreinrichtung sei denkbar - mit dem Ziel, Kiew zur Kapitulation zu bewegen und seine Verbündeten zu spalten. Experten gehen laut eine Analyse der Nachrichtenagentur AFP davon aus, dass der Kreml im Fall der Fälle wahrscheinlich eine oder mehrere taktische Atombomben einsetzen würde. Dabei handelt es sich um Waffen mit einer Sprengkraft zwischen 0,3 und 100 Kilotonnen. Zum Vergleich: Der größte strategische Sprengkopf der USA hat eine Sprengkraft von 1,2 Megatonnen, und Russland testete 1961 eine 58-Megatonnen-Bombe. Taktische Bomben sind für eine begrenzte Wirkung auf dem Schlachtfeld ausgelegt, im Gegensatz zu strategischen Atomwaffen, die ganze Regionen auslöschen können. Doch auch kleinere Nuklearsprengsätze können verheerend sein: Die Atombombe, die die USA 1945 auf Hiroshima abwarfen, hatte nur 15 Kilotonnen.

+++ 14:23 Als Wahlbeobachter bei Scheinreferenden: Deutscher Energie-Chef freigestellt +++
Weil er die Scheinreferenden in russisch besetzten Gebieten der Ukraine als Wahlbeobachter begleitet hat, ist der Geschäftsführer des nordhessischen Versorgers Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) freigestellt worden. Stefan Schaller sei mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden worden, teilt der Landkreis Waldeck-Frankenberg mit. Die Aufsichtsräte des Unternehmens und der Verbands-Energie-Werk Gesellschaft für Erneuerbare Energien sowie der EWF-Verbandsvorstand trafen die Entscheidung demnach einstimmig in einer Sondersitzung. "Das Verhalten des Geschäftsführers verstößt ganz klar gegen die Weltanschauung, die moralischen Werte und die Philosophie des Unternehmens, das Völkerrechtsverstöße und jegliche Form von Gewalt entschieden ablehnt", betont demnach der Aufsichtsratsvorsitzende der kreiseigenen Energiegesellschaft, Landrat Jürgen van der Horst.

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+++ 14:01 Ukrainer im Donbass rechnen mit neuen Eskalationen +++
Die ukrainischen Truppen im Donbass stehen ganz besonders im Fadenkreuz der russischen Invasoren. Im Zuge der Scheinreferenden rechnen sie mit weiteren militärischen Eskalationen. ntv-Reporterin Kavita Sharma spricht vor Ort mit Soldaten und Anwohnern.

+++ 13:29 Kreml räumt Verstöße gegen Mobilmachung ein +++
Angesichts zahlreicher Berichte über Zwangsmaßnahmen und Gewalt bei der Rekrutierung von Reservisten räumt der Kreml Verstöße bei der Teilmobilmachung ein. "In der Tat gibt es Fälle, in denen gegen das Dekret verstoßen wird", sagt Kremlsprecher Dmitrij Peskow der Agentur Interfax. "Wir hoffen, dass das Tempo der Beseitigung zunimmt und dass alle Fehler korrigiert werden." Putin hatte vor dem Hintergrund zahlreicher Niederlagen der eigenen Armee die Teilmobilmachung angeordnet. Die Verantwortung für die Organisation der Einberufung liegt bei den regionalen Gouverneuren und den Kreiswehrersatzämtern vor Ort.

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+++ 12:58 Finnland verzeichnet Rekordwochenende bei Einreisen aus Russland +++
Finnland hat am Wochenende bei den Einreisen aus Russland einen Rekord für dieses Jahr verzeichnet. "Das letzte Wochenende war das verkehrsreichste Wochenende des Jahres an der östlichen Grenze", sagt Mert Sasioglu vom finnischen Grenzschutz. Nach Angaben der Behörde reisten fast 8600 Russen am Samstag über die Landgrenze ein, 4200 überquerten die Grenze in die andere Richtung. Am Sonntag kamen mehr als 8300 Russen an, fast 5100 verließen das Land. "Die Ankunftsrate ist ungefähr doppelt so hoch wie vor einer Woche", sagt Sasioglu. Die russische Teilmobilmachung sei die Hauptursache.

+++ 12:30 Özdemir bezeichnet Putins Getreide-Aussagen als Lügen +++
Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir wirft dem russischen Präsidenten Wladimir Putin Lügen über die Verwendung des ukrainischen Getreides vor. Das russische Narrativ, dass über die sogenannten Solidaritätsspuren kein Getreide aus der Ukraine in jenen Ländern ankomme, in denen Menschen in Not seien, solle man nicht transportieren. "Das ist so wahrheitsgemäß wie alle anderen Aussagen von Wladimir Putin. Das kann man als Klopapier benutzen", sagt der Grünen-Politiker am Rande eines EU-Treffens in Brüssel. Diese Aussage aus Moskau sei nichts wert. Özdemir stellte klar: "Wir haben wesentlich mehr transportiert bekommen, als irgendjemand zu Beginn prognostiziert hätte."

+++ 11:50 "Putins Koch" gibt Gründung der Wagner-Gruppe zu +++
Der bekannte russische Unternehmer Jewgeni Prigoschin hat sich zur Gründung der Söldner-Truppe Wagner bekannt. Er habe die Gruppe im Mai 2014 gegründet, um Kämpfer in den ukrainischen Donbass zu schicken, erklärt Prigoschin in einer Mitteilung seines Unternehmens. Ab diesem Zeitpunkt sei "eine Gruppe von Patrioten" geboren, die "später den Namen bataillonstaktische Gruppe Wagner" erhalten habe. Prigoschin hatte zuvor mehrfach Verbindungen zur Wagner-Gruppe bestritten. Der 61-Jährige war eine Zeit lang einer der Lieferanten der Küchen im Kreml, was ihm den Spitznamen "Putins Koch" einbrachte.

+++ 11:12 Jäger: "Russland könnte Atomwaffen zur Warnung einsetzen" +++
Die zunehmend verzweifelt erscheinenden Entscheidungen in Russland lassen die Angst vor einem Einsatz atomarer Waffen steigen. Mit einem ausgewachsenen Atomkrieg rechnet Politikexperte Thomas Jäger nicht, aber ein symbolischer Schlag über dem schwarzen Meer sei beispielsweise denkbar.

+++ 10:38 Mann eröffnet Feuer in russischem Rekrutierungszentrum +++
In Russland hat ein Mann in einem Einberufungszentrum in Sibirien nach Angaben des örtlichen Gouverneurs das Feuer eröffnet und einen dort arbeitenden Militärangehörigen verletzt. "In Ust-Ilimsk hat ein junger Mann auf das Militärregistrierungs- und Einberufungsbüro geschossen", erklärt Igor Kobsew, der Gouverneur von Irkutsk, auf Telegram. Der verwundete Militärangehörige sei lebensgefährlich verletzt worden. "Der Schütze ist sofort verhaftet worden und wird definitiv bestraft werden", führt Kobsew fort. Nach Angaben des Ermittlungskomitees ist der Verdächtige ein 25-jähriger Bewohner der Stadt Ust-Ilimsk.

+++ 10:26 IAEA-Chef dringt auf weitere Gespräche zu ukrainischem AKW +++
Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) setzt sich für rasche weitere Gespräche über eine Waffenstillstandszone um das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja ein. IAEA-Chef Rafael Grossi hatte vorige Woche am Rande der UN-Generalversammlung in New York mit Vertretern Russlands und der Ukraine dazu Verhandlungen aufgenommen. "Ich bin bereit, diese Woche Beratungen in beiden Ländern fortzusetzen", sagt Grossi in Wien. "Es ist möglich. Es muss umgesetzt werden", sagt Grossi bei der Jahrestagung der IAEA-Mitgliedstaaten über die von ihm vorgeschlagene Schutzzone um das umkämpfte AKW, das von Russland besetzt ist. "Wenn dort etwas passiert, werden wir keine Naturkatastrophe dafür verantwortlich machen können, sondern nur unsere eigene Untätigkeit."

+++ 10:15 Munz: "Das wird eine ereignisreiche Woche in Russland" +++
Etwa 250.000 Menschen sollen Russland nach der Teilmobilmachung bereits verlassen haben. Jetzt will Putin offenbar die Grenzen für Reservisten schließen lassen. ntv-Reporter Rainer Munz berichtet über den wachsenden Widerstand in Russland und schätzt die Gefahr eines möglichen russischen Atomschlags ein.

+++ 09:39 Selenskyj: Weitere Massengräber in Isjum entdeckt +++
In der zurückeroberten Stadt Isjum sind nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zwei weitere Massengräber gefunden worden. Es gehe um "große Gräber mit Hunderten von Menschen", sagt Selenskyj in einem Interview mit CBS. Er fordert zudem eine Fortsetzung der Sanktionen gegen Russland. "Diese Sanktionen werden sowohl politische als auch finanzielle Auswirkungen haben."

+++ 09:04 ISW: Teilmobilmachung stellt Russland vor Probleme +++
Das US-Militärinstitut ISW glaubt nicht, dass Moskaus Teilmobilmachung einen schnellen Effekt auf dem Schlachtfeld haben wird. "Die russischen Streitkräfte haben seit mindestens 2008 keine Bedingungen für eine groß angelegte Mobilisierung geschaffen und nicht die Art von Reservekräften aufgebaut, die für eine sofortige Mobilisierung erforderlich sind", teilen die Analysten mit.

+++ 08:15 London: Russland fehlt es an militärischen Ausbildern +++
Das britische Verteidigungsministerium geht davon aus, dass Russland vor großen Herausforderungen steht, die durch die Teilmobilmachung eingezogenen Männer kriegsbereit zu machen. Der Mangel an militärischen Ausbildern und die Eile, mit der Moskau die Mobilisierung begonnen hat, legen nahe, dass viele der eingezogenen Männer mit minimaler Vorbereitung an die Front verlegt werden, teilt die Behörde auf Twitter mit. Hohe Verluste seien daher wahrscheinlich.

+++ 07:32 Ukraine: Russische Kamikaze-Drohnen attackieren Ziele bei Odessa +++
Nach Angaben des ukrainischen Militärs haben russische Truppen militärische Ziele in der Region Odessa mit Kamikaze-Drohnen angegriffen. Ein Großbrand sei ausgebrochen und Munition sei explodiert, teilt das Kommando Süd der ukrainischen Streitkräfte mit. Eine Drohne sei von der Luftabwehr abgefangen worden. Bislang gebe es keine Informationen über Opfer.

+++ 06:59 Ukraine meldet Zerstörung von Munitionslagern im Süden +++
Das ukrainische Militärkommando "Süd" meldet die Zerstörung von fünf russischen Munitionsdepots. Außerdem seien 43 russische Soldaten getötet sowie drei Panzer, ein selbstfahrendes Artilleriesystem und neun gepanzerte Fahrzeuge zerstört worden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

+++ 06:26 Israel nimmt verwundete ukrainische Soldaten auf +++
Israel nimmt 20 verwundete ukrainische Militärangehörige zur medizinischen Behandlung auf. Das berichtet der israelische Botschafter in der Ukraine, Michael Brodsky, auf Twitter. "Die Behandlung umfasst Prothetik und Rehabilitation", schreibt er.

+++ 06:00 Duma könnte schon am Donnerstag über Annexionen beraten +++
Das russische Parlament könnte bereits am Donnerstag über Gesetzesentwürfe zur Eingliederung der Gebiete Luhansk, Donezk, Cherson und Saporischschja diskutieren. Dies berichten russische Nachrichtenagenturen mit Bezug auf ungenannte Quellen. Der staatlichen Nachrichtenagentur RIA Novosti zufolge könnte Putin am Freitag vor dem Parlament sprechen.

+++ 04:30 Ukraine: Russland schickt Rekruten ohne Schulung an die Front +++
Nach Informationen des ukrainischen Generalstabs schickt Russland im Rahmen der Teilmobilisierung Wehrpflichtige direkt an die Front. Die Rekruten würden nach ihrer Einziehung keine weitere militärische Ausbildung durchlaufen, meldet "Kyiv Independent" unter Berufung auf den Generalstab. Aus diese Weise sollten schnell Einheiten aufgestockt werden, die starke Verluste erlitten hätten.

+++ 02:11 Bürgermeister von Melitopol rechnet mit russischer Rekrutierung in besetzten Gebieten +++
Der Bürgermeister der von Russland besetzten Stadt Melitopol im Südosten der Ukraine, Iwan Fedorow, befürchtet, dass auch Ukrainer in diesen Regionen für den russischen Kriegsdienst rekrutiert werden. "Sie werden die Männer dazu zwingen, in ihren Streitkräften zu kämpfen", sagt Fedorow den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Ein vergleichbares Vorgehen der russischen Besatzungstruppen sei bereits in den Regionen Donezk und Luhansk zu beobachten. Die Männer dort hätten "keine Chance, nein zu sagen", so Fedorow. "Wir haben unseren Männern geraten, Melitopol Richtung Krim zu verlassen und von dort nach Georgien oder in die Europäische Union zu reisen", so der Bürgermeister. Aber jetzt seien die Stadt und die Dörfer in der Region durch die Russen abgeriegelt.

+++ 00:13 Slowakei gegen generelle Visavergabe an russische Kriegsdienstverweigerer +++
Das Ukraine-Nachbarland Slowakei lehnt die generelle Aufnahme russischer Kriegsdienstverweigerer ab. "Die Slowakei beurteilt jeden Einzelfall individuell", erklärt Außenamtssprecher Juraj Tomaga. Die Slowakei vergebe zwar grundsätzlich Visa aus humanitären Gründen, es gebe aber keine eindeutige Regel, nach der auch Kriegsdienstverweigerung als Grund dafür ausreiche. Damit nimmt die Slowakei eine ähnliche Position ein wie die baltischen Staaten, Tschechien und Polen.

+++ 22:57 Selenskyj: Russlands Mobilisierung bedroht ethnische Minderheiten +++
Die russische Teilmobilmachung trifft laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ethnische Minderheiten besonders hart. "Wir sehen, dass Menschen, besonders in Dagestan, angefangen haben, um ihr Leben zu kämpfen", sagt Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Er bezieht sich auf heftige Proteste, die Stunden zuvor in der muslimisch geprägten russischen Teilrepublik Dagestan ausgebrochen waren. "Ich betone einmal mehr: Es gibt keinen Ausweg", sagt Selenskyj. "Flieht. Oder begebt euch bei der ersten Gelegenheit in ukrainische Gefangenschaft." Dagestan gehört zu den Regionen Russlands, aus denen Beobachtern zufolge besonders viele Männer eingezogen werden. Aktivisten beklagen, dass Angehörige ethnischer Minderheiten besonders stark von der Mobilmachung betroffen sind und sprechen deshalb teils sogar von "ethnischen Säuberungen".

+++ 22:16 Ministerium: Sieben Getreide-Schiffe stechen in See +++
Nach Angaben des ukrainischen Infrastrukturministeriums verlassen sieben weitere Getreide-Schiffe Häfen in der Oblast Odessa. Die Schiffe hätten mehr als 146.000 Tonnen Getreide geladen. Somit seien fast 220 Schiffe mit insgesamt 4,8 Millionen Tonnen Getreide von ukrainischen Häfen in See gestochen seit sich Kiew und Moskau im Juli auf das Getreideabkommen geeinigt hatten, heißt es weiter. Das Abkommen ermöglicht die Freigabe ukrainischer Getreideexporte über das Schwarze Meer, die vor allem von armen Ländern dringend gebraucht werden. Wegen des Krieges waren Häfen an der ukrainischen Schwarzmeerküste monatelang blockiert.

+++ 21:44 Brite berichtet über Folter in russischer Gefangenschaft +++
Ein durch einen Gefangenenaustausch im Ukraine-Krieg freigekommener Brite spricht in einem Interview von Folter in russischer Gefangenschaft. Er sei während Verhören wiederholt mit einem Schlagstock geprügelt und gezwungen worden, die russische Nationalhymne zu singen, sagt Aiden Aslin der britischen Zeitung "The Sun". Außerdem habe ihm ein Offizier mit einem Messer in den Rücken gestochen. Aslin ist einer von fünf Briten, die am Mittwoch aus russischer Kriegsgefangenschaft nach Riad ausgeflogen wurden. Der 28-Jährige lebte zu Beginn des Krieges in der Ukraine und diente im dortigen Militär. Er wurde bei Kämpfen um Kiew gefangen genommen und im Juni von prorussischen Separatisten in Donezk als Söldner zum Tode verurteilt. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 21:18 Selenskyj schließt Verhandlungen nach Annexion aus +++
Eine Annexion ukrainischer Gebiete durch Russland macht Verhandlungen mit dem Kreml aus Sicht des ukrainischen Präsident Wolodymyr Selenskyj unmöglich. Die Regierung in Moskau könne den Abschluss der Abstimmungen und die Ergebnisse offiziell verkünden. "Dies würde eine Fortsetzung der diplomatischen Verhandlungen mit dem Präsidenten der Russischen Föderation auf jeden Fall unmöglich machen", sagt Selenskyj in einem Interview mit CBS News laut Transkript. Kremlchef Wladimir Putin wisse das sehr gut. Seit Freitag wird in den vier russisch besetzten Gebieten Cherson, Donezk, Luhansk und Saporischschja in Scheinreferenden über einen Beitritt zu Russland abgestimmt. Erwartet wird, dass Putin die Gebiete schon am Freitag in die Russische Föderation aufnehmen könnte.

+++ 20:53 Serbien will Scheinreferenden nicht anerkennen +++
Trotz der guten Beziehungen Serbiens zu Moskau wird die Regierung in Belgrad die Ergebnisse der Scheinreferenden in den von Russland besetzten Gebieten in der Ukraine nicht anerkennen. Eine Anerkennung dieser Scheinreferenden "würde völlig gegen unsere nationalen und staatlichen Interessen, die Wahrung der Souveränität und territorialen Integrität und die Unverletzlichkeit der Grenzen verstoßen", sagt Serbiens Außenminister Nikola Selakovic Medienberichten zufolge. Dabei bezieht sich Selakovic auf die aus Belgrader Sicht vorliegende Parallele zwischen Russlands Angriff auf die Ukraine und dem Kosovo-Problem. Die ehemalige serbische Provinz Kosovo hatte 2008 ihre Unabhängigkeit erklärt. Diese wird von Serbien nicht anerkannt, wohl aber von den meisten anderen Staaten.

Frühere Entwicklungen rund um den Ukraine-Krieg lesen Sie hier.

Quelle: ntv.de, fzö/jpe/ino/rts/AFP/dpa

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