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Strategisch wichtige FestungIsrael nimmt Burg Beaufort im Süden des Libanon ein

31.05.2026, 11:01 Uhr
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Rauchschwaden steigen nach einem israelischen Angriff nahe der aus der Kreuzfahrerzeit stammenden Burg Beaufort auf. (Foto: picture alliance/dpa)

Seit Mitte April gilt zwischen Israel und der Hisbollah eine Waffenruhe. Doch beide Seiten halten sich nicht daran. Vergangene Woche eskalierten die Luftangriffe im Süden des Libanon. Jetzt soll auch der Einsatz Israels am Boden vorangetrieben werden.

Israel hat nach eigenen Angaben im Zuge seiner ausgeweiteten Bodenoffensive gegen die Hisbollah im Süden des Libanon die Burg Beaufort eingenommen. Verteidigungsminister Katz erklärte, die israelische Armee habe unter Führung von Regierungschef Benjamin Netanjahu "ihren Einsatz im Libanon ausgeweitet, den Fluss Litani überquert und die Beaufort-Höhe eingenommen". Dies diene der Verteidigung der Ortschaften in Galiläa im Norden Israels und der Sicherheit israelischer Soldaten. Die mittelalterliche Kreuzritterburg ist wegen ihrer Lage mit Blick über weite Teile des Südlibanon ein strategisch wichtiger Punkt.

Katz bezog sich auch auf die frühere Eroberung der mittelalterlichen Kreuzritterburg im Libanonkrieg im Jahr 1982. Nach der Einnahme von Beaufort hatten israelische Truppen die Burg bis zu ihrem Rückzug aus dem Libanon im Jahr 2000 als Stützpunkt genutzt. 44 Jahre später seien israelische Soldaten "auf den Gipfel von Beaufort zurückgekehrt" und hätten dort erneut die israelische Flagge gehisst. Der israelische Sender Kan veröffentlicht Bilder, auf denen eine israelische Flagge über der Burg zu sehen ist. In der Umgebung war Artilleriefeuer zu hören, Rauch stieg auf.

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Eine Gesamtansicht der aus der Kreuzfahrerzeit stammenden Burg Beaufort (Belfort), die vor Ort als Qalaat al-Chakif oder Shaqif Arnun bekannt ist. (Foto: picture alliance/dpa)

Zugleich rief die israelische Armee die Bewohner aller libanesischen Gebiete südlich des Flusses Sahrani dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen. "Bewohner des südlichen Libanon, Sie müssen sich sofort nördlich des Sahrani begeben", erklärte der arabischsprachige Armeesprecher Avichay Adraee bei X. Israel verstärke seine Operationen gegen die Hisbollah, hieß es zur Begründung.

Die israelische Armee meldete unterdessen den Tod eines weiteren Soldaten im Süden des Libanon. Ein 21-jähriger Unteroffizier sei am Samstag von einer Sprengstoffdrohne der Hisbollah getötet worden, erklärte ein Armeesprecher. Seit Wiederaufnahme der Feindseligkeiten zwischen Israel und der pro-iranischen Hisbollah am 2. März wurden nach israelischen Angaben 25 Israelis getötet, darunter 24 Soldaten und ein ziviler Auftragnehmer.

Verstöße gegen Waffenruhe

Zwischen Israel und der pro-iranischen Hisbollah gilt seit dem 17. April offiziell eine Waffenruhe. Sie wurde jedoch nie eingehalten. Beide Seiten werfen einander Verstöße gegen die Vereinbarung vor und rechtfertigen ihre Angriffe jeweils mit mutmaßlichen Attacken der Gegenseite.

Der Krieg zwischen Israel und der Hisbollah war am Donnerstag erneut eskaliert. Die israelische Armee hatte dabei weite Teile des Südens zur "Kampfzone" erklärt und auch fast alle Bereiche der Stadt Tyrus als mögliche Angriffsziele markiert. In mehreren Gebieten im Südlibanon kam es zu heftigen Angriffen.

"Strategie der verbrannten Erde"

Der libanesische Regierungschef Nawaf Salam warf Israel am Samstag eine Strategie "der verbrannten Erde und der Kollektivstrafe" vor. Diese werde Israel "weder Sicherheit noch Stabilität" bringen, sagte Salam in einer Fernsehansprache. Zugleich verteidigte er die Fortsetzung direkter Verhandlungen mit Israel als den "am wenigsten kostspieligen Weg" für den Libanon. Eine neue Gesprächsrunde ist für den 2. und 3. Juni in Washington geplant.

Die Hisbollah, deren erklärtes Ziel die Vernichtung Israels ist, lehnt die direkten Gespräche zwischen dem Libanon und Israel sowie das unter Vermittlung der USA geschlossene Waffenruhe-Abkommen ab. Der Libanon war durch neue Angriffe der Hisbollah auf Israel in den Iran-Krieg hineingezogen worden.

Nach Angaben der libanesischen Behörden wurden seit Beginn der Kämpfe im Libanon 3371 Menschen durch israelische Angriffe getötet. Mehr als eine Million Menschen wurden vertrieben.

Quelle: ntv.de, gut/AFP

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