Politik

Iran-Krieg im Liveticker+++ 17:55 Libanon und Israel setzen Gespräche in Washington fort +++

01.06.2026, 17:55 Uhr

Inmitten der sich zuspitzenden Lage zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah im Libanon kommen israelische und libanesische Regierungsvertreter am Dienstag und Mittwoch zu weiteren direkten politischen Gesprächen zusammen. Es ist die vierte Gesprächsrunde zwischen Israel und dem Libanon. Sie sollen früheren Angaben zufolge wie die vorigen Gespräche auch in der US-Hauptstadt Washington abgehalten werden. Die Lage zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah hatte sich zuletzt deutlich zugespitzt. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte auch neue Angriffe auf Ziele der Hisbollah in den Wohngebieten der Vororte der Hauptstadt Beirut an. 

+++ 17:16 Brantner: Libanon wird "unbewohnbar gemacht" - Pufferzone beschönigend +++

Grünen-Chefin Franziska Brantner kritisiert das militärische Vorgehen Israels im Libanon scharf. "Dort wird ein Land, ein ganzer Streifen unbewohnbar gemacht", sagt sie in Berlin. Begriffe wie Pufferzone, Sicherheitszone und Evakuierung seien beschönigend. Es sei furchtbar, dass die Hisbollah-Miliz sich im Februar den Angriffen des Irans auf Israel angeschlossen habe, sagt Brantner. Das sei verheerend für die Menschen im Norden Israels, aber auch für die libanesische Bevölkerung gewesen, und es sei verständlich, dass Israel darauf reagiert habe. Das Vorgehen des israelischen Militärs gehe inzwischen aber weit darüber hinaus. Zivilisten und Zivilistinnen würden massiv beschossen, das werde nur zu mehr Verzweiflung und Radikalisierung führen.

+++ 16:20 EU ruft Israel zu Stopp der "militärischen Eskalation" im Libanon auf +++

Die EU hat Israel dazu aufgerufen, die "militärische Eskalation" im Libanon zu beenden. Israel müsse "die Souveränität sowie die territoriale Integrität des Libanon" achten, sagt ein Sprecher der EU-Kommission. Die EU befürworte darüber hinaus die Fortsetzung der diplomatischen Bemühungen, "einen Verhandlungsweg hin zu langfristiger Stabilität und Sicherheit sowohl für den Libanon als auch für Israel zu ebnen", fährt er fort. Die EU stehe "in Solidarität mit der Bevölkerung des Libanon" und werde weiterhin Unterstützung und Nothilfe leisten, sagt der Kommissionssprecher weiter.

+++ 15:47 Iran setzt Friedensgespräche mit USA wegen Israels Angriffen im Libanon aus +++

Der Iran hat die Gespräche mit den Vereinigten Staaten aus Protest gegen Israels Vorgehen im Libanon ausgesetzt. Das berichtet die iranische Nachrichtenagentur Tasnim. "Angesichts der anhaltenden Angriffe des israelischen Regimes im Libanon und in Anbetracht der Tatsache, dass der Libanon eine der Voraussetzungen für einen Waffenstillstand war - der nun an allen Fronten, einschließlich im Libanon, verletzt wurde -, setzt das iranische Verhandlungsteam Gespräche und den Austausch von Textentwürfen über Vermittler aus" berichtet Tasnim. Demnach planen Teheran und verbündete militante Gruppen in der Region die "vollständige Sperrung der Straße von Hormus". 

+++ 14:36 Neue Iran-Eskalation? Sicherheitsexperte: "Befürchte, Waffenstillstand endet" +++

Die Lage in Nahost spitzt sich aus Sicht von Joachim Krause zu: "Alles läuft darauf hinaus, dass es wieder zu einer Eskalation kommt, also zu einem verstärkten Austausch von Luftschlägen, Raketen oder Marschflugkörpern", sagte Krause, ehemaliger Direktor des Instituts für Sicherheitspolitik der Universität Kiel, im Interview mit ntv. Zuletzt hatten die USA erneut Ziele im Iran angegriffen, während Iran den US-Verbündeten Kuwait attackierte. "Wenn die Amerikaner die Situation drehen wollen, müssen irgendwann doch Bodentruppen eingesetzt werden, vor allen Dingen in der Straße von Hormus", so Krause. Aktuell sehe es so aus, als sei keine diplomatische Lösung in Sicht.

+++ 13:35 Medien: Entwicklungsministerin muss Libanon-Reise abbrechen - "aus militärischen Gründen" +++

Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan muss offenbar ihre Reise in den Libanon abbrechen. Das berichtet unter anderem das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Demnach musste die Reise während des Anflugs abgebrochen werden. "Aufgrund laufender Bewertung der Entwicklungen der sich akut zuspitzenden Lage in Beirut wurde diese Entscheidung aus militärischen Gründen getroffen", zitiert das RND das Entwicklungsministerium.

+++ 11:45 Nach Massenprotesten im Januar: Regime lässt zwei weitere Männer hinrichten +++

Im Iran sind wieder zwei Männer im Zusammenhang mit den Aufständen im Januar hingerichtet worden. Mehdad Mohammadi-Nia und Ashkan Maleki wurde unter anderem zur Last gelegt, während der Massenproteste eine Moschee in Brand gesetzt zu haben, wie das mit der Justiz verbundene Nachrichtenportal Misan berichtet. Das Urteil sei am Morgen vollstreckt worden, heißt es weiter. Die Demonstrationen waren Ende Dezember wegen der Wirtschaftskrise im Land ausgebrochen und entwickelten sich rasch zu Massenprotesten gegen die autoritäre Führung. Der Staat ließ sie gewaltsam niederschlagen. Tausende Demonstranten wurden dabei getötet. Im Zusammenhang mit den Protesten ließ Irans Justiz mindestens 17 Menschen hinrichten, wie die in Norwegen ansässige Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHRNGO) berichtet. "Die Hinrichtung von Demonstranten und Gefangenen, denen sicherheitsrelevante Straftaten vorgeworfen werden, ist ein Mittel der Unterdrückung und der Einschüchterung der Öffentlichkeit", schreibt die Organisation auf X.

+++ 10:36 Iran macht USA und Israel für stockende Verhandlungen verantwortlich +++

Der Iran macht tiefes Misstrauen, widersprüchliche Positionen der USA und die israelischen Angriffe im Libanon für die Verzögerungen bei den Friedensgesprächen verantwortlich. Die Verhandlungen hätten in einer Atmosphäre des großen Misstrauens begonnen, sagt der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei. Die US-Seite ändere ständig ihre Ansichten und stelle neue Forderungen. Zudem betrachte Teheran das Vorgehen Israels in der Region als untrennbar mit den USA verbunden.

+++ 09:59 Israels Armee meldet weiteren toten Soldaten bei Kämpfen im Libanon +++

Bei Kämpfen im Süden des Libanon ist nach Angaben der israelischen Armee ein weiterer israelischer Soldat getötet worden. Der 20-jährige Unteroffizier sei "im Kampf im Südlibanon gefallen", erklärt die Armee. Wie es von der Armee weiter heißt, wurde der Soldat bei einem Drohnenangriff der proiranischen Hisbollah-Miliz getötet. Damit stieg die Zahl der seit Anfang März getöteten Israelis nach Armeeangaben auf 26, darunter 25 Soldaten und ein ziviler Auftragnehmer.

+++ 09:13 Netanjahu ordnet Angriffe auf Hisbollah-Hochburg bei Beirut an +++

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu weist das Militär an, Ziele in den südlichen Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut anzugreifen. Dies teilt Netanjahu in einer Erklärung mit. Bei dem Gebiet handelt es sich um die Hisbollah-Hochburg Dahija.

+++ 08:41 Trump wendet sich an Kritiker: "Entspannen Sie sich, am Ende wird alles gut" +++

US-Präsident Donald Trump beschwert sich über eine nach seiner Ansicht übermäßige Kommentierung seiner Verhandlungen mit dem Iran. "Es ist VIEL schwieriger für mich, meine Arbeit richtig zu machen und zu verhandeln, wenn politische Wichtigtuer in einem noch nie dagewesenen Ausmaß immer wieder negativ 'dazwischenreden', dass ich schneller oder langsamer vorgehen, in den Krieg ziehen oder nicht in den Krieg ziehen sollte, oder was auch immer", schreibt Trump auf der Plattform Truth Social. "Lehnen Sie sich einfach zurück und entspannen Sie sich, am Ende wird alles gut." Zugleich betont Trump, der Iran wolle unbedingt ein Abkommen schließen. Dies werde ein gutes Geschäft für die USA und ihre Verbündeten sein.

+++ 08:08 Entwicklungsministerin Radovan reist in den Libanon +++

Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan reist in den Libanon, um sich ein Bild von den Auswirkungen des Krieges zwischen der Hisbollah und Israel zu machen. Im Mittelpunkt des zweitägigen Besuches stünden die Lage der Binnenvertriebenen sowie die Bemühungen der libanesischen Regierung um Reformen, teilt Radovans Ministerium mit. Deutschland helfe zusammen mit UN-Partnern jenen, die unter Krieg und Vertreibung litten. Radovan erklärt aber zugleich: "Die Menschen brauchen mehr als Soforthilfe - sie brauchen Frieden, Stabilität und eine Zukunftsperspektive". Vertriebene müssten in ihre Heimat zurückkehren können. "Dafür braucht es einen verlässlichen Waffenstillstand und ein Ende des Krieges."

+++ 07:08 Insider: USA dringen auf neue Waffenruhe zwischen Israel und Hisbollah +++

Die USA unternehmen einem Insider aus US-Regierungskreisen zufolge einen neuen Anlauf für eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz im Libanon. Die Hisbollah-Miliz solle alle Angriffe auf Israel einstellen und im Gegenzug müsse Israel auf eine Eskalation in Beirut verzichten, sagt ein US-Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters. US-Außenminister Marco Rubio spreche über diesen Plan bereits mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun und dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Während Aoun versuche, den Vorschlag voranzutreiben, fordert der libanesische Parlamentspräsident Nabih Berri dem Insider zufolge, dass Israel zuerst das Feuer einstellt.

+++ 06:30 Kuwait meldet feindliche Angriffe mit Raketen und Drohnen +++

Im Golfstaat Kuwait ist am Morgen wegen feindlicher Luftangriffe mit Raketen und Drohnen Alarm ausgelöst worden. Die Luftabwehr sei im Einsatz, teilt der Generalstab der Armee auf der Plattform X mit. Explosionsgeräusche hingen damit zusammen, dass Geschosse abgefangen würden. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, den Anweisungen der Sicherheitsbehörden Folge zu leisten. Zur Herkunft der Drohnen und Raketen und den Zielen der Angriffe schwieg die Armee. Seit Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar feuerten die Streitkräfte der Islamischen Republik jedoch schon mehrmals solche Geschosse auf Kuwait und andere Staaten am Persischen Golf. Dort unterhält das US-Militär zahlreiche Stützpunkte, die nur wenige Hundert Kilometer Luftlinie vom Iran entfernt sind. Trotz der Waffenruhe hatten auch die Golfstaaten zuletzt vereinzelt Beschuss gemeldet.

+++ 05:47 US-Militär: Haben Ziele im Iran angegriffen - Teheran meldet Gegenschlag +++

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben am Wochenende iranische Radar- und Drohnen-Kommandozentralen in Goruk und auf der Insel Keschm angegriffen. Die Angriffe seien eine Reaktion auf aggressive Handlungen des Iran gewesen, darunter der Abschuss einer US-Drohne vom Typ MQ-1 über internationalen Gewässern, teilt das US-Zentralkommando (Centcom) mit. US-Kampfflugzeuge hätten demnach die Luftabwehr, eine Bodenkontrollstation und zwei Drohnen zerstört. US-Soldaten seien nicht zu Schaden gekommen. Unterdessen erklären die iranischen Revolutionsgarden iranischen Medien zufolge, sie hätten einen Luftwaffenstützpunkt ins Visier genommen. Dieser sei von den USA für einen Angriff auf einen Telekommunikationsturm auf der Insel Sirik im Süden des Iran genutzt worden.

+++ 04:37 Britische Außenministerin fordert Ende der Eskalation im Libanon +++

Die britische Außenministerin Yvette Cooper fordert ein Ende der israelischen Angriffe im Libanon. Die Eskalation habe Zivilisten getötet und vertrieben, Infrastruktur zerstört und den Raum für Diplomatie eingeschränkt, erklärt sie auf der Kurznachrichtenplattform X. Zugleich müsse die Hisbollah-Miliz ihre Angriffe auf Israel einstellen und sich entwaffnen. Alle Seiten müssten die Waffenruhe respektieren und ernsthaft verhandeln.

+++ 01:17 Libanon meldet acht Tote bei israelischem Angriff +++

Bei einem israelischen Angriff auf den Süden des Libanon sind libanesischen Angaben zufolge acht Menschen getötet worden. 19 Menschen seien verletzt worden, erklärt das libanesische Gesundheitsministerium. Zwischen Israel und dem Libanon gilt seit Mitte April offiziell eine Waffenruhe, die von der proiranischen Hisbollah-Miliz allerdings nicht anerkannt wird. Die Hisbollah setzt ihre Angriffe auf Israel fort, Israels Armee rückte im Vorgehen gegen die vom Iran unterstützte Miliz in den vergangenen Tagen immer weiter in den Süden des Libanon vor. Am Sonntag nahm das israelische Militär die strategisch wichtige Burg Beaufort ein.

+++ 22:00 Netanjahu sieht entscheidende Wende im Kampf gegen Hisbollah +++

Die Einnahme der strategisch wichtigen Burg Beaufort im Libanon durch die israelische Armee ist nach den Worten von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu eine "entscheidende Wendung" im Kampf gegen die proiranische Hisbollah. Netanjahu spricht in einem veröffentlichten Video zudem von einer "dramatischen Etappe" in der israelischen Bodenoffensive gegen die vom Iran unterstützte Miliz. Israel sei nun "vereint, entschlossen und stärker als jemals zuvor" auf die Burg zurückgekehrt, sagt Netanjahu. Seine Anweisung laute nun, "unsere Position in den Gebieten, die unter der Kontrolle der Hisbollah standen, zu vertiefen und auszuweiten." Weiter sagt Netanjahu: "Wir ergreifen die Initiative, wir operieren an allen Fronten - in Syrien, im Gazastreifen, im Libanon."

+++ 21:15 Irans Präsident fordert neuen Politikstil +++

Irans Präsident Massud Peseschkian spricht für eine grundlegende Änderung des Führungsstils im Land aus. Zugleich weist sein Büro Rücktrittsgerüchte zurück. Peseschkian sagt laut der den Revolutionsgarden nahestehenden Agentur Fars, die Führung könne nicht allein aus einer begrenzten Gruppe von Führungskräften und Beamten bestehen. Er verlangt stattdessen die Einbindung aller gesellschaftlichen Schichten, wirtschaftlicher Akteure und Wissenschaftler sowie der Bevölkerung. Peseschkian gilt als Reformer. Seine Forderung steht im Kontrast zur Machtstruktur. Ein Blick auf die wichtigsten Vertreter der iranischen Führung zeigt, dass viele Schlüsselpositionen seit Jahrzehnten durch Personen mit engen Verbindungen zu den Islamischen Revolutionsgarden besetzt sind.

+++ 20:34 Wadephul: Israels Vorrücken im Libanon Anlass zur Sorge +++

Außenminister Johann Wadephul ruft Israel und die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz im Libanon dringend auf, zur vereinbarten Waffenruhe zurückzukehren. "Das weitere Vorrücken der israelischen Armee im Süden Libanons gibt Anlass zu großer Sorge", teilt der CDU-Politiker am Rande seines Besuches bei den Vereinten Nationen in New York mit. Israel müsse bei seinem Vorgehen gegen die Hisbollah Zivilisten und zivile Infrastruktur schützen. "Jede weitere Eskalation verschärft die ohnehin schon angespannte Lage zusätzlich und sorgt für neue Fluchtbewegungen innerhalb Libanons."

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